Schaeffler/Conti

Festhalten an Fusion von Autozuliefersparten

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Die angeschlagene Schaeffler-Gruppe will trotz finanzieller Schwierigkeiten an der Fusion ihrer Autozuliefersparte mit der von Continental festhalten. "Wir werden weiter an der Zusammenführung der beiden Automotive-Bereiche arbeiten und sind zuversichtlich, dass das jetzt kooperativ und ohne Störungen weiter vorangeht", sagte Schaeffler-Sprecher Detlef Sieverdingbeck am Dienstag (10.3.).

Schaeffler hatte die Übernahme von Continental vor allem mit der Fusion der Autozuliefersegmente begründet. Derweil forderte einem Medienbericht zufolge auch Bayerns früherer Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) Staatshilfen für Schaeffler.

  

Beckstein für Staatshilfe

Ohne Schaeffler wäre die Region wirtschaftliches Notstandsgebiet, sagte der Politiker dem Online-Portal "sueddeutsche.de". "Insgesamt geht es bei der Rettung von Schaeffler um doppelt so viele Arbeitsplätze wie bei Opel." Staatliche Hilfe sei daher notwendig. Ohne die Finanzkrise und den Konjunktureinbruch wären die Pläne von Schaeffler mit Conti aufgegangen, sagte er. Schaeffler ist wegen der auf Pump finanzierten Übernahme des Konkurrenten Continental hoch verschuldet, hat einen Kapitalbedarf von bis zu sechs Milliarden Euro und bittet um Staatshilfen.

Konkrete Angaben zum zeitlichen Ablauf der Fusion beider Autozuliefersparten machte der Schaeffler-Sprecher nicht. Er betonte lediglich: "Die Fusion ist sicher kein Vorgang, der in den nächsten Monaten abgeschlossen sein wird." Sieverdingbeck bezog sich auf einen Bericht des "Handelsblatts", wonach Schaeffler die Pläne für eine Fusion ihrer Autozuliefersparte mit der von Continental auf Eis gelegt habe.

Hohe Verschuldungen belasten

Wegen der hohen Verschuldung gebe es derzeit genug Probleme zu bewältigen, berichtete das Wirtschaftsblatt unter Berufung auf Industriekreise. "Wenn man da die Synergien ohne einen großen Zusammenschluss bergen kann, belastet das die Organisation nicht zusätzlich", hieß es weiter. Der Zusammenschluss zu einer gemeinsamen Automotive-Sparte könne sich daher um mehrere Jahre verzögern. Die Projekte etwa für einen gemeinsamen Einkauf von Schaeffler und Conti oder die Entwicklung von neuen Produkten sollen aber vorangetrieben werden. Bei einer Fusion der beiden Sparten seien komplexe rechtliche und steuerliche Probleme zu klären, hieß es in Industriekreisen. "Das ist ein riesiger Brocken, den man zusätzlich schultern müsste."

Arbeiten am Zukunftskonzept

Unterdessen forderte der Gesamt- und Konzernbetriebsrat der Schaeffler-Gruppe alle Beteiligten dazu auf, bei der Rettung des Konzerns endlich an einem Strang zu ziehen. Die Eigentümerfamilie Schaeffler müsse sich als "Ankerinvestor" weiter industriell engagieren. Die kreditgebenden Banken müssten Schaeffler und den Verbund Schaeffler/Conti durch die Krise führen. Führungskräfte und Belegschaft forderte die Arbeitnehmervertretung dazu auf, trotz Kurzarbeit und Entgeltverzicht weiter zum Unternehmen zu stehen.

Das Familienunternehmen aus Herzogenaurach erarbeitet derzeit mit den Banken ein Zukunftskonzept. In der Branche gilt es als möglich, dass die Banken Kredite in Eigenkapital, also Aktien und Anteile, umwandeln und damit bei Schaeffler faktisch das Sagen bekommen. Für die Eigentümer Maria-Elisabeth Schaeffler und Sohn Georg Schaeffler könnte dann nur noch eine Minderheitsbeteiligung übrigbleiben.

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