Skoda Vision X (2019) und Hyundai Kona im Vergleich

Welcher Kompakt-SUV besser ist

Skoda Vision X Hyundai Kona Skoda Vision X Hyundai Kona 18 Bilder

Hyundai Kona und Skoda Vision X besetzen beide das hart umkämpfte City-SUV-Segment. Doch während der Hyundai Kona schon auf dem Markt ist, präsentiert Skoda mit dem Vision X zunächst eine seriennahe Studie. Ob der Serien-Skoda mit dem dann schon etablierten Kona mithalten kann, versuchen wir in einer ersten Gegenüberstellung zu klären.

Normalerweise beginnt so ein Vergleich ja gerne mal mit Verkaufsstatistiken der vergangenen Baureihen – doch das ist weder beim Skoda Vision X noch beim Hyundai Kona möglich. Beide haben keine Vorgänger. Und hier gibt es bereits eine erste Gemeinsamkeit: Denn beide Kompakt-SUV folgen im Markenportfolio jeweils zwei größeren SUV-Geschwistern: Bei Skoda wird sich der Vision X unter Kodiaq und Karoq einordnen, der Kona folgte bei Hyundai nach (Grand) Santa Fe und Tucson.

Skoda Vision X Foto: Jochen Knecht
Der Skoda Vision X ist acht Zentimeter länger als der Hyundai Kona und hat einen fünf Zentimeter längeren Radstand.

Was die Abmessungen angeht, so übertrifft der Vision X den Kona vor allem in der Länge: Mit 4,25 Metern Gesamtlänge ist der tschechische City-SUV acht Zentimeter länger als der koreanische. Den konzerinternen Konkurrenten Seat Arona übertrifft er sogar um rund zehn Zentimeter. Auch der Radstand des Vision X ist mit 2,65 Metern fünf Zentimeter länger als beim Hyundai Kona. Ohne es ausgemessen zu haben: Das dürfte dem Skoda bei der Innraumlänge helfen. In der Breite (Skoda Vision X: 1,81 Meter, Hyundai Kona: 1,80 Meter) und in der Höhe (Skoda Vision X: 1,54 Meter, Hyundai Kona: 1,55 Meter) unterscheiden sich die beiden Modelle kaum voneinander.

Knallige Farben und bunte Dächer bei Vision X und Kona

Auch äußerlich haben die beiden Kompakt-SUV einige Gemeinsamkeiten: Beide tragen schwarze Radlaufverkleidungen und haben an der Front und am Heck einen Unterfahrschutz – typisch in diesem Segment. Zufälligerweise tragen beide auch ein ziemlich ähnliches Farbkleid, nur dass Skoda es als „Flex-Grün“, Hyundai dagegen als „Acid Yellow Metallic“ bezeichnet.

Hyundai Kona Foto: Hyundai
Beide City-SUV haben schwarze Radlaufverkleidungen, Unterfahrschutz und sind mit einem farblich abgesetzten Dach erhältlich.

Das bei Kompakt-SUV so beliebte farblich abgesetzte Dach haben beide – der Kona optional, der Skoda als Showcar. Betrachtet man die Front, ähneln sich außerdem die Form und die Anordnung der schlitzartigen Tagfahrlichter. Das Heck des Vision X wirkt im Vergleich zu dem des Kona kantiger, beide haben jedoch eine schmale Heckscheibe und kurze Überhänge – typisch für die MQB-Plattform aus dem Volkswagen-Konzern, die als Basis für den Vision X dient. Der Kona hat dagegen seine eigene Plattform. Zum wuchtigen Auftritt des Tschechen passen die großen 20-Zoll-Räder, der Koreaner trägt 18-Zöller.


Farbige Gurte im Kona, geschliffenes Glas im Vision X

Skoda Vision X Foto: Jochen Knecht
Der Innenraum des Skoda Vision X erinnert noch stark an eine Studie. Die digitalen Instrumente und der aufgesetzte Touchscreen werden es aber wahrscheinlich in die Serie schaffen.

Während Skoda das Exterieur als „seriennah“ bezeichnet, riecht das Interieur noch ein bisschen nach Studie: Vor allem die detailliert ausgeformten Sitze, die Einzelsitze hinten oder die geschliffenen Glasoberflächen dürften sich immens von dem unterscheiden, was letztendlich beim Autohändler steht. Die digitalen Instrumente und der große Touchscreen, der auf dem Armaturenbrett sitzt, sollen dagegen einen recht realistischen Ausblick auf die künftige Gestaltung des Skoda-Interieurs geben.

Skoda Vision X
Erster Ausblick auf den kleinen SUV 2:18 Min.

Auch an cleveren Details haben die Tschechen beim Vision X mal wieder nicht gespart: Hinter dem großen Bildschirm ist Platz für zwei Smartphones, die auf Knopfdruck unter dem hervorgleiten (siehe Video). Eingehende Anrufe, Mails und Nachrichten bekommt der Fahrer dank vollständiger Smartphone-Integration mit, auch wenn das Smartphone hinter dem Display verschwunden ist. Ein weiteres Extra ist die neongelbe Sitzverkleidung, die sich auch als Rückenprotektor nutzen lässt. Denn der Kofferraum beherbergt zwei Elektro-Skateboards, mit denen die Passagiere die letzten Meter vom Parkplatz zum endgültigen Ziel zurücklegen sollen. Auch eine Drohne zählt im Concept Car zur Ausstattung – in der Serienversion wird die wohl nicht mal auf der Optionsliste landen.

Hyundai Kona Foto: Natalie Diedrichs
Im Hyundai Kona gibt's auch im Innenraum farbige Akzente, wie zum Beispiel die Gurte, Zierrahmen oder Kontrastnähte auf den Sitzen.

Im Hyundai Kona stecken zwar keine Flugutensilien, dafür geht es auch hier vergleichsweise farbig zu: Optional sind rote, orangene oder grüne Gurte sowie farblich passende Zierleisten und -nähte erhältlich. Ansonsten ist der Innenraum des Serienfahrzeugs naturgemäß konventioneller gehalten – statt Kristalloptik und Gummielementen gibt es hier Kunststoff, optional in Kombination mit Kunstledersitzen. Je nach Ausstattung sitzt auch hier ein Touchscreen auf dem Armaturenbrett, allerdings nur sieben bis acht Zoll groß. Optional sind eine induktive Ladestation, USB- und Aux-Anschlüsse wie auch ein Head-up-Display bestellbar. Der Kofferraum des Vision X fasst 380 Liter, im Kona sind es 361 Liter.

Diesel bei Skoda Vision X noch unklar

Für das Skoda-Serienmodell sind Drei- und Vierzylinder-Benziner mit 95 bis 150 PS wahrscheinlich. Ob es einen Diesel geben wird, ist aktuell noch unklar. Dafür steht neben den reinen Verbrennern ein Antriebsmix mit Erdgas-, Benzin- und Elektromotor zur Auswahl. Der aufgeladene 1,5 Liter G-TEC mit vier Zylindern kann sowohl Benzin als auch komprimiertes Erdgas verarbeiten, leistet 130 PS und erreicht ein maximales Drehmoment von 250 Nm. Der Vision X hat daher zwei Erdgastanks, aber auch einen zwölf bis 15 Liter großen Benzintank.

Skoda Vision X Foto: Jochen Knecht
Neben normalen Benzinern wird es zum Marktstart der Serienversion des Vision X auch einen Antriebsmix geben, den Skoda Mildhybrid Plus nennt.

Zur Unterstützung ist zudem ein riemengetriebener, zehn Kilowatt starker Starter-Generator verbaut, an der Hinterachse sitzt ein weiterer 20 Kilowatt starker Elektromotor. Dieser erhält seine Energie aus zwei 48-Volt-Batterien mit einer Gesamtkapazität von 1,5 kWh. Die Akkus lassen sich entweder per Rekuperation oder durch den Starter-Generator aufladen. Durch diese Technik soll der Vision X kurze Strecken rein elektrisch und per Heckantrieb zurücklegen. Erst bei längeren Strecken oder höheren Geschwindigkeiten schaltet sich der Verbrenner zu. Insgesamt soll so eine Gesamtreichweite von bis zu 650 Kilometern möglich sein. Konkrete Verbrauchsdaten gibt Skoda noch nicht an, spricht aber von einem kombinierten CO2-Emissionswert (NEFZ) von niedrigen 89 Gramm pro Kilometer – ein Benziner, der so wenig CO2 ausstößt, würde nur 3,76 Liter verbrauchen. Je nach Situation soll der Vision X zwischen Front- Heck- und Allradantrieb wechseln können.

Hyundai Kona als Benziner, Diesel und E-Auto erhältlich

Hyundai Kona Foto: Hyundai
Beim Hyundai Kona stehen seit dem Marktstart 2017 zwei Benziner mit jeweils 120 und 177 PS zur Auswahl. Im Herbst werden eine rein elektrische Version sowie ein Turbodiesel in zwei Leistungsstufen folgen.

Der Hyundai Kona kam 2017 zunächst mit zwei verschiedenen Benzinmotoren auf den Markt: Die Basisvariante bildet ein 1.0 T-GDI mit drei Zylindern und 120 PS. Dieser Motor ist nur in Kombination mit Vorderradantrieb und einem 6-Gang-Schaltgetriebe erhältlich. Der kombinierte NEFZ-Verbrauch liegt laut Herstellerangaben bei 5,4 Liter, die CO2-Emissionen bei 125 Gramm pro Kilometer. Der stärkere 1.6 T-GDI mit vier Zylindern leistet 177 PS und ist ausschließlich mit einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe in Kombination mit Allradantrieb zu haben. Der kombinierte NEFZ-Verbrauch liegt bei 6,7 Liter, die CO2-Emission beträgt 153 Gramm pro Kilometer.

Frisch in Genf vorgestellt ist der Kona ab Herbst 2018 außerdem auch als rein elektrische Version erhältlich. Hier hat er zwei Leistungsstufen mit jeweils 99 kW (135 PS) oder 150 kW (204 PS). In Verbindung mit einer 39,2 kWh- beziehungsweise 64 kWh-Batterie soll er es auf eine Reichweite von 300 bis 470 Kilometer (WLTP) schaffen. Ebenfalls im Herbst will Hyundai die Antriebspallette außerdem um einen 1.6 Liter Turbodiesel mit 115 beziehungsweise 136 PS erweitern.

Namen und Preise

Skoda Vision X Foto: Jochen Knecht
Die Serienversion des Skoda Vision X kommt in der zweiten Jahreshälfte 2019 auf den Markt. Das Modell dürfte dann einen Namen mit einem "K" zu Beginn und einem "Q" am Ende erhalten.

Autos und ihre Namen – auch beim Vision X und beim Hyundai Kona gibt es dazu eine Geschichte. Wie die tschechische Studie dann mal in der Serienversion heißen wird, darüber lässt sich aktuell nur spekulieren. Skoda hat sich bereits den Begriff „Polar“ schützen lassen, es wird aber ein Name sein, der wie Kodiaq und Karoq mit „K“ anfängt und mit „Q“ endet.

Bleibt zu hoffen, dass Skoda nicht so ein Fauxpas passiert, wie Hyundai bei dem Kona. Der Name soll eigentlich an einen gleichnamigen Inseldistrikt auf Hawaii erinnern. Doch auf Portugiesisch ist der Begriff „cona“ ein sehr uncharmanter Ausdruck für das weibliche Geschlechtsteil. Daher wird der Kona in Portugal mit den Namen „Kauai“ angeboten.

Preislich startet der Hyundai Kona bei 17.500 Euro. Die Serienversion des Skoda Vision X kommt in der zweiten Jahreshälfte 2019 und dürfte sich preislich auf ähnlichem Niveau einordnen.

Fazit

Studie trifft Serie – und trotzdem lassen sich zwischen Skoda Vision X und Hyundai Kona einige Gemeinsamkeiten feststellen: Beide erfüllen die optischen Kriterien eines Kompakt-SUV, beide wollen mit digitalen Bedienkonzepten, viel Konnektivität und knalligen Farben junge Zielgruppen ansprechen und beide haben einen alternativen Antrieb im Motorenportfolio. Preislich dürften sie sich auf einem ähnlichen Niveau befinden.

Bei der persönlichen Entscheidung könnte vor allem der Platz im Innenraum eine Rolle spielen: Denn egal, wie der Vision X zum Schluss heißt, wird er den Kona mit seinen Skoda-typischen Raumverhältnissen sicherlich übertreffen. Außerdem dürfte er die Kunden mit viel Ausstattung zu vergleichsweise niedrigen Preisen überzeugen – dafür braucht er keine Elektro-Skateboards und auch keine Drohnen als Argumente. Ein Regenschirm tut’s auch.

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