Schaeffler

IG Metall warnt vor Zerschlagung des Konzerns

Foto: Schaeffler

In der Diskussion um Staatshilfen für den angeschlagenen Autozulieferer Schaeffler/Conti hat die IG Metall vor einer drohenden Zerschlagung des Konzerns gewarnt.

"Das wäre für die Standorte und die Arbeitsplätze absolut kontraproduktiv", sagte der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Erlangen, Wolfgang Niclas, am Montag (16.2.) in einem Gespräch mit der dpa. Die Übernahme des Hannoveraner Autozulieferers Continental durch Schaeffler sei industriepolitisch richtig gewesen.

"Hier wurden unterschiedliche Segmente zusammengeführt, das haben wir begrüßt", sagte der Gewerkschafter. Wenn die hoch verschuldete Gruppe nun zerlegt werde, "wäre zu befürchten, dass wesentliche Teile wegbrechen", sagte Niclas.

80.000 Arbeitsplätze in Deutschland betroffen

Finanzinvestoren könnten sich die lukrativen Unternehmensbereiche herauspicken und versuchen, möglichst viel Rendite zu erzielen. "Die Bereiche aber, die jetzt "mitgezogen" werden, denen würde die Schließung drohen", sagte Niclas. Von der Schieflage der Gruppe sind rund 220.000 Arbeitsplätze betroffen, davon 80.000 in Deutschland.

Kernschmelze für die Automobilzulieferindustrie

Schaeffler bittet Berichten zufolge um staatliche Bürgschaften in Höhe von rund vier Milliarden Euro. In der Politik werden Staatshilfen aber kontrovers diskutiert. In einer Studie der Managementberatung Oliver Wyman wird dagegen vor einem Kollaps des Schaeffler-Konzerns gewarnt. Der Wyman-Zulieferexperte Jan Dannenberg schrieb darin, ein Kippen von Schaeffler käme einer "Kernschmelze" für die Automobilzulieferindustrie gleich. Schaeffler und Continental seien für den deutschen Automobilbau das, "was Lehman Brothers für die Bankenwelt in den USA war". "Ich stimme diesen Aussagen in der Tendenz voll und ganz zu", sagte der Erlanger IG Metall-Chef Niclas.

Versammlung am Dienstag

Auf einer Mitgliederversammlung in Herzogenaurach will die IG Metall an diesem Dienstag (17. Februar) die Beschäftigten über die aktuelle Situation informieren. Dabei sollen die Forderungen der Arbeitnehmervertreter ebenso diskutiert werden, wie die Finanzsituation der Schaeffler-Gruppe und die mögliche Unterstützung durch die Politik. Zu der Versammlung werden auch der bayerische IG Metall-Chef Werner Neugebauer und der Konzernbetreuer der Gewerkschaft für die Schaeffler-Gruppe, Wolfgang Müller, erwartet.
 

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