Sprit-Preise auf Jahres-Tiefstand

Die Benzinpreise in Deutschland sind auf dem Rückzug und haben knapp zwei Wochen vor Ostern am Montag (7.4.) den tiefsten Stand des Jahres erreicht.

Damit setze sich der Preisrückgang auf den internationalen Ölmärkten an der Zapfsäule fort, erklärten Sprecher der Mineralölfirmen in Hamburg und Bochum.

Im bundesweiten Durchschnitt kostet der Liter Normalbenzin 1,07 Euro, Super 1,10 Euro und Diesel 91 Cent je Liter. Das sind bei Benzin sieben und bei Diesel acht Cent je Liter weniger als die Höchststände vor dem Irak-Krieg. Nach Darstellung eines ExxonMobil-Sprechers ist Tempo und Ausmaß des Preisverfalls nicht allein auf die günstigeren Einstandskosten am europäischen Ölmarkt in Rotterdam zurückzuführen. Vielmehr führten die fallenden Preise zu einem verschärften Wettbewerb auf dem deutschen Benzinmarkt und einer dynamischen Abwärtsentwicklung der Preise.

Ölpreis ebenfalls auf Jahrestiefstand

Der Ölpreis ist angesichts der militärischen Erfolge der US-geführten Truppen im Irak am Montag in London auf einen Jahrestiefstand von knapp unter 24 Dollar gefallen. Analysten rechneten mit einem weiteren Rückgang in den kommenden Tagen. „Der kriegsbedingte Preisaufschlag verschwindet schnell“, hieß es. Auch in New York wurden sinkende Preise verzeichnet. Händler in den USA gingen von einem baldigen Kriegsende und einer relativ raschen Wiederaufnahme irakischer Öllieferungen aus. Verstärkt wurde der Preisverfall durch die Wiederaufnahme der Ölförderung von ChevronTexaco in Nigeria.

Der Preis für Rohöl aus der Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC) war hingegen in der vergangenen Woche gestiegen. Der so genannte Korbpreis, der aus den sieben wichtigsten OPEC-Sorten gebildet wird, wurde am Montag mit 26,57 Dollar je Barrel angegeben. In der vierten März-Woche kostete die selbe Menge im Schnitt 25,87 Dollar, teilte das OPEC-Sekretariat in Wien mit. Der OPEC-Tagespreis war dagegen zuletzt ebenfalls gefallen und lag am Freitag mit 25,38 Dollar 62 Cent unter dem Wert vom Donnerstag.

Die OPEC erklärte, sie lasse sich auch während des Irak-Krieges nicht durch tagespolitische Forderungen beeinflussen. Der derzeitige Vorsitzende der Organisation, Abdullah bin Hamad el Attijah aus dem Emirat Katar, sagte der Berliner Zeitung, der hohe Preise vor dem Krieg sei die Folge von Spekulationen gewesen. Jetzt werde der Markt wieder realistischer gesehen. Er halte einen Preis von 25 Dollar pro Barrel für angemessen.

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