Spritpreis

Sechs Cent mehr durch Bio-Anteil

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Die geplante Erhöhung des Bio-Anteils im Kraftstoff wird nach Einschätzung des Mineralölwirtschafts- Verbandes den Sprit im kommenden Jahr um sechs Cent pro Liter verteuern.

Hintergrund sei der Plan der Bundesregierung, die Pflichtbeimischung von Bioethanol von fünf auf zehn Prozent zu erhöhen, berichtet das ZDF-Magazin "Frontal" (30.1.). Je mehr Biokraftstoffe beimgemischt werden, desto teurer werde das Benzin, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Klaus Picard. Hinzu komme ein deutlich höherer Spritverbrauch. "Wenn ich beides zusammenzähle und den Mehrverbrauch auf den Liter umrechne, ergeben sich Mehrkosten in Höhe von sechs Cent."

Laut dem Bericht sind ältere Autos, die den Sprit mit der höheren Ethanolbeimischung nicht tanken dürfen, auf das teurere Super-Plus-Benzin angewiesen. Es koste zwischen sechs und 15 Cent mehr als Super- oder Normalbenzin. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) suchte, diese Darstellung zu relativieren. Diese Autos machten gerade einmal 1,6 Prozent am gesamten Bestand der mit Benzinmotoren betriebenen Fahrzeuge in Deutschland aus, und für einen Großteil von ihnen sei von den Herstellern von Anfang an den Betrieb mit Super Plus vorgeschrieben. Der VDA geht "nach intensiver Prüfung und Abstimmung mit seinen Herstellern" davon aus, dass in Deutschland nur etwa 375.000 Fahrzeuge und somit gut ein Prozent des gesamten Pkw-Bestandes auf den Super-Plus-Kraftstoff (...) umsteigen müssen". Insgesamt liege die Zahl der "Benziner" auf Deutschlands Straßen bei 31 Millionen Fahrzeugen.

Dagegen geht der Automobilclub ADAC laut "Frontal" von "mehreren Millionen Autofahrern" aus, die auf das teure Super Plus umsteigen müssten. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte dem Magazin: "Wir verlassen uns darauf, dass die Vorstandsvorsitzenden der deutschen Automobilunternehmen, die im Vorstand der VDA sitzen, denen die richtigen Zahlen gesagt haben." Sollten sie aber falsch sein, so Gabriel, "haben wir ein Problem".

Der VDA geht davon aus, dass die Aufstockung der Beimischung von Ethanol zum Normal- und Superbenzin voraussichtlich schon ab Mitte 2008 möglich sein wird. Im Augenblick liegt eine Verordnung zur Durchführung des Immissionsschutzgesetzes der Bundesregierung zur Notifizierung in Brüssel. In ihr ist der Start für den Ethanol-Beimischungsanteil von zehn Prozent am 1. Januar 2009 vorgesehen. Die Bundesregierung hatte kürzlich Anfang 2010 als Starttermin genannt. Bis 2020 will sie den Ökosprit-Anteil auf 20 Prozent weiter erhöhen.

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