Renault

Bereit für GM

Foto: ams

Der französische Autohersteller Renault und sein Schwesterkonzern Nissan sind zu Gesprächen mit der amerikanischen Opel-Mutter General Motors (GM) über ein weltweites Dreierbündnis bereit.

Wie von Konzernchef Carlos Ghosn vorgeschlagen, könnten die Gespräche beginnen, "sobald General Motors den Vorschlag macht", teilte die Renault SA am Montag (3.7.) nach einer Sitzung des Verwaltungsrates in Paris mit.

Der GM-Großaktionär Kirk Kerkorian hatte vorgeschlagen, GM solle sich der Allianz aus Renault und Nissan anschließen, die beide von Ghosn geführt werden. Ghosn hatte aber entsprechende Gespräche an die Bedingung geknüpft, dass die Führungen aller drei Konzerne einverstanden sind. GM hat sich bisher nicht positiv geäußert, sondern nur eine Prüfung zugesagt.

Gewerkschaften im Angstzustand

Die französische Gewerkschaft CGT lehnt ein mögliches Bündnis der drei Autokonzerne ab. "Eine solche Konzentration von Kapital, Macht und Einfluss auf die Zukunft der weltweiten Autoindustrie entstehen zu sehen, ist Besorgnis erregend", erklärte die Gewerkschaft. Schon das Bündnis von Renault mit Nissan habe "hohe soziale Kosten durch die Zerstörung von Arbeitsplätzen vor allem bei Zulieferern" mit sich gebracht. GM wolle 30.000 Jobs abbauen. "Diese Perspektive sozialer Katastrophen ist unannehmbar."

Auch die Arbeitnehmervertreter von GM in Europa befürchten negative Auswirkungen auf die Arbeitsplätze im Fall einer möglichen Allianz der Autokonzerne. Das sagte der europäische GM-Betriebsratsvorsitzende, Klaus Franz, in Brüssel während eines Treffens der Arbeitnehmervertreter. Die GM-Tochter Opel und Renault böten in Europa eine ähnliche Produktpalette an.

Franz, der auch dem Opel-Gesamtbetriebsrat vorsteht, gibt sich mit Blick auf Zusammenschlüsse zwischen Autokonzernen insgesamt skeptisch: "Die Mega-Mergers der Vergangenheit haben gezeigt, dass zwar kurzfristig die Aktienkurse hochgehen, aber die langfristigen Probleme bleiben." Die GM-Betriebsräte wollten nun vorsorglich Kontakt zu den Arbeitnehmervertretern von Renault aufnehmen, kündigte Franz an.

Die GM-Betriebsräte hatten bei dem Treffen, auf dem eigentlich das weitere Vorgehen gegen die drohende Schließung des portugiesischen Opel-Werks besprochen werden sollte, das Thema sofort auf die Tagesordnung gesetzt. GM macht derzeit erheblichen Druck auf seine westeuropäischen Werke, der sich im Fall einer Zusammenarbeit mit Renault und Nissan nach Einschätzung des Betriebsrats noch erhöhen könnte.

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