Seat halbiert Stellenabbau

Foto: Seat

Update ++ Die spanische Volkswagen-Tochter Seat streicht nur rund die Hälfte der ursprünglich geplanten 1.350 Arbeitsplätze. Nach einem nächtlichen Verhandlungsmarathon einigten sich Unternehmen und Gewerkschaften am Freitag (16.12.) in Barcelona auf den Abbau von 660 Stellen.

Seat sagte zu, höhere Abfindungen zu zahlen, und stellte entlassenen Mitarbeitern eine Wiedereinstellung in zwei Jahren in Aussicht. Die Gewerkschaften machten ihrerseits Zugeständnisse bei der Flexibilisierung der Arbeitszeiten.

"Die Einigung garantiert eine größere Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens", sagte Seat-Präsident Andreas Schleef. Er räumte jedoch ein, dass die Vereinbarung eine große wirtschaftliche und organisatorische Anstrengung bedeute. Ein Gewerkschaftssprecher sagte, es sei das bestmögliche Ergebnis erzielt worden. Das Übereinkommen wurde allerdings nur von den beiden größten Gewerkschaften UGT und CCOO unterschrieben, die kleinere CGT lehnte es ab.

Aus Protest gegen den Stellenabbau hatten die rund 15.000 Seat-Mitarbeiter innerhalb von drei Wochen zwei Mal für 24 Stunden die Arbeit niedergelegt und für Januar mit neuen Streiks gedroht. Die Unternehmensleitung hatte die harte Haltung der Gewerkschaften kritisiert, zumal Volkswagen erst kürzlich zusätzliche Investitionen von 700 Millionen Euro angekündigt hatte, um Seat wieder auf Vordermann zu bringen.

Das Unternehmen begründet die geplanten Streichungen mit dem Absatzrückgang. Im Jahr 2000 hatte Seat noch 516.000 Fahrzeuge produziert. In diesem Jahr könnte diese Zahl auf 390.000 sinken. Infolge des rückläufigen Verkaufs habe Seat beim Personal einen Überhang von 1.400 Beschäftigten, hieß es. Das Unternehmen hatte zunächst angeboten, die Arbeitszeiten und Löhne um zehn Prozent zu kürzen. Als die Gewerkschaften dies ablehnten, legte Seat seine Pläne für einen Abbau von Arbeitsplätzen vor.

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