Schwacher Absatz

VW reagiert mit Kostenprogramm

Foto: VW

Europas größter Autohersteller VW reagiert mit Kostensenkungen und einer weiteren Reduzierung der Investitionen auf die anhaltend schwache Autonachfrage sowie den Gewinneinbruch 2003.

Mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket wolle Volkswagen "kurz- und mittelfristig" die Ertragskraft des Konzerns steigern, teilte das Unternehmen nach einer Aufsichtsratssitzung am Freitag (27.2.) in Wolfsburg mit.

Mit dem Programm "ForMotion" solle die Leistungsfähigkeit aller Konzern-Gesellschaften nachhaltig gestärkt werden. Ziel sei es, den Umsatz zu steigern und das Ergebnis zu sichern. Die eingeleitete Modelloffensive werde aber ohne Abstriche fortgesetzt. Dazu zähle etwa der "Golf Plus", sagte ein VW-Sprecher. Das Paket mit sieben Kernpunkten beziehe alle Bereiche des Konzerns ein und finde bereits in der Bilanz 2004 seinen Niederschlag, sagte VW-Chef Bernd Pischetsrieder. Die VW-Aktie legte bis Freitagnachmittag etwas stärker als der DAX um 1,24 Prozent auf 38,37 Euro zu.

Alle Aktivitäten müssen auf den Prüfstand

VW müsse zur Kenntnis nehmen, dass die Konjunktur auf den wichtigsten Automobilmärkten entgegen aller Prognosen noch immer nicht angesprungen sei, hieß es. Auch auf der Währungsseite seien auf absehbare Zeit keine positiven Impulse zu erwarten. Deshalb solle die bereits eingeleitete Prozessoptimierung nochmals deutlich beschleunigt werden. Alle Aktivitäten müssten unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit erneut auf den Prüfstand.

Einzelheiten zu dem Programm - etwa Auswirkungen auf die Zahl der Beschäftigten sowie auf die einzelnen Werke - nannte VW nicht. Ein Sprecher verwies auf die Bilanzpressekonferenz am 9. März. Dort würden Details des Programms vorgestellt.

Aufsichtsrat stimmte Dividenden-Kürzung zu

Im November 2003 erst hatte VW seine Investitionen bis 2008 um elf Prozent zurückgefahren. VW hatte damals angekündigt, bis 2008 wolle das Unternehmen 41,6 Milliarden Euro investieren, vor allem in neue Modelle.

Der VW-Aufsichtsrat stimmte am Freitag zudem der Kürzung der Dividende zu. Sie sinkt für 2003 von 1,30 Euro auf 1,05 Euro je Stammaktie. Erstmals seit mehr als zehn Jahren fällt damit die Dividende niedriger aus als im Vorjahr.

VW verstärke außerdem im Laufe des ersten Halbjahres 2004 die Produktionsressorts im Konzern, hieß es. So werde der Konzernvorstand Produktion, Folker Weißgerber, verstärkt die Verantwortung für den chinesischen Markt übernehmen. Der mexikanische VW-Chef Reinhard Jung übernehme von Weißgerber die Produktionsverantwortung für die Marke VW. Der Leiter des VW-Werkes Wolfsburg, Werner Neubauer, werde Verantwortlicher für die Leitung der Zentralfunktionen des Produktionsressorts auf Konzernebene. Die neu geschaffene Position des Leiters Konzern-Vertriebsstrategie besetze Stefan Jacoby, seit 2001 Präsident der Mitsubishi Motors Europe in Amsterdam.

Das operative VW-Ergebnis nach Sondereinflüssen war 2003 nach vorläufigen Zahlen um 62,6 Prozent auf 1,78 Milliarden Euro eingebrochen. Hauptgründe waren starke Währungsverluste, hohe Anlaufkosten für neue Modelle, Sonderabschreibungen für das Luxussegment sowie die Sanierung des Brasilien-Geschäfts. Beim Hoffnungsträger, dem neuen Golf, gab es zudem Anlaufschwierigkeiten.

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