Staubsaugerhersteller baut Elektroautos

Dyson E-Autos kommen 2020/21

Dyson Handstaubsauger Foto: Dyson

Staubsaugerhersteller Dyson steigt in das E-Autogeschäfft ein. Mit einer Investition von 2,3 Milliarden Euro sollen 2020/21 erste Fahrzeuge gebaut werden. Jetzt wurde Singapur als Produktionsstandort verkündet.

Der britische Staubsaugerhersteller Dyson kommt mit den Planungen zum Bau eigener Elektroautos voran. Das Investitionsvolumen in das Projekt soll einem internen Schreiben des Firmengründers Sir James Dyson bei 2,3 Milliarden Euro liegen.

Foto: Dyson
Das geplante Testgelände soll neben 10 Kilometern Versuchsstrecke auch Platz für bis zu 2.000 Mitarbeiter bieten.

Aktuell arbeiten 400 Menschen bei Dyson am Autoprojekt, 300 weitere Stellen sollen noch besetzt werden. Auf dem ehemaligen Flugplatz Hullavington nahe Bristol will Dyson ein Testgelände errichten. Mit einer Investition von 200 Millionen Pfund (ca. 223 Millionen Euro) sollen dort eine 10 Kilometer lange Teststrecke sowie 45.000 Quadratmeter Gebäudefläche mit Büros, Gastronomie und Freizeitflächen für bis zu 2.000 Menschen entstehen.

Die Pläne für die Teststrecke umfassen ein Offroad-Areal, einen Handlingparcours und Möglichkeiten zum Test der Fahrzeugstabilität mit der Simulation von Ausweichmanövern.

Lithium-Ionen-Akkus als Brückentechnologie

Die Gerüchte, dass Dyson Elektroautos bauen wolle, gab es schon seit 2016. Die eine Hälfte von Dysons Milliardeninvestition ist britischen Medienberichten zufolge für die Fahrzeugentwicklung vorgesehen, die andere Hälfte soll in eine neue Batterietechnik investiert werden. Dyson setzt demnach auf Feststoffbatterien die als nächste Generation von Hochleistungsbatterien nach der Lithium-Ionen-Technologie gelten. Bislang sei noch kein Fahrzeug-Prototyp gebaut worden, der Elektromotor sei aber schon fertig.

Dyson entwickelt eigene Batterietechnik

11/2017, Fisker Emotion Front Die Branche arbeitet an der Feststoffbatterie Neue Super-Akkus für Elektroautos

In der Grundlagenforschung für die Feststoffbatterien sei man schon weit vorangeschritten, jetzt gehe es darum die industrielle Fertigung auf Kiel zu legen. Die neue Batterietechnologie für die Dyson-Elektroautos soll auf dem Dyson-Technologie-Campus in Wiltshire entstehen. In der Elektroautoentwicklung seien bei Dyson derzeit rund 400 Mitarbeiter beschäftigt. Um schneller an das zusätzlich notwendige Personal zu kommen, habe man sich entschlossen, die Elektroautopläne jetzt öffentlich zu machen. Auch die Gespräche mit potentiellen Zulieferen werden so leichter. Eine Zusammenarbeit mit etablierten Autobauern lehnt Dyson ab.

Wie die Automobilwoche berichtet, hat Dyson bereits beim Sportwagenbauer Aston Martin schon den Chefeinkäufer David Wyer sowie mit Ian Minards den Leiter der Produktentwicklung abgeworben.

Das erste von drei Modellen soll mit Lithium-Ionen-Batterien laufen, auf 10.000 Stück limitiert und eher höherpreisig sein. Die beiden folgenden Modelle sollen auf Feststoff-Batterien setzen. Dazu hatte Dyson 2015 das auf Feststoff-Batterien spezialisierte Startup Sakti3 gekauft.

Dyson rechnet mit einem schnellen Wachstum der neuen Elektroautosparte. Gebaut werden soll das Auto dort, wo auch die Batterien entstehen – vermutlich in Asien. Zu einem möglichen Preis sagte Dyson nur: Das Fahrzeug werde nicht günstig sein. Den Hauptabsatzmarkt sieht Dyson in Fernost.

Gebaut werden sollen die Elektroautos von Dyson in Singapur, und nicht in Großbritannien. Für Singapur spreche die Nähe zu den wichtigen asiatischen Märkten sowie die Infrastruktur und die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitern, erklärte Dyson seine Standortentscheidung.

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