Seat-Bilanz - weiter hohe Verluste

Seat setzt auf Expansion in Europa

Foto: Seat 49 Bilder

Mit einer verstärkten Expansion auf den europäischen Automärkten will die spanische VW-Tochter Seat ihre Krise überwinden und aus den roten Zahlen herauskommen. "Allein mit Kosteneinsparungen ist Seat nicht zu retten", sagte Seat-Präsident James Muir am Mittwoch (24.3.) auf der Bilanzpressekonferenz in Martorell bei Barcelona.

"Wir müssen entschieden höhere Einnahmen erzielen, und dazu müssen wir mehr Autos verkaufen." Dies könne nur erreicht werden, wenn der Autohersteller nicht allein auf Spanien schaue. "Unser Markt ist Europa."

Gewinnzone noch lange nicht in Sicht

Seat ist das Sorgenkind der Volkswagen-Gruppe. Das Unternehmen fuhr 2009 noch tiefer in die roten Zahlen und registrierte Verluste von 339 Millionen Euro, mehr als viermal so viel wie im Vorjahr. Der Umsatz sank um 15 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro. Die Zahl der verkauften Fahrzeuge ging um 8,5 Prozent auf 337.000 zurück. Trotz der Krise habe Seat 2009 fast 510 Millionen Euro investiert und damit bewiesen, dass es auf die Zukunft setze, betonte Muir.
 
Der Seat-Präsident konnte allerdings nicht sagen, wann die VW-Tochter aus den roten Zahlen herauszukommen hoffe. "In diesem Jahr werden wir noch nicht die Gewinnzone erreichen", sagte er. "Die nächsten drei Jahre sind kritisch für Seat." Für 2012 bereite das Unternehmen eine große Offensive vor mit dem Ziel, sein Werk in Martorell besser auszulasten. In der Fabrik könnten 500.000 Autos im Jahr hergestellt werden. Diese Kapazität werde derzeit nicht einmal zu 60 Prozent genutzt. "Wenn wir die Fabrik nicht auslasten, werden wir auch kein Geld verdienen", betonte der Seat-Präsident. Eine bessere Auslastung habe für Seat derzeit die höchste Priorität. Daher seien für dieses Jahr keine Entlassungen, sondern Neueinstellungen geplant. Das Unternehmen hat 10.400 Beschäftigte.

Wirtschaftskrise in Spanien sorgt für Verluste
 
Die VW-Tochter führte ihre Verluste in erster Linie auf die schwere Wirtschaftskrise in Spanien und den Einbruch des dortigen Automarktes zurück. In Deutschland dagegen konnte Seat die Zahl seiner verkauften Autos um 37 Prozent auf 56.000 erhöhen und in Großbritannien um drei Prozent auf 30.000. In Deutschland stieg der Marktanteil von 1,3 auf 1,5 Prozent.

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