Schrempp

Nie Rücktritt geplant

Foto: Daimler-Chrysler

Daimler-Chrysler-Vorstandschef Jürgen Schrempp hat Spekulationen über einen vorzeitigen Rücktritt eine Absage erteilt. Er bleibe bis zum Jahr 2008, sagte Schrempp der "Stuttgarter Zeitung".

"Ich würde keinen Vertrag unterschreiben, den ich nicht erfüllen will", sagte er. Der Aufsichtsrat habe ihn gebeten, bis 2008 weiterzumachen und er habe dem gerne zugestimmt.

Zu den Auseinandersetzungen im Vorstand des Autokonzerns über die weitere finanzielle Unterstützung des angeschlagenen japanischen Autokonzerns Mitsubishi sagte Schrempp, er sei offen für die Argumente der Kollegen, die sich ihre eigene Meinung bildeten. Dies müsse nicht seine Meinung sein. Nach einer kontroversen Diskussion entscheide der Vorstand gemeinsam. "Es ging bei dieser Entscheidung um eine Risikoabwägung, die allen sehr schwer gefallen ist. Insofern ist das für mich ein höchst akzeptabler Vorgang", sagte der Automanager. Die meisten Vorstandsmitglieder hatten im Gegensatz zu Schrempp gegen eine weitere Unterstützung von Mitsubishi gestimmt. Diese Vorschlag war von Schrempp nach seinen Worten dann in den Aufsichtsrat eingebracht worden.

Zu den Gründen für den plötzlichen Abgang des designierten Mercedes-Benz-Chefs Wolfgang Bernhard wollte sich Schrempp nicht näher äußern. "Das ist Sache des Aufsichtsrates und wäre zudem stillos". Die Entscheidung, die nach reiflicher Erwägung getroffen worden sei, habe aber nichts mit Mitsubishi zu tun. Der zeitliche Zusammenhang bei der Bekanntgabe der Entscheidung im vergangenen Donnerstag sei schwierig gewesen - dies sei auch dem Aufsichtsrat klar gewesen. Der Beschluss sei auch für ihn schmerzlich gewesen, sagte Schrempp. "Das sieht der gesamte Vorstand so." Eine Alternative habe es aber nicht gegeben.

Hubbert-Nachfolge noch nicht geregelt

Zur Nachfolge für Bernhard sagte Schrempp lediglich, dass der amtierende Mercedes-Chef Jürgen Hubbert noch einen Vertag bis zum April 2005 habe. "Also haben wir Zeit. Und wir haben fähige Kandidaten."

Schrempp betonte, die Asien-Strategie des Konzerns sei nicht gescheitert. Die strategisch Allianz mit Mitsubishi werde ja nicht aufgegeben. Alle vereinbarten Projekte liefen weiter. "Wir haben uns nicht von Mitsubishi verabschiedet." Er habe außerdem keinen Zweifel, dass Mitsubishi Motors finanziell so ausgestattet werde, dass das Unternehmen weiterarbeiten könne.

Zu Berichten, wonach Daimler-Chrysler seine zehnprozentige Beteiligung am koreanischen Autobauer Hyundai verkaufen wolle, sagte Schrempp, man sei derzeit in Gesprächen. Es werde Veränderungen geben. Er betonte gleichzeitig, dass alle Pkw-Projekte mit Hyundai festgezurrt seien und weiterliefen. Die strategische Notwendigkeit für das Nutzfahrzeug-Joint-Venture sei heute nach der Übernahme von Mitsubishi Fuso geringer. Außerdem erwarte er bald die Genehmigung für das Lkw-Joint-Venture in China.

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