Sparpläne

Auch Opel macht Druck

Foto: dpa

Opel fordert Einschnitte bei Einkommen, Sozialleistungen und Arbeitszeit von seinen Beschäftigten. Ein entsprechendes Forderungspaket sei den Arbeitnehmervertretern am Dienstag vorgelegt worden, teilte der Gesamtbetriebsrat am Mittwoch (25.8.) in Rüsselsheim mit.

Der Betriebsrat verlangt im Gegenzug eine Beschäftigungssicherung bis mindestens 2010 und Kapazitätszusagen für die deutschen Standorte mit insgesamt 32.000 Mitarbeitern. Im Gegensatz zum Konkurrenten Volkswagen war der Konflikt bei Opel bisher von Kompromissbereitschaft geprägt.

Über Einzelheiten hüllten sich beide Seiten in Schweigen. Es sei bei dem ersten Gespräch nach den Werksferien auch nicht über konkrete Punkte debattiert worden, vielmehr seien die unterschiedlichen Vorschläge für Sparmaßnahmen zur Sprache gekommen, sagte ein Unternehmenssprecher. Während bei VW ein neuer Haustarifvertrag verhandelt wird, geht es bei Opel um die Umsetzung des Tarifabschlusses in der Metall- und Elektroindustrie. Als wahrscheinlich gilt, das die übertariflichen Entgelte und Sozialleistungen bei dem Unternehmen auf Dauer stärker an das branchenübliche Tarifniveau angepasst werden sollen, zum Beispiel durch die Verrechnung von Lohnerhöhungen oder Streichung von Zulagen. In den vergangenen beiden Jahren hatten Opel-Beschäftigte bereits Teile ihres Weihnachtsgeldes gestundet.

Einigung bis Ende Oktober

Die Frist für eine Einigung hatten Geschäftsleitung und Arbeitnehmer auf Ende Oktober verlängert. In den vergangenen Wochen waren die Gespräche von dem bevorstehenden Umbau des Europa-Geschäfts von General Motors (GM) überschattet, zu dem neben Opel auch Saab und Vauxhall gehören. Außerdem hatte die Entscheidung, einen Teil der Produktion des Kompakt-Vans Zafira von Bochum nicht ins Stammwerk Rüsselsheim, sondern ins polnische Gliwice zu verlegen, für Empörung gesorgt. Der hochmoderne Rüsselsheimer Standort ist derzeit nicht ausgelastet, in der Produktion gilt bis Ende des Jahres eine 30-Stunden-Woche bei teilweisem Lohnausgleich. Der Betriebsrat sprach sich dafür aus, das Arbeitszeitmodell fortzusetzen.

Der Autokonzern unterhält in Deutschland Produktionswerke in Rüsselsheim, Bochum und Eisenach sowie eine Motoren- und Komponentenfertigung in Kaiserslautern. Die Adam Opel AG schrieb 2003 operative Verluste in Höhe von 384 Millionen Euro und steht unter hohem Kostendruck.

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