Schmiergeld-Verdacht bei BMW

Foto: BMW

Die Schmiergeld-Vorwürfe gegen einen Manager des Autobauers BMW weiten sich aus. Es bestehe der Verdacht, dass der inzwischen erneut verhaftete Manager von Mitarbeitern zweier weiterer Zulieferer Beträge in Höhe von 250.000 US-Dollar beziehungsweise 200.000 Dollar erhalten habe, teilte die Staatsanwaltschaft München I am Freitag (7.10.) mit.

Dafür sollten sie bei der Auftragsvergabe sowie beim Erhalt von Insider-Informationen bevorzugt werden. Drei weitere Beschuldigte seien mittlerweile ebenfalls in Haft. "Nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen hat sich auch der neue Tatverdacht erhärtet", hieß es.

Der Leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld bestätigte auf Anfrage, dass es sich bei den beiden Zulieferbetrieben um die bayerischen Unternehmen Grammer (Amberg) und Dräxlmaier (Vilsbiburg) handele. Zwei der weiteren Verhafteten seien Mitarbeiter von Grammer, zu der dritten Person wollte Schmidt-Sommerfeld "aus taktischen Gründen" keine Angaben machen. Bei BMW seien aber keine weiteren Mitarbeiter betroffen. Die drei weiteren Inhaftierten hätten den Vorwurf bisher nicht eingeräumt.

Grammer erklärte am Freitag, man habe die hauseigene Revision mit einer "lückenlosen Sonderprüfung" beauftragt, es sei aber noch zu früh, um über Ergebnisse zu sprechen. Man habe der Staatsanwaltschaft die uneingeschränkte Unterstützung zugesichert. Bei Dräxlmaier wollte sich zunächst niemand zu dem Thema äußern.

Laut Staatsanwaltschaft gab es bereits am 22. September in Zusammenarbeit mit der Korruptionsstelle des Polizeipräsidiums München Durchsuchungen in den Firmenräumen der beiden Zulieferer sowie in den Wohnungen der "verantwortlichen Mitarbeiter". Dabei seien zahlreiche Unterlagen sichergestellt worden, die nun ausgewertet werden müssten. Nach Einschätzung Schmidt-Sommerfelds werden die Ermittlungen noch mehrere Monate in Anspruch nehmen, an eine Anklage sei erst im kommenden Jahr zu denken.

Der frühere BMW-Mitarbeiter aus dem Einkauf war bereits im Juli festgenommen worden, weil er zunächst im Verdacht stand, rund 100.000 Dollar Schmiergeld angenommen zu haben. Im Gegenzug soll er Aufträge bevorzugt an einen Zulieferbetrieb in der Nähe von Zwickau vergeben haben. Auch ein Mitarbeiter dieses Zulieferers wurde seinerzeit festgenommen, er ist nach Angaben Schmidts-Sommerfeld weiterhin in Haft.

Eine BMW-Sprecherin sagte, man habe den Mitarbeiter im Zuge der ersten Durchsuchungsaktion bereits im Juli gekündigt. "Wir haben ein Interesse daran, dass die Unregelmäßigkeiten schnell und umfangreich aufgeklärt werden". Es bestehe weiterhin eine enge Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft. "Wenn uns etwas aufgefallen wäre, hätten wir das selbstverständlich verfolgt", sagte die Sprecherin. Es sei im Interesse des Unternehmens, dass es nicht zu "schiefen Geschäften" komme.

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