Sitzprobe Ford Mustang GT350 auf der L.A. Autoshow

Da wird das Pferd zum Tier

Sitzprobe Ford Mustang GT350 Jochen Knecht Foto: Jochen Knecht 27 Bilder

Vor 50 Jahren schnitzte Carroll Shelby aus einem relativen zahmen 1965er Mustang die ultimative Fahrmaschine. Nichts, was nicht auch 2014 ziemlich gut funktionieren könnte. auto-motor-und-sport.de zu Besuch beim über 500 PS starken Mustang Shelby GT350.

Es gibt so Momente, da kommst du als Autoschreiber auf krumme Gedanken. Wenn du bei der Sitzprobe im Ford Mustang Shelby GT350 den Schlüssel in der Mittelkonsole findest, zum Beispiel. Man könnte doch… Den 5,2-Liter-V8? Also nur mal kurz … Für einen schnellen Burger ums Eck? Ging natürlich nicht. Weil: Fords neuer Super-Mustang auf einem Podest steht. Und das mit der Fliegerei dann doch noch nicht funktioniert. Dafür aber so ziemlich alles andere, was man so als Muscle-Car-Fan sehen möchte.

Wer unauffällig von Block zu Block schleichen will, ist beim Shelby-Mustang definitiv falsch. Ganz abgesehen von der weißen Lackierung mit den beiden charakteristischen blauen Längsstreifen kann man am neuen Bodykit schlicht nicht vorbeischauen. Breite Backen, größere Lufteinlässe, die neue wuchtige Frontschürze und natürlich der gewohnt böse Blick. Diese Pony will ganz sicher nicht nur brav auf der Weide stehen.

Rundgang Video L.A. Auto Show 2014 D
L.A. Auto Show 2014 - Rundgang US-Highlights 2:42 Min.

Hochdrehzahl-V8 mit über 500 PS

Im Cockpit geht der Puls dann deutlich runter. Fieses 08/15-Plastik, ein bisschen wahllos im Armaturenbrett verteile Knöpfe und Zierteile die sich alle Mühe geben so auszusehen wie die billige Kopie von gut gemachtem Chrom-Imitat. Macht aber nix, das kennen wir ja schon von amerikanischen PS-Protzen. Außerdem ist ja alles da, was man braucht. Das wuchtige, unten abgeflachte Sportlenkrad mit der Shelby-Cobra, feines Recaro-Sportgestühl und ein roter Startknopf. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ein bisschen traurig ist es schon, dass man so einem Prachtkerl seine technischen Feinheiten und die Kraft nicht auch ein kleines bisschen im Innenraum ansehen kann. Gerade zum Thema Technik gibt’s nämlich jede Menge zu erzählen.

Alleine schon die aktiven Dynamic-Ride-Dämpfer füllen im Verkaufsprospekt des Audi R8 oder bei diversen Ferraris ganze Kapitel. Dabei werden die Dämpfer unabhängig voneinander alle zehn Millisekunden an die Fahrsituation angepasst. Fünf verschiedenen Modi sind wählbar und haben neben der veränderten Dämpferkennung auch Auswirkunngen auf Lenkung, Gaspedal-Empfindlichkeit, Abgassystem, sowie ABS und Traktionskontrolle. So viel Aufwand in einem Muscle Car? Jepp. Weil: Starrachse ist auch beim Mustang inzwischen Geschichte. Klar, dass dann auch der V8 nicht aus dem Regal für grobe Nutzfahrzeuge stammt. Der Achtzylinder ist der stärkste Sauger, den Ford je in Serie gebaut hat. Aus 5,2 Liter-Hubraum landen über 500 PS auf der Kurbelwelle. Das maximale Drehmoment liegt bei 542 Nm. Ungewöhnlich für einen US-V8 ist die Verwendung einer Flat Plane-Kurbelwelle mit 180 Grad Hubzapfenversatz, wie sie oft bei italienischen Sportwagen verbaut wird. Heißt: hohe Drehzahlen sind kein Problem.

Ford Mustang GT350 startet Anfang 2015

Sonst noch was? Klar. Sollte einem der Gaul tatsächlich mal durchgehen, schlägt an der Vorderachse die Stunde der Sechskolbenzangen von Brembo, die in 394er Scheiben beißen. Hinten unterstützen 380er Scheiben und Vierkolbenzangen. So viel Bremskraft braucht Platz. Ganz abgesehen davon stehen die 19-Zoll-Räder dem Ford Mustang Shelby GT350 ausgesprochen gut.

Lust auf ein bisschen Ponyreiten? Dann ist erstmal Geduld angesagt. In den USA noch bis mindestens Anfang 2015. In Europa noch deutlich länger. Kosten? "Mal abwarten“, sagt der Ford-Mann am Messestand und bringt erstmal den Schlüssel in Sicherheit.

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