Rußfilter-Skandal

Jetzt über 45.200 Fehlsysteme

Foto: dpa

Im Rußfilterskandal gibt es weitere betroffene Autofahrer. Nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) wurden die von einigen Firmen produzierten Fehlsysteme bis 20. März in 45.237 Diesel-Autos eingebaut.

Das wären gut 5.200 mehr als zunächst von der Bundesregierung genannt, wie aus einem der dpa vorliegenden Schreiben des KBA an das Bundesverkehrsministerium hervorgeht. Darin zeigt sich zugleich die anhaltende Bereitschaft der Autofahrer, ihre gebrauchten Diesel-Pkw mit 330 Euro Steuerentlastung nachzurüsten: Das waren bis zum genannten Stichtag 285.707 Einbauten im Vergleich zu 170.000 im Herbst.

Filteraustausch sei zum Erliegen gekommen

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) geht von 60.000 "verbauten Betrugsfiltern" aus. Der Filteraustausch sei inzwischen völlig zum Erliegen gekommen. Die DUH forderte Umweltminister Sigmar Gabriel und Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (beide SPD) auf, anzuerkennen, dass die mit Werkstätten vereinbarte Kulanzregelung eines kostenlosen Filtertauschs gegen funktionierende Systeme gescheitert sei. "Nur durch den amtlichen Widerruf der Zulassungen wird der Filteraustausch in Gang kommen", sagte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch. "Das Instrument der freiwilligen Selbstverpflichtung ist einmal mehr gescheitert."

Im Herbst waren die Produktion von nicht funktionierenden Feinstaub-Filtern durch drei Hersteller und ein teilweise "betrügerischer" Verkauf der Anlagen bekanntgeworden. Die Zahl von 45.237 Fehleinbauten verteilt sich so: 35.050 auf die Firma GAT, 6.516 auf Tenneco und 3.671 auf Bosal. Gabriel hatte gehofft, durch die Kulanzregelung einen schnellen Austausch durch funktionierende Systeme mit hoher Filterwirkung zu erreichen. Dies hat sich laut DUH nicht bewahrheitet. Die betroffenen Fahrzeuge pusten damit weiterhin den krebserregenden Dieselruß aus und dafür wurden sogar noch 330 Euro Steuersubvention kassiert. Den Autohaltern drohen Nachzahlung und Entzug der Betriebserlaubnis.

Während sich kleinere Werkstätten zum Umtausch bereiterklärt hatten, haben sich laut Umwelthilfe große Werkstattketten wie A.T.U. der Vereinbarung entzogen. Jetzt berichteten betroffene Autofahrer sogar von konsequenter Verzögerung, berichtete Resch. Danach gebe es einen Deal. "Nach dieser Vereinbarung erhält A.T.U. keine Rückerstattung für einen Sofortaustausch unwirksamer Filter durch wirksame Systeme alternativer Hersteller von GAT, wenn der Austausch vor September 2008 stattfindet."

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