Sandvik LH514

Scherben nach autonomer Baggerfahrt durch Glaslabyrinth

Sandvik Autonomer Bagger Sandvik Autonomer Bagger Sandvik LH514 Sandvik LH514 18 Bilder

Der Baumaschinenhersteller Sandvik schickt einen 38 Tonnen schweren Minen-Bagger autonom durch ein 1.740 Quadratmeter großes Glaslabyrinth. Am Ende des Experiments gab es einen gewaltigen Scherbenhaufen – und ein breites Grinsen.

Aus Schweden kommen seit 20 Jahren Minen-Baumaschinen, die völlig autonom unter und über Tage fahren. Jetzt zeigt Björn Rosengren Chef des Baumaschinenherstellers Sandvik, dass auch Tonnen schwere Maschinen zentimetergenau autonom fahren können – und, dass die Schweden einen einmaligen Humor haben.

Protagonist des Experiments ist ein fahrerloser, unbeladener Minen-Bagger Sandvik LH514 mit einem Gewicht von 38,1 Tonnen. Das zulässige Gesamtgewicht mit Ladung beträgt 52,1 Tonnen. Angetrieben wird er von einem 348 PS und 1.770 Newtonmeter starken sowie 12,78 Liter großen Reihensechszylinder-Dieselmotor aus dem Hause Volvo. Das Einsatzgebiet des 11,15 Meter langen und 3,00 Meter breiten Baggers liegt normalerweise in Minen, die bis zu 1.500 Meter unter Tage oder bis zu 3.000 Meter über Tage liegen können. Per Viergangautomatik wird die Kraft an die 36 Zoll großen Räder geleitet. Bis zu 32,7 Kilometer pro Stunde schnell ist der Sandvik LH514. Im halbbeladenen Betrieb verbraucht er 33 Liter pro Stunde. Sein Treibstofftank fasst 560 Liter und der Wendekreis misst 14,20 Meter.

Sandvik LH514 zerstört 589 Glasscheiben

Sandvik Autonomer Bagger Foto: Sandvik
589 Glasscheiben und ein 38 Tonnen-Bagger sorgen für ein spannendes Experiment.

Umso erstaunlicher ist die Durchführung des Experiments: Der fahrerlose Bagger rollt im Arctech Helsinki Shipyard in Helsinki präzise durch ein gewaltiges Glaslabyrinth auf 1.740 Quadratmetern (30 x 58 Meter) mit 589 Glasscheiben, die je 2,8 Meter hoch und 60 Zentimeter breit sind. Erst unter vollem Scheinwerferlicht, später im Dunkeln. Die Daten für die autonome Fahrt bezieht der Bagger, wie auch unter Tage, wo kein GPS verfügbar ist, aus Lasern, Karten und einem zuvor einprogrammierten Weg. Überwacht wird die Fahrt von einem Einsatzleiter in einem Kontrollraum, der beim regulären Betrieb über Tage, also bis zu 1.500 Meter über der fahrenden Maschine liegt.

Die Schweden wären nicht die Schweden, wenn sie am Ende des Experiments nicht sehenswert beweisen würden, dass die aufgestellten Glasscheiben echt sind: Mit einem breiten Grinsen im Gesicht übernimmt Björn Rosengren die Befehlsgewalt über den Bagger und sorgt für eine splitternde Beweisführung, in dem er einfach durch sämtliche Glaswände fährt.

Erstmals kompletter Arbeitsgang autonom möglich

Dass der Bagger im autonomen Modus keine Scheibe getroffen hat, ist natürlich kein Zufall. Seit über 20 Jahren und mit über zwei Millionen Arbeitsstunden sind die Sandvik-Bagger im autonomen Modus in Minen rund um den Globus im Einsatz – ohne einen Unfall, bei dem Menschen involviert gewesen wären. Neu ist allerdings, dass nun die Beladung und damit der gesamte Arbeitsvorgang vollautomatisiert durchgeführt wird. „Es war keine einfache Aufgabe. Du musst die verschiedenen Typen von Minen und Steinen berücksichtigen. Aber wir haben es geschafft und sind jetzt die einzigen, die dieses Auto-Lade-Funktion anbieten“, schwärmt Jouni Koppanen, Chefingenieur im Bereich Automation bei Sandvik.

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