Shell

Wieder Rekordgewinn

Foto: Shell

Der Ölkonzern Royal Dutch Shell hat im vergangenen Jahr aufgrund der hohen Ölpreise erneut einen Rekordgewinn eingefahren. Im gesamten Jahr verbuchte Shell einen Gewinn von 25,4 Milliarden Dollar (19,6 Mrd Euro) nach 22,7 Milliarden Dollar 2005.

Auch im Schlussquartal wurde der Überschuss bei stagnierendem Umsatz stark gesteigert. Wegen politischer Probleme in wichtigen Fördergebieten wie Nigeria erwartet Konzernchef Jeroen van der Veer eine leicht geringere Produktion in diesem Jahr.

Der Gewinn stieg nach Unternehmensangaben zwischen Oktober und Dezember um 14 Prozent auf 6,0 Milliarden Dollar. Beim Umsatz wies der Konzern im Schlussquartal des abgelaufenen Geschäftsjahres 75,5 Milliarden Dollar (Vorjahr: 75,496) aus.

Für die Zukunft gut aufgestellt

Bei einer Öl- und Gasproduktion - umgerechnet in Barrel (159 Liter) Öl - von 1,3 Milliarden Barrel im vergangenen Jahr werde die neu gewonnenen Reserven mit zwei Milliarden Barrel angegeben. Die Senkung des Shell-Anteils an dem riesigen Sachalin-Projekt in Ostsibirien von 55 Prozent auf 27,5 Prozent wirkt sich erst im laufenden Jahr aus mit einer Reduzierung der Vorräte um etwa 400 Millionen Barrel.

Konzernchef van der Veer erwartet wegen des Teilrückzugs aus Sachalin und wegen der durch politische Unruhen verursachten Produktionsausfälle im Niger-Delta für dieses Jahr eine tägliche Produktion von 3,3 bis 3,5 Millionen Barrel, etwas weniger als bislang vorhergesehen. Im vergangenen Jahr lag die Tagesproduktion etwas über 3,5 Millionen Barrel. Noch bis zum Ende des Jahrzehnts werde die Produktion nur langsam wachsen sagte Van der Veer.

Er sieht das britisch-niederländische Unternehmen aber für die Zukunft gut aufgestellt. Shell investiere in große Projekte, die sich langfristig auszahlen würden - in diesem Jahr 22 bis 23 Milliarden Dollar. "Der Wettbewerb um neue Ressourcen ist erheblich", sagte der Konzernchef. Er bekräftigte, dass sein Unternehmen Aktivitäten im Iran vorbereite, doch seien hierzu noch keine Investitionsentscheidungen getroffen worden.

Vor der Shell-Zentrale in Den Haag protestierten Umweltschützer, die das Unternehmen auch in einer doppelseitigen Zeitungsanzeige forderten: "Nehmt den Gewinn, um Euren Dreck aufzuräumen." Sie beschuldigten Shell, rücksichtslos gegen die Natur vorzugehen. Van der Veer betonte, Respekt vor der Umwelt habe Vorrang, und wenn es in einzelnen Fällen Schäden gebe, so würden sie beseitigt.

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