Seat sieht tief-rot

Foto: Seat

Die spanische VW-Tochter Seat ist erstmals seit zehn Jahren in die roten Zahlen gerutscht. Der Automobilhersteller verzeichnete 2005 Verluste von 62 Millionen Euro, nachdem er im Vorjahr noch einen Gewinn von 145 Millionen Euro erwirtschaftet hatte.

"Wir haben ein schweres Jahr hinter uns, aber 2006 sieht für Seat sehr vielversprechend aus", sagte der Konzern-Präsident Andreas Schleef am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz in Barcelona. "Dies ist jetzt unsere letzte Chance, aber wir werden sie nutzen."

Im Januar 2006 habe Seat den Absatz um zwölf Prozent gesteigert und in Spanien die Marktführerschaft zurückerobert. "Wir haben die Talsohle durchquert und sind auf dem Weg nach oben", sagte Schleef. Ende vorigen Jahres waren auf Grund des Absatzrückgangs in der Presse Spekulationen aufgekommen, der Mutterkonzern VW wolle die spanische Tochter fallen lassen und die Marke an chinesische Investoren verkaufen. Die VW-Führung wies diese Gerüchte jedoch zurück und bekräftigte, an Seat festzuhalten.

Schleef betonte, dass Seat im Vergleich zur Konkurrenz sich 2005 in Spanien noch beachtlich gehalten habe. In seinem Stammwerk in Martorell habe das Unternehmen 385.000 Autos produziert, 7,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Dies sei der geringste Rückgang in Spanien gewesen. Insgesamt sei die Autoproduktion in dem Land 2005 um 12,6 Prozent auf 2,1 Millionen Fahrzeuge gesunken.

Die Zahl der verkauften Autos der Marke Seat ging im Vergleich zu 2004 um 4,5 Prozent auf 422.000 zurück. Der Umsatz des Konzerns sank um 10,1 Prozent auf 5,27 Milliarden Euro. "Wir werden noch vor 2008 in die schwarzen Zahlen zurückkehren", sagte Finanzchef Jan-Henrik Lafrentz. Seat will sich künftig stärker darum bemühen, das Image der Marke zu verbessern. "Wir haben uns bisher zu sehr auf die Verbesserung der Technik unserer Autos konzentriert", räumte Schleef ein. "Die Öffentlichkeitsarbeit wurde dabei vernachlässigt. Seat ist außerhalb Spaniens nicht ausreichend bekannt."

Der frühere Fiat-Manager Giuseppe Tartaglione solle als neuer Marketing-Chef von Seat dafür sorgen, dass dies anders werde. Damit gibt die Konzernführung indirekt den spanischen Gewerkschaften recht, die immer wieder betont hatten, dass das Hauptproblem von Seat in einer mangelhaften Verkaufsstrategie liege. Der Autokonzern hatte sich Ende 2005 mit den Gewerkschaften auf den Abbau von rund 660 der derzeit 12.700 Arbeitsplätze verständigt.

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