Renault/Nissan

Scheidung in Deutschland

Nissan

Die Autobauer Renault und Nissan werden in Deutschland künftig wieder verschiedene Wege gehen. Die Renault Nissan Deutschland AG soll in den kommenden zwölf Monaten aufgelöst werden, sagte eine Nissan-Sprecherin am Dienstag (14.3.) in Brühl und bestätigte damit Presseberichte.

"Die Allianz ist nicht gescheitert. Grund für den geplanten Schritt ist die Neuaufstellung von Nissan in Europa." Ob es Folgen für die derzeit rund 1.000 Beschäftigten von Renault und Nissan am Sitz der Unternehmenszentrale in Brühl geben werde, sei noch unklar. Sie gehören mehrheitlich zu Renault. Die Nissan-Zulassungen waren 2005 deutlich gesunken. Renault und Nissan sind auf Konzernebene eng verflochten.

Laut Nissan soll das Deutschland-Geschäft mit der Schweiz und Österreich zusammengelegt werden. Die Nissan-Zentrale werde dabei am Standort Brühl bleiben. Das Holland-Geschäft werde neu Frankreich zugeschlagen, Portugal und Spanien sollten zusammengeführt werden. Darüber hinaus werde es bei den bestehenden drei Zentralen Osteuropa (Russland und Ukraine), Zentraler Osten (Tschechien, Slowakei, Polen und Ungarn sowie Norden (skandinavische Länder) bleiben. 2005 war die Zahl der Nissan-Zulassungen um 14 Prozent auf 57.500 gesunken, für 2006 werden 60.000 Zulassungen angepeilt.

Zu der Neuaufstellung gehöre auch die Umstrukturierung des Vertriebsnetzes in Deutschland, sagte die Sprecherin. Hauptziel sei es, die bundesweit noch 80 offenen Verkaufsgebiete - etwa Stuttgart und München oder ländliche Gebiete und mittlere Städte in Ostdeutschland - für Nissan zu besetzen. Es werde derzeit mit mehreren Investoren verhandelt, die in den strategisch wichtigen Gebieten für Nissan mehrere Händlerbetriebe öffnen sollten. Den bisherigen 420 Vertragspartnern sei zunächst bis Ende 2007 gekündigt werden. Zwei Drittel dieser Händler würden aber voraussichtlich einen neuen Vertrag erhalten.

Mittelfristig soll der Nissan-Marktanteil in Deutschland damit von 1,63 (2005) auf drei Prozent gesteigert werden. Innerhalb Europas seien Großbritannien und Spanien, wo die Nissan-Modelle gefertigt werden, die wichtigsten Märkte. Die Renault Nissan Deutschland AG hatten nach den jüngsten vorliegenden Zahlen für 2004 ihren Jahresüberschuss auf 37,5 Millionen Euro (2003: 29,5 Millionen ) gesteigert und die Umsatzerlöse mit 1,33 Milliarden Euro stabil gehalten.

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