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Elektroauto Sono Motors Sion für 2019

Batteriezellen von deutschem Zulieferer

Sono Sion Elektroauto Foto: Sono Motors 8 Bilder

Der Sono Motors ist ein kompaktes Elektroauto für fünf mit Solarzellen in der Außenhaut. Die sollen die Reichweite der 30 kWh-Batterie auf 250 Kilometer steigern. Das Geld zur Produktion kommt von Privatleuten.

14.05.2018 Bernd Conrad Powered by
Sono Sion Elektroauto Foto: Sono Motors

Eine Casting-Show auf Bloomberg TV hätte es nicht besser hinbekommen: Drei junge Menschen gründen ein Elektroauto Start-up und spielen auf der Pressekonferenz zur Präsentation des ersten Prototypen ihre Paraderollen: Laurin Hahn ist der extrovertierte Smart Guy, der in Berlin sicherlich schon Hipster wäre. Jona Christians der ruhige, schüchterne Tüftler, der am ersten Tag in der gemeinsamen Garage aus Versehen (?) Benzin getrunken hat. Klar, dass der ein Elektroauto braucht!

Und dann kommt, Frauenquote hin oder her, noch Navina Pernsteiner hinzu. Sie scheint den Laden zu rocken, hat als Designstudentin das Auto gestaltet, die Idee zum Crowdfunding gehabt und höchstwahrscheinlich auch das vegane Buffet bei der Fahrzeugpräsentation ausgesucht.

Erster Prototyp des Elektroautos Sono Sion

Den ersten Prototypen des Sion, so heißt das Elektroauto von Sono Motors, haben die drei mit ihrem Team jetzt erstmals im Foyer ihrer Büros gezeigt. Angereist sind Elektroautofans und Schwarmfinanzierer aus dem In- und Ausland. Und haben ihnen aus der Hand gefressen.

Sono Sion Elektroauto Foto: Sono Motors
Der erste Prototyp des Sono Sion.

Das nimmt schon Elon Musk-sche Züge an. Nach der von stetem Applaus unterbrochenen Bühnenpräsentation fährt der Sono Sion ins Publikum, damit die geschätzt 600 – 700 Fans und ein paar Journalisten ihn „erleben“ können. Allerdings wird anschließend eine Absperrung um das Auto gestellt und durchgesagt: „Sorry, reinsetzen geht leider nicht, nur Anschauen.“ Und was macht die Meute? Richtig, sie applaudiert.

Der Apple fällt nicht weit vom Stamm. Die drei Sono-Gründer werden verehrt wie einst Steve Jobs. Dabei erfinden sie das Rad nicht neu. Gehen aber mit einem erfrischenden Ansatz an das Thema Elektromobilität heran.

Kompakte Abmessungen, Platz für fünf

Der Sono Sion, mittlerweile zu einem ausgewachsenen, hochbauenden und 4,11 Meter langen Fünfsitzer mit drei Einzelsitzen im Fond gereift, trägt am Dach und den Seiten Solarzellen. Die verwendeten Zellen verarbeiten neben direkter Sonneneinstrahlung auch diffuses Licht, können also von Schnee oder Häuserfronten gespiegeltes Sonnenlicht aufnehmen. Daher auch die Paneele an den Seiten.

Bis zu 30 Kilometer zusätzliche Reichweite an einem Sommertag sollen so speicherbar sein. Was die Reichweite des Sion im realen Fahrbetrieb auf 250 Kilometer schrauben soll. Der Verbrauch wird mit 15 kWh pro 100 Kilometer angegeben, die Fahrzeugbatterie soll eine Kapazität von 30 kWh haben.

109 PS, 140 km/h Höchstgeschwindigkeit, als Power-Bank nutzbar

Sono Sion Fahrbericht Sono Sion im Fahrbericht Unterwegs im Low-Budget-Elektroauto

Der 80 kW starke Elektromotor soll den Sono Sion auf bis zu 140 km/h beschleunigen können. Und wenn der Sion mal einen Tag in der prallen Sonne parkt und so vor sich hin lichttankt, soll er seine Energie auch abgeben können. Er ist bidirektional, das heißt, er kann auch als Stromquelle dienen.

Sei es für den Elektrogrill am Baggersee oder den Staubsauger. Viel smarter: Mit ihm lässt sich z.B ein anderer Sion laden. Geregelt werden soll das über die Sono App. Dort kann man die Strommenge (in Kilometern Reichweite) einstellen, die man abgeben will und einen Preis festsetzen – ein anderer Sionist kann zustimmen und erfährt den Standort des Spenderfahrzeugs. Klingt ein wenig realitätsfern.

Aber mit der App lässt sich das Auto auch mit anderen teilen oder eine Mitfahrgelegenheit organisieren. Ganz im Sinne der Mobilitätsbedürfnisse und Ansichten junger Menschen also.

Günstiger Preis – ohne Batterie

Da passt es eigentlich nicht ins Bild, dass für den Sono Sion ein ganz profaner Kaufpreis genannt wird. Was ist mit „Total Cost Of Ownership“-Rechnungen auf Basis einer Monatsrate? Nutzen statt Besitzen?

Aber der Kaufpreis klingt verlockend: 16.000 Euro soll er für das Auto betragen, was angesichts der gewachsenen Größe seit den ersten Bildern umso attraktiver erscheint. Ohne Batterie übrigens. Die soll nach aktuellen Preisgefügen gut 4.000 Euro kosten. Und ist aus einem zumindest plausiblen Grund nicht in das Auto hineinkalkuliert.

„Die Batteriepreise sinken weiter“, erklärt Laurin Hahn. „Wie sie liegen, wenn wir das Auto ausliefern, wissen wir nicht. Deswegen sagen wir allen frühen Bestellern heute: das Auto kostet 16.000 Euro, die Batterie dann den aktuellen Marktpreis.“

Batterien aus Deutschland, Zellchemie aus China

Für die Enwticklung und Produktion der Batteriepakete konnte der Automobilzuliferer ElringKlinger gewonnen werden. Das Unternehmen fertigt Antriebskomponenten für Verbrenner, Brennstoffzellen und batteriebetriebene Elektrofahrzeuge.

„Das Know-How und die Professionalität von ElringKlinger haben uns sehr beeindruckt“, sagt Sono-CTO Roberto Diesel (ja, der heißt so!). „Eine vollautomatisierte Fertigungslinie soll zudem eine kosteneffiziente Produktion sicherstellen und zeigen, dass auch eine Produktion in Deutschland wirtschaftlich sinnvoll sein kann.“

Sono Motors betont außerdem, dass die Einhaltung sozialer Standards und Nachhaltigkeit eine große Rolle bei der Auswahl des Kooperationspartners gelegt haben. Das betrifft aber nur die Fertigung der Batterien in Deutschland. Die einzelnen Batteriezellen kommen nicht von ElringKlinger direkt sondern aus Asien. Mit dem chinesischen Unternehmen CITC hat ElringKlinger ein Joint-Venture in China gegründet. Dort entstehen die Zellen für die Lithium-Ionen-Akkus.

Autorenbild Bernd Conrad Foto: Bernd Conrad
Autor Bernd Conrad betreibt den Blog autonotizen.de
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    Neuester Kommentar

    Herr Conrad:
    wenn Sie schon so weltmaennisch "rocken" wollen, dann bitte richtig:
    "Crowfunding" gibt es nicht und den Namen des Autos als "Sono Motors" anzugeben ist wohl nicht richtig.
    Das passiert, wenn man mit Imponiervokabeln um sich werfen muss, ehe der Artikel "final festgezurrt" ist.
    Armes Deutsch.

    Marcol 28. Juli 2017, 17:17 Uhr