Seat Tarraco (2019)

Alle Daten, Bilder, Sitzprobe und Fahrbericht vom dritten Seat-SUV

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Der dritte Seat-SUV kommt mit zwei Diesel- und zwei Benzinmotoren mit bis zu 190 PS. Allrad oder Frontantrieb, manuelles Getriebe oder DSG, fünf oder sieben Sitze – Seat-Kunden haben ab Dezember 2018 die Wahl. Die Preisliste startet bei knapp 30.000 Euro.

Seat zeigt mit dem Tarraco zum ersten Mal das neue Markengesicht des Unternehmens. Stilprägend sind der breite Grill und neue Voll-LED-Scheinwerfer inklusive einer Tagfahrlicht-Spange. Ungewöhnlich: Die Motorhaube reicht nicht ganz bis zum Frontgrill, sondern lässt eine gut zehn Zentimeter breite Brücke dazwischen. Am Heck ist die Verwandtschaft zum VW Tiguan Allspace deutlich zu erkennen. Allerdings ist die Karosse wesentlich runder als beim deutschen Bruder. Die Seitenspiegel sitzen bei beiden Modellen an den Türen und nicht an der A-Säule.

MQB-A2-Plattform mit VW-Assistenzsystemen

Der neue Seat Tarraco basiert auf der MQB-A2-Plattform des Konzerns und soll das künftige Flaggschiffmodell des spanischen Herstellers sein. Er wird ein Segment über dem Ateca positioniert und so etwas wie die spanische Ausgabe des Skoda Kodiaq oder VW Tiguan Allspace. Während der Seat Arona auf der A0-Plattform basiert, die mit dem kommenden VW T-Cross (Polo-SUV) vergleichbar ist, baut der Ateca auf der A1-Plattform auf, die auch den neuen VW T-Roc (Golf-SUV) trägt. Die Entsprechung der MQB-(Modularer Querbaukasten)-A2-Plattform wäre dann der Tiguan Allspace mit sieben Sitzen. Dieser verfügt über einen Radstand von 2.791 Millimeter (+109 mm gegenüber dem Tiguan). Das entspricht auch exakt dem Radstand des Skoda Kodiaq.

Der Spanier erhält die neuesten Technologien des Konzerns in puncto Fahrerassistenz-Systeme. Dazu gehören Stau-Assistent, Notfall-Assistent, Adaptiver Abstandsregeltempomat, E-Call, Front-Assistent mit Fußgänger- und Fahrradfahrer-Erkennung und ein Pre-Crash-Assistent.

Wie Skoda Kodiaq und VW Tiguan Allspace ist auch der Tarraco als Fünf- oder Siebensitzer bestellbar, in der Länge überragt er die Konzerngenossen aber um vier Zentimeter – 4,74 Metern ist der Spanier lang. In der Breite liegt er mit dem VW gleichauf (1,84 Meter) ist aber mit 1,65 Meter zwei Zentimeter flacher als die Konkurrenten. Der VW Tiguan Allspace bringt rund 1.800 Kilogramm, der Skoda Kodiaq 1.750 Kilogramm auf die Waage – der Seat Tarraco dürfte daher in der gleichen Gewichtsklasse spielen.

Seat Tarraco mit schmalen Sitzen

Seat Tarraco, SUV, Offroad, Allrad, 7-sitzer Foto: Seat
Das Cockpit des neuen Seat Tarraco ist aufgeräumt und leicht zu bedienen.

Im Innenraum fühlt sich der Seat enger an, als er aussieht. Ein Grund sind die schmalen Sitze. Alleine die Vordersitze lassen ungefähr zehn Zentimeter Platz zur Tür. So richtig zu verstehen ist das nicht. Die Sitzhöhenverstellung ist nicht auf allzu große Fahrer vorbereitet: Ab 1,95 Meter bleibt zwischen Frisur und Dachhimmel kaum noch Platz, tiefer stellen geht nicht. Für durchschnittlich große Fahrer dürfte die erhöhte Sitzposition aber vorteilhaft, wenn nicht sogar Kaufargument sein.

Das längs- und höhenverstellbare Lenkrad ist angenehm kompakt und nicht mit zu vielen Schaltern überfrachtet. Acht Zoll groß ist der berührungsempfindliche Bildschirm des Infotainmentsystem auf der Mittelkonsole. Das 10,2 Zoll große, komplett digitale Cockpit lässt sich mithilfe der Dreh- und Druckknöpfe am Lenkrad bedienen. Der Qualitätseindruck der verbauten Materialien bietet auf den ersten Blick keinen Grund zum Meckern.

Dritte Sitzreihe sehr beengt

Seat Tarraco Foto: Seat
Auf den beiden Sitzen in der dritten Reihe können Personen bis maximal 1,80 Meter Körpergröße sitzen.

Im Fond schaut es in puncto Platzangebot ähnlich aus, wie vorn. So bieten die beiden äußeren Sitze zwar einen angenehmen Komfort und auch eine ausreichende Kniefreiheit, doch ist auch hier wieder Platz zur Tür. Der Grund liegt zwar auf der Hand (Platz für einen Fuß, um zu den beiden Plätzen in der dritten Sitzreihe zu steigen), aber das engt die sicher häufiger benutzten Fondsitze in Reihe zwei stark ein. Drei Kindersitze lassen sich hier nicht nebeneinander platzieren. Die beiden Flugzeugtische an den Rückenlehnen der Vordersitze machen einen soliden Eindruck. Schade, dass die herausklappbare Mittelarmlehne ab Werk mit einem integrierten Getränkehalter geliefert wird. Ohne gepolsterte Auflage ist das Teil als Armlehne unbequem. Die leicht erhöhte Sitzposition im Fond knappst zudem deutlich an der Kopffreiheit.

Sollten die beiden Plätze in der dritten Reihe, die sich nur für Mitfahrer bis zu einer Körpergröße von maximal 1,80 Meter anbieten, nicht genutzt werden, können sie einfach umgeklappt werden. Der Vorteil: Aus dem bis dahin kleinen Gepäckabteil (230 Liter Fassungsvermögen), wird ein stattlicher Kofferraum mit 700 Litern. In der fünfsitzigen Konfiguration stehen sogar noch 60 Liter mehr zur Verfügung. Werden die drei Einzelsitze umgeklappt, erweitert sich der 700-Liter-Kofferraum auf 1.775 Liter (Fünfsitzer: 760 – 1.920 Liter).

Zwei Benziner, zwei Diesel, bis zu 190 PS

Seat Tarraco Foto: Seat
Es stehen beim Marktstart zwei Diesel- und zwei Benzinmotoren mit 150 oder 190 PS zur Wahl.

Der Seat Tarraco wird ab Dezember 2018 mit vier unterschiedlichen Motoren konfigurierbar sein. Zwei Benziner und zwei Diesel. Die Benziner sind ein 1,5 Liter großer Vierzylinder, der seine 150 PS über ein manuelles Getriebe nur an die Vorderräder weitergibt sowie ein 190 PS starker, 2,0 Liter großer TSI, der mit einem Doppelkupplungsgetriebe (DSG) und Allrad kombiniert ist. Bei den Dieselmotoren ist das Leistungsverhältnis auf demselben Niveau: Der 2,0 Liter große Turbodiesel hat 150 oder 190 PS. Der Stärkere ist mit DSG und Allrad, der Kleinere sowohl mit manuellem Getriebe und Frontantrieb als auch mit DSG und Allrad erhältlich. Die ersten Tarraco kommen Anfang 2019 auf die Straße.

So fährt der Seat Tarraco

Seat Tarraco Erlkönig Foto: Seat
auto motor und sport-Redakteur Heinrich Lingner durfte den Seat-SUV bereits fahren.

„Da hinauf?“ Der Instruktor sieht den fragenden Blick. „Das geht locker, mit viel oder wenig Gas, ganz wie du magst“, sagt er. Vor uns ragt ein Steilhang in die Höhe, auf dem ein paar Spuren verraten, dass hier normalerweise Cross-Motorräder hochhüpfen. Der Tarraco erklimmt die Steigung locker. Ein Stupser Gas, den Rest erledigt die Steuerungs-Software, welche das XDS-Differenzial, das DSG und die Haldex-Kupplung der fünften Generation verknüpft. Der große Seat kraxelt flink nach oben, bis auf dem Monitor in der Mitte nur noch der Himmel über Katalonien zu sehen ist. Dann plumpst der Bug nach unten, Büsche und die sandige Piste geraten wieder ins Visier der Bugkamera. „Toll, oder?“, fragt der Beifahrer.

In der Tat, derlei Klettertalent scheint dem größten aller MQB-SUV nicht in die Wiege gelegt. Doch er kann es, sogar ohne mechanische Sperren, Untersetzung und mit ganz normalen Straßenreifen. Sekundärtugenden, klar, doch schön, dass der Tarraco sie beherrscht. Dabei hat er sich bereits auf der ersten Probefahrt vom Flughafen in die Berge sehr talentiert gezeigt. Okay, so viel anders als seine Plattformbrüder Skoda Kodiaq und VW Tiguan Allspace fährt er nicht. Und selbst durch die Tarnbeklebung ist zu erahnen, dass die Design-Unterschiede eher gering ausfallen werden.

Mit DSG und DCC

Zweiliter-TDI, Sechsgang-DSG, 190 PS, was soll da schon schiefgehen? Eben, nichts. Der Tarraco schnürt über die nordspanische Autobahn, als wäre er bereits seit Jahren auf dem Markt. Das Instrumentarium ist in blickdichte Matten gehüllt, nur Tacho und Navi sind ausgespart. Sie offenbaren keine Geheimnisse, erinnern an den kleineren Ateca. Die Bedienung ist unprätentiös, alles da, wo man es vermutet. Dazu gehören die Einstellknöpfe fürs DCC, es stand auf „Sport“, daher also das etwas herbe Ansprechen auf Querfugen. In der Komfort-Stellung gibt sich der Tarraco verbindlicher, bügelt auch größere Unebenheiten nieder. Die Spreizung der DCC-Stufen scheint etwas größer als bei Kodiaq und Allspace.Ob wir noch eine Runde drehen wollten, fragt der Instruktor. Na klar – los, Tarraco! Das passt ja dann auch zur Positionierung als Seat-Topmodell, das im Übrigen in Wolfsburg vom Band laufen wird. Ob wir noch eine Runde drehen wollten, fragt der Instruktor. Na klar – los, Tarraco!

Römische Kolonie ist Namensgeber

Seat Tarraco, SUV, Offroad, Allrad, 7-sitzer Foto: Seat
Den Namen des neuen Modells hatte auto motor und sport zunächst aus gut unterrichteten Kreisen erfahren. Der neue große SUV trägt den Namen der römischen Kolonie Tarraco.

Doch was ist eigentlich Tarraco und wer hat diesen Namen bestimmt? Den Namen des neuen Modells hatte auto motor und sport zunächst aus gut unterrichteten Kreisen erfahren. Seit dem 19. Februar 2018 steht fest, auto motor und sport hatte Recht. Der neue große SUV wird tatsächlich auf den Namen der römischen Kolonie Tarraco hören. Laut der spanischen VW-Marke hatten mehr als 35 Prozent der rund 150.000 Teilnehmer aus 134 Ländern für den Siegernamen gestimmt. Ursprünglich sollte der Name des dritten SUV bereits im Oktober 2017 verkündet werden. Allerdings, so hieß es, wurde die Veröffentlichung des Namens wegen des Unabhängigkeitsreferendums Anfang Oktober und den anschließenden Ausschreitungen sowie der Flucht des katalonischen Regierungschef Puigdemont verschoben.

Die Regeln der Wahl: „Es muss sich um eine spanische Ortsbezeichnung oder Gegend handeln, der Name muss zu den Seat Markenwerten und den Eigenschaften der Produkte passen und nicht zuletzt muss er in verschiedenen Sprachen einfach auszusprechen sein. In einer ersten Phase der Aktion wurde jeder Vorschlag berücksichtigt, unabhängig davon, wie viele eingehen.“ Unter seat.com/seekingname hatten bis zum 22.6.2017 insgesamt 133.332 Personen aus 106 Ländern ganze 10.130 Namensvorschläge eingereicht.

VW Tiguan Allspace
XL-Tiguan mit sieben Sitzen

In Phase 2 kam es zur Vorauswahl an denen neben Seat-Experten und Namensfindungsspezialisten auch Kunden beteiligt sind. Hervorgegangen aus dieser Runde sind die Namensvorschläge Abrera, Alboran, Aran, Aranda, Avila, Donosti, Tarifa, Tarraco und Teide. Mit diesen Namensvorschlägen fanden Tests in verschiedenen Märkten statt, um zum Schluss vier Namen zu haben. Diese gab Seat auf der IAA 2017 bekannt. In die engere Auswahl kamen Alboran (Mittelmeer-Insel, Almería zugehörig), Aranda (Aragonien), Avila (Kastilien-León) oder Tarraco (Katalonien).

Fazit

Mit dem neuen Tarraco will Seat Käufer ködern, die ein geräumiges SUV suchen. Wie Skoda Kodiaq und VW Tiguan Allspace bietet der Tarraco auf Wunsch sieben Sitze und empfiehlt sich vielleicht auch für Alhambra-Kunden, die lieber SUV als Van fahren, dafür aber nur ab und zu fünf oder sechs Passagiere mitnehmen wollen. Preise sind ab 30.000 Euro zu erwarten. Von schmalen Sitzen abgesehen, leistet sich auch der dritte 4,7-Meter-SUV des VW-Konzerns keine Schnitzer.

Technische Daten
Seat Tarraco 1.5 TSI Seat Tarraco 2.0 TSI 4Drive Seat Tarraco 2.0 TDI 4Drive Seat Tarraco 2.0 TDI 4Drive Seat Tarraco 2.0 TDI
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4735 x 1839 x 1658 mm 4735 x 1839 x 1658 mm 4735 x 1839 x 1658 mm 4735 x 1839 x 1658 mm 4735 x 1839 x 1658 mm
KofferraumvolumenVDA 230 bis 1920 l 230 bis 1920 l 230 bis 1920 l 230 bis 1920 l 230 bis 1920 l
Hubraum / Motor 1498 cm³ / 4-Zylinder 1984 cm³ / 4-Zylinder 1968 cm³ / 4-Zylinder 1968 cm³ / 4-Zylinder 1968 cm³ / 4-Zylinder
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