PSA/Renault

Krise erfasst auch Franzosen

Foto: Renault

Die Finanz- und Wirtschaftskrise schlägt voll auf die beiden französischen Autokonzerne Renault und PSA Peugeot-Citroën durch.

Europas größter VW-Rivale PSA nahm nach einem Umsatzeinbruch im dritten Quartal um 5,2 Prozent seine Geschäftsprognosen zurück und kündigte zwangsweise Werksschließungen an. Auch Renault senkte die Prognosen und greift auf Werksschließungen zurück. "Die Krise ist nicht zu Ende", sagte PSA-Chef Christian Streiff am Freitag (24.10.) in Paris.

Aktienkurse brechen ein

Die Renault-Aktie brach in Paris zeitweise um 16,8 Prozent auf 21,12 Euro ein. Damit addiert sich der Rückgang seit Jahresbeginn auf 74 Prozent. Die PSA-Aktie gab um 12,3 Prozent auf 15,69 Euro nach und verlor seit Jahresbeginn gut 65 Prozent ihres Wertes.

Der PSA-Umsatz sank im dritten Quartal um 5,2 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro und dürfte trotz des guten ersten Halbjahres im Gesamtjahr um 3,5 Prozent fallen. Streiff erwartet für 2008 jetzt nur noch eine operative Ertragsmarge von 1,3 statt 3,5 Prozent. Besonders schmerzlich ist der Einbruch in Westeuropa doch wird auch die Abschwächung in den Schwellenländern spürbar.

Renault setzt auf den Dacia Logan

Renault musste im dritten Quartal einen Umsatzrückgang um 2,2 Prozent auf 9,15 Milliarden verkraften, rechnet dank des Markterfolgs des Dacia Logan für das Gesamtjahr aber weiter mit einem kleinen Zuwachs. Die Gewinnmarge dürfte aber statt der angestrebten 4,5 Prozent nur bei 2,5 bis drei Prozent liegen. Die für 2009 angestrebten sechs Prozent sind nicht mehr erreichbar. Die Pariser Zeitung "Le Figaro" berichtete unter Berufung auf Gewerkschafter, Renault werde zum Abbau der Bestände seine Werke für ein bis zwei Wochen schließen.

Renault - Flucht nach USA und Russland

Allerdings versucht Konzernchef Carlos Ghosn international in der Offensive zu bleiben. So versucht er, den US-Konzern Chrysler in den Verbund Renault-Nissan einzubinden. In Russland hat Renault 25 Prozent am Marktführer AvtoVAZ (Marke Lada) übernommen und will dort im Lada-Werk Togliatti ab 2011 Autos mit Renault-Technik fertigen.

Allerdings verliert Lada rasant Marktanteile und die Modernisierung des Werks mit 105.000 Mitarbeitern ist sehr teuer. Zudem deutet sich auch in Russland eine Konjunkturwende an. Nach einem Wachstum von 2,4 auf 2,9 Millionen Neuwagen 2008 dürfte der Markt 2009 wieder auf 2,7 Millionen schrumpfen.

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