Streikgefahr

GM baut vor

GM Logo Foto: GM

Der weltgrößte Autobauer General Motors (GM) hat nach Presseinformationen die Produktion erhöht, um Auswirkungen eines möglichen Streiks beim wichtigsten Zulieferer Delphi abzufedern.

Die Zeitung "Detroit News" berichtete am Freitag (4.11.) unter Berufung auf die Zuliefererbranche, dass GM die Bestellung von Teilen ausgeweitet habe. In mehreren GM-Fabriken würden Überstunden gefahren, um die Stückzahlen zu erhöhen. Die Konzernproduktion sei bereits im Oktober um acht Prozent gesteigert worden, obwohl der US-Absatz um 26 Prozent gefallen war, schrieb die Zeitung.

Die ehemalige GM-Tochter Delphi hatte Anfang Oktober Antrag auf Gläubigerschutz nach Kapitel elf des US-Konkursrechts gestellt. Das Unternehmen muss Milliarden Dollar einsparen, um wieder wettbewerbsfähig zu werden. Delphi verlangt Lohnkürzungen von derzeit 27 Dollar pro Stunde auf nur noch 9,50 Dollar. Zudem sollen etliche Werke geschlossen oder verkauft werden. GM hatte mitgeteilt, das Delphi-Risiko in der eigenen Bilanz betrage bis zu zwölf Milliarden Dollar. Die Gewerkschaft UAW signalisierte bereits ihre Streikbereitschaft. Angesichts der harten Forderungen des Delphi-Managements seien die Chancen für eine gütliche Einigung sehr gering.

Bis Mitte Dezember müssen sich Vorstand und UAW einigen. Anderenfalls will der Konzern über den Konkursrichter einseitig die Tarifverträge kündigen lassen und im Januar mit der Sanierung beginnen. In diesem Fall könnte die Gewerkschaft zu Streiks aufrufen, die vor allem beim wichtigsten Kunden GM verheerende Folgen hätten. Der Konzern, der in den ersten neun Monaten tiefrote Zahlen geschrieben hat, kann sich weitere Milliardenverluste kaum leisten.

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