Russland drosselt Öl-Produktion

Russland hat im wochenlangen Streit mit der OPEC um die Drosselung seiner Ölproduktion nachgegeben.

Russland hat im wochenlangen Streit mit der OPEC um die Drosselung seiner Ölproduktion nachgegeben. Premierminister Viktor Khristenko erklärte, dass das Land bereit sei, die Öl-Exporte zu verringern, um „die Preise auf dem Weltmarkt wieder zu stabilisieren“. Zuvor hatte es noch geheißen, dass eine Entscheidung frühstens am Freitag (23.11.) bei einem Treffen von Vertretern der großen Ölgesellschaften mit dem Regierungskabinett fallen würde.

Genug Kapazitäten in Russlands Raffinerien

Simon Kukes, Präsident des drittgrößten russischen Öl-Unternehmens Tyumen Oil Co., sagte beim „International Oil Forum“ in Moskau, eine Drosselung der Exportmenge sei nicht schwierig zu erreichen. Es sei zwar „praktisch nicht möglich, Öl zu lagern, aber raffinierte Produkte sind bis zu einem Monat haltbar“. Russische Raffinerien verfügten über genügen freie Kapazitäten, jetzt müsse nur noch darüber verhandelt werden, welches Unternehmen wieviel weniger Öl exportieren solle. Er schlage eine Lösung proportional zur Höhe der bisherigen Ausfuhren vor.

Staatshaushalt hängt von Öl ab

Die rasche Lösung des Konflikts zwischen dem drittgrößten Ölexport-Landes der Welt und der OPEC kommt nicht ganz überraschend. Andrej Illiarionioff, öknomischer Ratgeber von Präsident Putin, hatte die Vereinigung der erdölexportierenden Länder zwar noch am Mittwoch (21.11.) dieser Woche als „unverlässlichen Partner“ und als „historisch überholte Organisation“ bezeichnet, ein Fünftel des russischen Staatshaushaltes hängt jedoch vom Ölpreis ab. Das Budget für das Jahr 2002 befindet sich zum Beispiel gerade noch in der dritten Lesung des Parlaments, weil die Zahlen auf der Basis eines Worst-Case-Szenarios von 18,50 Dollar pro Barrel Öl kalkuliert worden waren. Ein weiterer Kredit von der Weltbank zur Finanzierung des Haushaltes war nicht ausgeschlossen worden.

Niedriger Ölpreis hat erzieherischen Effekt

Denn Russland, so meinten viele Experten, dürfe sich aus verschiedenen Gründen der OPEC-Forderung nicht beugen. Als verläßlicher Öllieferant könne das Land die Beziehungen zu den USA und den westeuropäischen Ländern weiter verbessern. „Eine steigende Abhängigkeit des Westens von russischem Öl und Gas würde die Integration mehr als alles andere fördern und den freundlichen rhetorischen Reden der letzten Zeit mehr Substanz verleihen“, kommentierte die „Moscow Times“. Außerdem habe eine niedrigerer Ölpreis einen erzieherischen Effekt auf die russische Regierung.

Ölpreis pendelt sich wieder ein

Putin selbst hatte dies kürzlich in einem Gespräch mit US-Journalisten zugegeben. „Sinkende Ölpreise“, sagte er, „würden uns zu zusätzlichen Maßnahmen und einer Verbesserung sowohl der administrativen Praxis als auch anderer Bereiche zwingen.“ Dies muss nun nicht mehr unbedingt passieren, denn die Ölpreise werden jetzt wieder steigen. Falls Russland dem Drängen der OPEC nicht statt gegeben hätte, wäre der Preis für ein Barrel nach Expertenmeinung bis Jahresende auf 13 Dollar gesunken, nun wird erwartet, dass er sich 2002 zwischen 19 und 23 Dollar einpendelt.

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