Sitzprobe Lamborghini Asterion auf dem Autosalon Paris

Hybrid-Minotauros mit 910 PS

Lamborghini Asterion Sitzprobe Foto: Stefan Baldauf 19 Bilder

Zehn Zylinder, drei Elektromotoren und endlich menschenwürdige Türöffnungen: Das Concept Car Asterión ist der praxistaugliche Lambo für die Zukunft – Keil 2.0. Wir durften uns schon intensiv nähern.

Lamborghini – das sind Autos, die heißen wie Stiere, flach sind wie Keile und brüllen wie Löwen. Was da allerdings beim VW-Konzernabend auf dem Pariser Salon auf die Bühne donnert, erfüllt das Klischee nicht. Weil: der Asterión LPI-910-4 irgendwie nicht ganz so flach und kantig ist wie etwa der Huracán. Er zitiert vielmehr ein wenig Firmenhistorie wie den Uracco oder gar den rundlichen Miura, zeigt vorne Ähnlichkeiten mit der SUV-Studie Urus.

Lamborghini Asterión, Hybridsportwagen, Autosalon Paris 2014
Lamborghini Asterion als Paris-Debütant 59 Sek.

Lamborghini Hybrid-Power aus drei Herzen

Viel wichtiger: Bei der zweiten Fahrt auf die Bühne schweigt der charismatische V10: Das "I" in der Typenbezeichnung steht für "Ibrido“, also (Plug-in-)Hybrid. Das sorgt auch für den Namen: Asterion war der Name des sagenhaften Minotauros, dem Stier-Mensch-Hybriden der griechischen Mythologie.

Technisch gesehen haben die Italiener aus dem Chassis des Aventador den V12 rausgeworfen, den V10 des Huracan implantiert, das Getriebe nach hinten verlegt, davor einen E-Motor sowie in den Mitteltunnel Akkus gepackt – und vorne zwei weitere E-Maschinen eingesetzt. Macht 910 PS Systemleistung und rechtfertigt mit dem elektrischen Allradantrieb die "4“ in der Typbezeichnung. Der Elektroantrieb wiegt laut Entwicklungschef Maurizio Reggiani 250 Kilogramm und soll Nullkommanull mit dem des 918 Spyder der Konzernschwester Porsche zu tun haben. "Vom Charakter her ist der Asterión eher ein Cruiser. Schon das Gewicht von knapp 1.800 Kilo“ verhindere Großtaten auf der Rennstrecke. Ein Cruiser mit 910 PS – schön auch.

Lamborghini-Fahren ohne Krach, Einsteigen ohne Akrobatik

Noch ist der Asterión nur ein Technologieträger. Aber er ist auch ein deutlicher Fingerzeig, wo Lamborghini hin will. Oder besser hin muss, wenn die Extremsportler Zukunft haben wollen. 50 Kilometer rein elektrische Reichweite ohne (lokale) Abgas- und Geräuschemissionen werden immer wichtiger für eine Kundschaft, die gar nicht mal so oft auf die Rennstrecke fährt, aber häufig in großen Städten lebt.

Karosseriehülle und Package erlauben für ein mögliches Serienpendant deutlich mehr Platz. Der Familien-Lambo wird freilich schon weit vorher das SUV Urus, das der Marke einen deutlichen Stückzahlen-Sprung bescheren soll.

Im Asterion ermöglichen die großzügig öffnenden Türen zumindest einen viel bequemeren Einstieg als beim Aventador, wo zum Entern ein Grundkurs Yoga nicht schaden kann. Im Vergleich zum Aventador offenbart die Sitzprobe im Asterión fast schon eine Command-Position, wie sie SUV-Kunden so schätzen. Die Scheibe steht deutlich steiler, der Abstand zwischen Scheitel und Sonnenblende ist viel größer. Die Lenkradmitte erreicht in der Höhe etwa Magenniveau statt Brusthöhe wie bei dem V12-Keil.

Typisches Lamborghini-Interieur

Der Rest ist im Concept Car auf der Messe so, wie man Lambo kennt: TFT-Display hinterm Steuer, Lenkradwippen und Kippschalter auf der Mittelkonsole sowie am Dach. Selbst der Start-Button mit der Sicherungsklappe im Jet-Fighter-Design ist da. Draufdrücken dürfen wir noch nicht. Aber es wäre vermutlich auch viel weniger eindrucksvoll als in den aktuellen Lamborghini-Modellen: Elektronisches "Bing“ statt V10-Geschrei würde anzeigen, dass der Lambo zum Losfahren bereit ist. Für die ersten Kunden vielleicht ein größerer Schock als ein Huracán-Kaltstart für die Umstehenden.

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