Renault Spionageaffäre

Renault-Vizechef muss gehen

Renault, Logo, Produktion, Unternehmen Foto: Renault

Nach einer vermeintlichen Spionageaffäre muss Renault-Vize Patrick Péleta seinen Stuhl räumen. Bis sein Nachfolger feststeht, bleibt er allerdings im Amt.

Der Vizechef des französischen Autobauers Renault, Patrick Péleta, ist im Zuge einer Affäre um falsche Spionagevorwürfe im Konzern zurückgetreten. Der 55-Jährige zog am Montag die Konsequenzen aus schwerer Kritik an der Unternehmensleitung. Untersuchungsberichte hatten zahlreiche Missstände und Fehler offengelegt - insbesondere in Bezug auf die Kontrolle der
Sicherheitsabteilung des Konzerns.

Péleta werde bis zu seinem Ausscheiden bei Renault weiter das operationelle Geschäft führen, teilte der Autobauer am Abend nach einer außerordentlichen Verwaltungsratssitzung in Paris mit. Danach werde er eventuell andere Aufgaben in der gemeinsamen Allianz mit Nissan wahrnehmen.

Bis jetzt kein Nachfolger - noch mehr Entlassungen

Einen Nachfolger für den Manager präsentierte das französische Unternehmen zunächst nicht. Als Konsequenz aus der Affäre will sich Renault allerdings von weiteren Führungskräften trennen. Darunter sind Sicherheitschef Rémy Pagnie und der Leiter der Rechtsabteilung, Christian Husson. Hintergrund der Affäre waren Anschuldigungen gegen drei Renault-Manager, die zu deren fristloser Entlassung führten. Später stellt sich allerdings heraus, dass der Autobauer auf einen Betrüger aus der eigenen Sicherheitsabteilung hereingefallen war. Dieser hatte dem Konzern versichert, dass ranghohe Mitarbeiter strategische Informationen über die Entwicklung von Elektroautos an die chinesische Konkurrenz weitergeben würden.

300.000 Euro für Falschinformationen

Für die Informationen, die sich später als falsch herausstellten, hat Renault nach Angaben der Staatsanwaltschaft mehr als 300.000 Euro bezahlt. Die zu Unrecht Beschuldigten werden nun entschädigt. Eine prinzipielle Einigung sei bereits erzielt worden, teilte Renault am Montagabend mit. Péleta arbeitet seit 1984 für den zweitgrößten französischen Autobauer nach PSA Peugeot Citroën. Seit 2008 ist er die Nummer zwei im Konzern nach Carlos Ghosn. Ghosn hatte sich bereits nach Bekanntwerden des Betrugs Mitte März bei den drei Managern entschuldigt. Seinen eigenen Rücktritt schloss er allerdings aus.

Regierung kritisiert Renault-Führung

Hochrangige französische Politiker wie Industrieminister Eric Besson hatten zuletzt gefordert, "Lehren aus dem schweren Versagen" der Unternehmensleitung zu ziehen. Wirtschaftsministerin Christine Lagarde sagte am Montagmorgen dem Rundfunksender France Inter: "Der Bericht zeigt, dass es offensichtliches Fehlverhalten gegeben hat." Der Staat hält bei Renault 15 Prozent der Anteile.

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