Schefenacker kann aufatmen

Foto: Schefenacker

Update +++ Der finanzielle angeschlagene Automobilzulieferer Schefenacker ist gerettet. Die Hauptkreditgeber und der Gesellschafter haben sich auf einen Plan zur Restrukturierung der Verbindlichkeiten (rund 450 Millionen Euro) geeinigt, teilte Schefenacker am Freitag (9.2.) mit.

Damit endet ein monatelanges Ringen, bei dem die Gewerkschaften um die rund 7.900 Arbeitsplätze bangten, Topmanager entlassen wurden und die Autobauer um den Fortgang ihrer Produktion wegen fehlender Teile fürchten mussten.

"Die Mitarbeiter waren nicht Gegenstand der Verhandlungen" sagte ein Schefenacker-Sprecher. Für sie ändere sich nichts. In Deutschland sind in mehreren Werken rund 1.700 Menschen in den Bereichen Autospiegel, Leuchten und Sound beschäftigt.

Schefenacker beliefert unter anderem DaimlerChrysler und VW mit Rückspiegeln. Die Hersteller hatten sich stark dafür eingesetzt, dass die Produktion bei Schefenacker weiterläuft - dafür hätten Sie auch auf die branchenüblichen Preisnachlass-Forderungen verzichtet, hieß es in Branchenkreisen.

Konzentration auf das Kerngeschäft: Autospiegel

Durch die Vereinbarung mit Fonds als Hauptgläubigern und Alleineigentümer Alfred Schefenacker würden der jährliche Aufwand für die Zinszahlungen halbiert und dem Unternehmen 55 Millionen Euro neue flüssige Mittel zugeführt. Schefenacker als einer der weltgrößten Autospiegelproduzenten werde sich auf das Kerngeschäft konzentrieren und sein Leuchtengeschäft ausgliedern und möglicherweise verkaufen. In diesem Bereich sind in Deutschland etwa 1.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Schuldensumme von 450 Millionen Euro setzt sich aus einer Anleihe in Höhe von 200 Millionen Euro sowie Bankverbindlichkeiten von 250 Millionen Euro zusammen, die an Spezialfonds verkauft worden waren. So soll die Umstrukturierung laufen: Die Anleihegläubiger sollen ihre Forderungen in fünf Prozent der neu strukturierten Anteile der Holding-Gesellschaft der Schefenacker Gruppe umwandeln. Diese ist eine Plc nach britischem Recht mit Sitz in Portchester in England. 250 Millionen Euro werden in verschiedene Kredit – und Finanzierungsformen umgewandelt, 55 Millionen Euro fließen als frische Mittel an Schefenacker. "Wir restrukturieren die Finanzverbindlichkeiten, ohne den Geschäftsablauf auch nur eines einzigen Unternehmens der Schefenacker zu beeinträchtigen", sagte Stephen Taylor, der derzeit das Unternehmen als Finanzsanierer leitet.

Das Spiegelproduktion soll ihre Zentrale in Portchester erhalten, wo sich das größte Werk von Schefenacker befindet. Nach der Restrukturierung werden die Anteile der Holdinggesellschaft vorbehaltlich der Beteiligung der Anleihegläubiger in Höhe von fünf Prozent von den Hauptkreditgebern und Alfred Schefenacker gehalten. Einzelheiten wurden nicht genannt, aber in Branchenkreisen hieß es, dass Schefenacker künftig rund ein Viertel der Anteile halten werde.

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