Sachsenring

AfriCar für Afrika

Die insolvente Sachsenring AG möchte einen preisgünstigen Kleinwagen für den afrikanischen Markt entwickeln.

Entsprechende Pläne für das AfriCar wurden gestern beim Wirtschaftsgipfel des Economic Forums Deutschland in Kronberg präsentiert. Eine Wiederauferstehung des legendären Trabants bedeute dies aber definitiv nicht, sagte Stefan Christ, Leiter des Vertriebs bei Sachsenring, gegenüber auto.t-online.de. „Obwohl einige Zeitungen schon geschrieben haben, dass der Trabbi wieder gebaut wird – ein Trabant wird das AfriCar ganz sicher nicht.“

Der deutsche Unternehmer Peter Mandos war vor einiger Zeit an Sachsenring herangetreten. Gemeinsam mit einem südafrikanischen Freund war ihm aufgefallen, dass ein in Afrika gebautes preiswertes Fahrzeug eine echte Marktlücke wäre. Der durchschnittliche afrikanische Autofahrer gibt ihren Berechnungen nach 26 Monatslöhne für einen Wagen aus, das wären 3.000 Euro. Mehr dürfte ein für viele erschwingliches AfriCar dann auch nicht kosten. Zudem müsste es Platz für einen großen Wassertank haben, damit Wüstengebiete sicher durchquert werden können. Die Ladefläche sollte außerdem sehr geräumig sein, eine Diebstahlssicherung wäre ebenfalls ein unbedingtes Muss. Der luftgekühlte Trabant-Zweitakt-Motor wäre mit seinem extrem niedrigen Treibstoffverbrauch für den afrikanischen Markt ideal. Mit diesen Vorgaben machten sich drei Mitarbeiter von Sachsenring an erste Planungen. Rahmenvorgaben, Zeitpläne und Abläufe wurden von ihnen konzipiert, der nächste Schritt wäre die Erstellung einer Machbarkeitsstudie. Dazu werden eine Million Euro benötigt. „Damit können wir dann ein Grobkonzept und auch ein CAD-Datenwerk erstellen, das eine Fabrik in Südafrika simulieren kann“, erklärt Christ. Dabei gebe es durchaus auch Risiken: „Die Machbarkeits-Studie kann auch ergeben, dass sich das Ganze nicht rechnet – dann müssten die Zielkorridore geändert werden. Das bedeutet, dass entweder die Technik des Autos verändert werden müsste oder der Endpreis etwas höher liegen würde.“

Peter Mandos sucht derzeit noch interessierte Investoren, die der Idee eine Chance geben wollen „und erst einmal in Vorleistung treten“. Der Bedarf für ein solches preiswertes Modell scheint sehr groß zu sein, erste mögliche Kunden meldeten sich bereits in Zwickau. Christ berichtet: „Die Reaktionen sind bisher sehr, sehr positiv. Es haben sich sogar schon afrikanische Geschäftsleute bei uns gemeldet, die das AfriCar gern in ihren Ländern vertreiben wollen.“

Könnte das afrikanische Auto denn vielleicht auch die derzeit noch 600 Arbeitsplätze beim seit zwölf Monaten in Insolvenz befindlichen ehemaligen Rennpappen-Bauer retten? „Das Projekt ist für uns zunächst einmal eine interessante Herausforderung. Wir würden den Wagen ja nicht bauen, aber unser Know How transferieren, es geht ja nicht nur um die Fertigung, sondern auch um den Vertrieb.“

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