Siemens zieht nach Osten

Der Automobilzulieferer Siemens VDO wird schon Mitte nächsten Jahres einen Teil der Produktion von Würzburg nach Tschechien verlagern. Dies sei aus Kostengründen nötig, bestätigte ein Unternehmens-Sprecher am Freitag (22.4.) entsprechende Medienberichte.

In dem Werk im tschechischen Ostrava sollen technisch weniger aufwändige Produkte gefertigt werden, hieß es. Siemens wolle aber nach wie vor möglichst viele der rund 1.600 Arbeitsplätze am Standort Würzburg erhalten. Eine Komplettverlagerung sei nicht geplant, bekräftigte Siemens. Das Unternehmen ist der zweitgrößte industrielle Arbeitgeber in Würzburg. Es entwickelt und fertigt elektrische und elektronische Antriebs- und Informationssysteme für die Autoindustrie.

Die nordmährische Stadt Ostrava (Ostrau) bestätigte unterdessen die Verlagerungsabsichten von Siemens VDO. "Ich bin gerade informiert worden, dass die definitive Entscheidung fiel", sagte Vize-Oberbürgermeister Petr Kajnar der Prager Zeitung "Mlada fronta Dnes'". "In der ersten Phase sind 600 Beschäftigte geplant, weitere 600 sollen in der zweiten Phase hinzukommen", sagte Kajnar. Das etwa zehn Hektar große Werk im Industriegebiet Ostrava-Hrabova sei die größte Investition in der strukturschwachen Grenzregion zu Polen seit der politischen Wende von 1989, hieß es. Siemens beschäftigt in Tschechien derzeit bei einem Jahresumsatz von 1,6 Milliarden Euro 12.600 Arbeitnehmer.

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