Spritpreis

Und er steigt und steigt...

Die Benzinpreise in Deutschland klettern weiter und haben ein neues Rekordhoch erreicht. Nach der dritten Preiserhöhung innerhalb einer Woche müssen die Autofahrer für einen Liter Normalbenzin im bundesweiten Durchschnitt 1,14 bis 1,15 Euro bezahlen.

Die meistgetankte Sorte Super kostet 1,16 bis 1,17 Euro. Damit wurden die Rekordpreise vom Wochenanfang nochmals überboten. Auch Dieselkraftstoff kostet mit rund 96 Cent je Liter so viel wie noch nie. Binnen einer Woche verteuerte sich der Sprit um rund sieben Cent je Liter.

Als Ursache für die hohen Preise an den Zapfsäulen geben die Mineralölfirmen den scharfen Preisanstieg für Öl und Ölprodukte zum Ende der vergangenen Woche an. Seitdem notiert der Preis für Rohöl stabil über 32 Dollar für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent. Eine Tonne Benzin kostet am Rotterdamer Großmarkt für Ölprodukte rund 350 Dollar. „Wir haben noch Glück, das wir im Moment nur 93 Cent für einen Dollar bezahlen müssen“, sagte Karl-Heinz Schult-Bornemann von ExxonMobil in Hamburg. Der starke Euro entlaste die deutschen Autofahrer. Auch habe die Steuerbelastung mit mehr als 81 Cent je Liter einen historischen Höchststand erreicht.

Unterdessen macht die EU-Kommission Spekulanten für die seit Wochen steigenden Rohöl-Preise an den internationalen Rohstoffbörsen verantwortlich. Trotz der Krise im Irak sei die Versorgung gesichert, sagte ein Sprecher von Energiekommissarin Loyola de Palacio am Donnerstag in Brüssel. „Es gibt heute kein Risiko der Lieferunterbrechung“, betonte sie. Statt der derzeit gut 32 US-Dollar (rund 29,60 Euro) pro Barrel Öl (159 Liter) wären 20 Dollar angemessen, fügte sie hinzu. Der Grund für die höheren Preise seien „spekulative Bewegungen“.

Irak-Krise: Mehr Lagerkapazität gefordert

Die Ölversorgung der Europäischen Union hängt den Angaben zufolge nur zu rund drei Prozent von Lieferungen aus dem Irak ab. Die USA wären von einem Ausfall irakischer Öl-Lieferungen mehr betroffen, meine Palacio-Sprecher Gilles Gantelet. Ein Ausgleich dafür könnte jedoch aus Saudi Arabien kommen. Die Entwicklung der Rohölmärkte sei aber auch mit der Lage in Venezuela verknüpft. Der starke Euro-Kurs dämpfe aber die negative Auswirkung der Preissteigerung auf europäische Ölkäufe. „Was die Ölpreise angeht, sehen wir keine unmittelbare Bedrohung“, sagte Gantelet.

Energiekommissarin de Palacio hat die EU-Staaten zwar zur Ausweitung ihrer Lagerkapazitäten aufgefordert. Weitere Reaktionen auf die Lage hält sie derzeit aber nicht für nötig. „Es wäre ein Fehler, zu schnell oder gar hysterisch zu reagieren“, hieß es aus ihrem Umfeld in Brüssel. Entscheidungen über die Fördermengen seien Sache der Organisation der Erdöl exportierenden Länder OPEC: „Wir haben Vertrauen in deren Verantwortungsbewusstsein.“

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