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Seat Ateca mit Diesel und Frontantrieb gestoppt

2.0 TDI mit Frontantrieb und SCR kommt erst 2018

Seat Ateca, VW Tiguan, Fahrvergleich, AMS1316 Foto: Eugeni Sunyer 48 Bilder

Der Seat Ateca mit 150-PS-Diesel und Frontantrieb kommt erst 2018 und nicht schon, wie angekündigt, im Frühjahr 2017. Das Modell soll Harnstoffeinspritzung (SCR mit AdBlue) bekommen, damit der Motor die Euro-6-Norm einhält.

06.02.2017 Andreas Of 3 Kommentare

Der Seat Ateca mit 150-PS-Diesel und Frontantrieb kommt erst 2018. Damit verzögert sich die Auslieferung dieser Variante etwa um ein Jahr: Ursprünglich war das Modell für Frühjahr 2017 angekündigt worden. Als Grund für die Verzögerung gibt Seat die starke Nachfrage nach dem Ateca an, die Lieferzeiten liegen zwischen vier und sechs Monaten. Gebaut wird das SUV im Skoda-Werk Kvasiny, wo auch der Yeti und der Kodiaq vom Band rollen.

Ateca mit 150 PS und Frontantrieb erst 2018

Seat hatte das neue SUV mit 150-PS-Diesel und Frontantrieb im Herbst 2016 aus dem Programm genommen. Der Grund sind schlechte Abgaswerte. Vor allem die Stickoxide (NOx-Wert) machen Probleme. Anders als beim Allradmodell hatte Seat für den Diesel mit Frontantrieb keine Harnstoffeinspritzung (SCR) vorgesehen. Das wird nun geändert; auch die Frontantriebs-Diesel sollen Harnstoffeinspritzung mit der blauen AdBlue genannten Lösung in einem separaten Tank bekommen.

Tiguan mit EA 288 und SCR leicht über Grenzwert

Dass der Ateca ohne Harnstoffeinspritzung Probleme hat, die Euro-6-Norm einzuhalten, deckt sich mit den Erfahrungen von auto motor und sport. Bei Messungen der Stickoxid-Emissionen im realen Straßenverkehr, die die Redaktion regelmäßig gemeinsam mit Emissions Analytics durchführt, sind zuletzt immer wieder schwerere Fahrzeuge wie Vans und SUV ohne Harnstoffeinspritzung (SCR) mit erhöhten Messwerten aufgefallen. Zwei Beispiele sind der Volvo XC90 und der Renault Espace. Sie übertrafen die Prüfstandswerte um das 15,28- und 10,98-fache. Der VW Tiguan mit Allrad und SCR hingegen emittierte auf der ams Eco-Runde lediglich 0,109 g/km und liegt damit nur um den Faktor 1,36 über dem Grenzwert.

Das derzeit effektivste Mittel zur Reduktion der Stickoxide im Dieselabgas ist das SCR-System mit Harnstoffeinspritzung – die Selektive Katalytische Reduktion. Bei dieser Technologie wird kontinuierlich eine Harnstofflösung (bekannt als „AdBlue“) ins Abgas eingespritzt. Die Hydrolyse (Wasserstoffablösung am Harnstoff NH3) lässt die Stickoxide zu Stickstoff (N2) und mit Sauerstoff zu Wasser (H2O) reagieren.

VW-Konzern-SUV mit SCR

Den EA 288 ohne SCR-Technik hatte auto motor und sport schon in Seat Leon, VW Golf und Audi A3 gemessen – in den Kompakten reicht der NOx-Speicherkat aus. Die anderen SUV im Konzern, Yeti, Tiguan und Kodiaq, haben laut Auskunft der Hersteller in allen Versionen mit dem 2.0 TDI SCR an Bord.

Seat bietet Wechsel auf andere Version an

Laut Seat soll Kunden, die einen Ateca 2.0 TDI mit Frontantrieb bestellt haben, ein Angebot gemacht werden. Ein Leser, der dieses Modell im April vorbestellt hat, berichtet von einem Angebot seines Händlers, für 300 Euro im Monat einen Leon zu leasen, bis sein Ateca geliefert wird oder auf das stärkere Modell mit 190 PS zu wechseln. Von dem Aufpreis von 6000 Euro würde Seat die Hälfte übernehmen. Laut Seat sei der größte Anteil der betroffenen Kunden auf eine der beiden Allradvarianten mit 150 PS und 190 PS starkem Diesel umgestiegen.

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Neuester Kommentar

"Die Hydrolyse (Wasserstoffablösung am Harnstoff NH3) lässt die Stickoxide zu Stickstoff (N2) und mit Sauerstoff zu Wasser (H2O) reagieren."


Falsch! Falsch! Falsch!

Die in das Abgasrohr eingedüste wässrige Harnstofflösung (AdBlue) zerfällt: Das Wasser verdampft und der Harnstoff CH4N2O zerfällt aufgrund der Temperatur zu Ammoniak NH3 und Isocyansäure HNCO (Thermolyse).
Die Isocyansäure reagiert mit dem im Abgas enthaltenen Wasserdampf zu Kohlenstoffdioxid und Ammoniak (Hydrolyse).

Das Ammoniak reagiert anschließend mit Stickstoffdioxid NO2, Stickstoffmonoxid NO und Sauerstoff im SCR-Katalysator in verschiedenen Redoxreaktion zu Wasser H2O und Stickstoff N2.

Wenn ams schon den Eigenanspruch hat, ein "Fachmagazin" zu sein, dann sollten auch physikalische Zusammenhänge (Chemie ist ein Teilgebiet der Physik) richtig dargestellt werden.

Berndili 29. Mai 2017, 16:57 Uhr
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