Smart

Keine Kontakte zu Peugeot

Foto: Hans-Dieter Seufert

Der Autokonzern Daimler-Chrysler plant für seine Kleinwagenmarke Smart keine Kooperation mit dem französischen Konkurrenten Peugeot und will die in tiefroten Zahlen steckende Tochter aus eigener Kraft sanieren.

Konzernsprecher Hartmut Schick wies am Mittwoch (17.11.) in Stuttgart einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung" über eine mögliche Kooperation mit den Franzosen zurück. Dass beide Unternehmen gemeinsam Zwei- und Viersitzer-Modelle entwickeln wollten, sei "eine Märchenstunde kurz vor Weihnachten".

Daimler-Chrysler hatte bereits vor drei Wochen angekündigt, über eine Neuaufstellung von Smart nachzudenken. Einen Verkauf oder eine Schließung hatte Konzernchef Jürgen Schrempp ausgeschlossen. Als größtes Manko gilt bislang die Vertriebsschwäche. Weltweit gibt es 840 Smart-Händler, im Hauptmarkt Deutschland sind es nur 118. Seit längerem wird darüber nachgedacht, dass Smart künftig das Vertriebsnetz von Mercedes-Benz nutzen könnte.

Anders als berichtet stehe auch ein Schlussstrich unter die Partnerschaft mit Mitsubishi Motors (MMC) nicht zur Debatte. "Unsere gemeinsamen Projekte laufen sehr gut. Es wird keine Trennung von MMC geben", heißt es in Stuttgart. Daimler-Chrysler und MMC haben mehrfach betont, trotz erheblicher Differenzen die Kooperation fortzusetzen. Die Stuttgarter, die noch rund 20 Prozent an Mitsubishi halten, hatten sich im Frühjahr nicht an der Kapitalerhöhung des hoch verschuldeten MMC-Konzerns beteiligt.

Im niederländischen Born wird im NedCar-Werk die gemeinsame Plattform des Mitsubishi Colt und des Smart-Viersitzers produziert. Im thüringischen Kölleda werden die gemeinsamen Motoren für die Kleinwagen gefertigt. Derzeit verhandelt Daimler-Chrysler mit den Japanern über den Kauf einer 50-Prozent-Beteiligung an NedCar.

Noch offen ist allerdings die Planung für die möglichen Nachfolgemodelle von Smart. Aus Konzernkreisen war zu erfahren, dass das anstehende Nachfolgemodell für den Zweisitzer ohne Partner entwickelt wird - wie auch sein Vorgänger. Über eine neue Generation des Viersitzers (Smart Forfour) werde man erst in zwei Jahren nachdenken.

Finanzvorstand Manfred Gentz hatte bei der Vorlage der Quartalszahlen Ende Oktober von massiven Problemen bei Smart berichtet. Nach Brancheninformationen wird die Marke in diesem Jahr einen Verlust von bis zu 500 Millionen Euro einfahren. Der neue Smart-Chef Ulrich Walker hatte eingeräumt, dass die Profitabilität des Unternehmens ungenügend sei.

Daimler-Chrysler hat das ursprüngliche Ziel, bereits in diesem Jahr bei Smart die Ertragswende zu schaffen, inzwischen auf 2006 verschoben. Das Absatzziel für dieses Jahr wurde von 180.000 auf etwa 160.000 Autos reduziert. Smart beschäftigt am Hauptsitz in Böblingen 1.400 Menschen und im französischen Hambach weitere 800.

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