Siemens VDO

Wulff schaltet sich ein

Foto: dpa

In den Bieterkampf um die Siemens-Autozuliefersparte VDO hat sich nun die Politik eingeschaltet. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) sagte am Donnerstag (19.7.) NDR 1 Niedersachsen, er setze sich dafür ein, dass der Autozulieferer Continental den Zuschlag für die Übernahme von Siemens VDO bekomme und nicht der amerikanische Finanzinvestor Blackstone.

Dieser steht hinter dem US-Zulieferer TRW, der ebenfalls für VDO bietet. Wulff begründete seinen Vorstoß in Hannover mit der Sorge um Arbeitsplätze. Die Überlegungen von Finanzinvestoren seien nicht an Standorte gebunden. Eine Übernahme durch Conti, mit Sitz in Hannover, wäre dagegen im Interesse der VDO-Beschäftigten.

Heuschrecken sind nicht erwünscht

Blackstone ist einer der ausländischen Finanzinvestoren, die Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) einst als "Heuschrecken" bezeichnete. Wulff sagte, die deutschen Autohersteller hätten insgesamt ein Interesse daran, das Know-how und die Technologie von VDO im Lande zu behalten.

"Wir wollen, dass Conti und die VDO, also die Zuliefersparte für die Automobilindustrie der Siemens AG, zusammenkommen, dann wäre das ein großer Automobilzulieferer, der von Deutschland aus agiert und weltweit tätig wäre", sagte Wulff, der auch VW-Aufsichtsratsmitglied ist. Zudem sagte er: "Viel schlechter sähe es für die Arbeitnehmer der Automobilzuliefersparte von Siemens aus, wenn internationale Finanzinvestoren hier Zugriff hätten auf die Technologie und die Arbeitsplätze und die Standorte."

Conti-Aktie auf Rekordhoch

Continental hat für Siemens VDO Branchenkreisen zufolge sein Angebot von zehn Milliarden auf rund elf Milliarden Euro erhöht. Damit liege Conti aber noch immer hinter dem US-Zulieferer TRW, hieß es. Der Siemens-Aufsichtsrat will nach Angaben aus Unternehmenskreisen am kommenden Mittwoch entscheiden, ob Siemens am bisher geplanten VDO-Börsengang festhalten oder die Sparte doch an einen Investor verkaufen werde. Die Arbeitnehmervertreter bei Siemens hatten sich aus Sorge um Arbeitsplätze gegen einen VDO-Verkauf ausgesprochen.

An der Börse sorgten am Donnerstag Übernahmefantasien um Conti für Aufsehen. Einem Szenario zufolge könnten TRW und Blackstone nach einem möglichen Kauf von VDO Continental als neues Übernahmeziel ins Visier nehmen. Die Conti-Aktie erreichte im Handelsverlauf ein Rekordhoch von mehr als 109 Euro.

Continental gilt seit längerem als mögliches Übernahmeziel. Der Konzern selbst hatte sich in der jüngsten Vergangenheit mehrfach deutlich verstärkt, darunter mit dem Hamburger Mitbewerber Phoenix oder der Autoelektronik-Sparte des US-Konzerns Motorola. Conti wolle im Konsolidierungsprozess der Branche zu den Gewinnern zählen, hatte Vorstandschef Manfred Wennemer wiederholt gesagt.

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