Renault

Neuer Schwung durch neue Modelle

Foto: Renault

Nach einem Übergangsjahr 2006 will Renault mit einem Modellfeuerwerk mit 26 Neuheiten Absatz und Gewinn schnell in neue Rekordhöhen schrauben. Auch ohne ein Bündnis mit dem US-Konzern General Motors sollen in drei Jahren 400.000 Autos mehr verkauft werden als 2005.

Damals wurden 1,53 Millionen Fahrzeuge der Marke abgesetzt. Gleichzeitig solle die operative Marge 2009 sechs Prozent erreichen, sagte Konzernchef Carlos Ghosn am Donnerstag (28.9.) auf der Pariser Automesse. "Und das wird nicht der Gipfel sein."

Nach 2,7 Prozent im ersten Halbjahr rechnet Renault weiter für das Gesamtjahr nur mit einer Marge von 2,5 Prozent. Für 2007 werden drei Prozent und für 2008 rund 4,5 Prozent angestrebt. Im laufenden Jahr fährt Renault auf den Weltmärkten mit Absatzeinbußen von 5,8 Prozent im Rückwärtsgang. Ghosn hatte selbst dazu beigetragen, weil er auf rentable Vertriebswege verzichtete und den Neustart von Modellen verzögerte, die ihm nicht perfekt genug erschienen.

Große Ziele bis 2009

Die Zukunft sieht Ghosn in der steten Verjüngung und Erweiterung der Modellpalette und in neuen, umweltfreundlichen Antriebstechniken. Auf der Messe präsentierte er zwei Zukunftskonzepte: Den mit dem artnerkonzern Nissan und Samsung konzipierten Geländewagen Koleos, der 2008 in Europa auf den Markt kommen soll, und den auf jugendlich gestylten Twingo Concept mit Turbomotor. Bei den Antrieben hält sich Renault viele Optionen vom Turbodiesel mit Partikelfilter über Wasserstoff- bis zum Hybridantrieb offen.

Mit der Modelloffensive will Renault sich auch in den Bereichen gehobene Mittelklasse und Luxusautos stärken. Bis 2010 würden acht Modelle in dieser Klasse auf den Markt gebracht. Aber auch das Billigauto Logan der rumänischen Tochter Dacia soll ab 2009 mit sechs Modellen einen breiteren Kundenkreis ansprechen. In Paris präsentiert Renault eine Kombiversion des Logan.

Bis zum 15. Oktober will Ghosn klären, ob das von ihm geführte Bündnis Renault-Nissan um General Motors/Opel erweitert wird. Zum Verlauf der Gespräche mit den Amerikanern äußerte sich Ghosn nicht. Die Vorstellungen darüber, wo und in welchem Umfang der Dreibund Synergien schöpfen könnte, gehen offenbar stark auseinander. Mit einem Absatz von mehr als 15 Millionen Autos würde der Dreibund ein Viertel des Weltmarktes beherrschen und 327 Milliarden Dollar umsetzen. Der Renault-Konzern kam im ersten Halbjahr 2006 auf 21,5 Milliarden Euro Umsatz und einen Überschuss von 1,66 Milliarden Euro.

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