Schaeffler meldet Conti-Übernahme bei EU an

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Der Autozulieferer Schaeffler hat am Freitag (17.10.) weitere formale Schritte zur Übernahme der Continental AG eingeleitet. Das Schaeffler-Management wollte noch im Tagesverlauf den sogenannten finalen Entwurf für die Anmeldung der Conti-Übernahme bei der EU-Kommission einreichen, wie vom Unternehmen zu erfahren war.

Die EU-Kommission prüft, ob Schaeffler mit der Conti-Übernahme womöglich eine marktbeherrschende Stellung erlangt. Das fränkische Familienunternehmen Schaeffler hatte sich im August nach einer wochenlangen Übernahmeschlacht mit dem wesentlich größeren DAX-Unternehmen Conti auf ein umfassendes Engagement bei dem Hannoveraner Autozulieferkonzern geeinigt. Spekulationen über einen möglichen Verkauf der Conti-Reifensparte an den Reifenhersteller Michelin sind derweil der Boden entzogen worden, nachdem die Franzosen auf kartellrechtliche Probleme hingewiesen haben.

Schaeffler-Sprecher Detlef Sieverdingbeck sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa am Freitag zum EU-Antrag: "Wir stehen in ständigem Kontakt mit der zuständigen Arbeitsgruppe bei der EU-Kommission." Schaeffler gehe davon aus, "dass das Verfahren dann zügig im Rahmen der normalen Fristen zum Abschluss gebracht wird", fügte er hinzu.

Die EU-Kommission hat nach der offiziellen Anmeldung nach Schaeffler-Angaben eine Frist von 25 Tagen, um sich zu äußern. Bis spätestens 6. März 2009 muss die EU-Kommission eine Entscheidung getroffenen haben. In Kreisen der Schaeffler AG rechnet man damit, dass die Brüsseler Einschätzung aber weitaus früher fällt.

Schaeffler hat den Conti-Aktionären im Sommer angeboten, ihre Aktien zum Preis von 75 Euro zu übernehmen. Die Conti-Führung hatte nach anfänglichen Widerständen den Einstieg der Franken akzeptiert. Im Gegenzug hatte sich Schaeffler bereiterklärt, maximal 49 Prozent der Anteile zu übernehmen. Wegen des stark gefallenen Conti-Kurses wurden dem fränkischen Familienunternehmen jedoch rund 90 Prozent der Aktien angeboten. Marktgerüchte, wonach Schaeffler wegen der Bankenkrise inzwischen Finanzierungsprobleme habe, wies die Schaeffler-Führung mehrfach zurück.

Unterdessen ist ein möglicher Verkauf der Conti-Reifensparte nach Frankreich eher unwahrscheinlich geworden. Nach Ankündigung der Übernahme von Continental durch Schaeffler hatte der französische Reifenhersteller Michelin zunächst Interesse an der Reifensparte des deutschen Konkurrenten bekundet. "Michelin und Continental würden zusammen eine Größe erreichen, die in vielen Ländern nicht mit dem Kartellrecht vereinbar wäre", sagte Mitgeschäftsführer Didier Miraton am Freitag am Unternehmenssitz in Clermont-Ferrand.

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