Studie

Hersteller heizen Rabattschlacht an

Foto: dpa

Die dümpelnde Konsumkonjunktur treibt die Autohersteller auf dem deutschen Markt zu immer höheren Verkaufsrabatten. Das geht aus einer Studie des Experten Ferdinand Dudenhöffer hervor.

"Im deutschen Markt liegen historische Höchststände an Rabatten und Incentives vor", schreibt der Gelsenkirchener Professor in seiner am Mittwoch (8.6.) veröffentlichten Studie. Danach werden pro Neuwagen durchschnittlich 3.200 Euro oder 16 Prozent an Kundenvorteilen und Rabatten eingeräumt.

Golf-Incentives: Bis 21 Prozent sind drin

Angeheizt werde die Rabattschlacht derzeit vor allem von Volkswagen mit dem aktuellen Golf. "Die Rabatte für Privatkunden haben beim fabrikneuen Golf ein Niveau von 21 Prozent erreicht", schreibt Dudenhöffer. Ausschlaggebend für "einen wahren Kaufrausch" beim Golf sei ein "großes VW-Händlerprogramm, bei dem VW seinen Händlern bei Verkauf eines Golf zusätzlich 2.000 Euro Prämie geboten hat, wenn der Kunde ein VW-Fahrer war."

Neben der Höhe macht Dudenhöffer bei den Herstellern eine "bisher nicht gekannte Kreativität" bei der Gestaltung von Preisnachlässen aus: "Auf alles gibt's derzeit Rabatte", schreibt der Experte in seiner Studie und nennt schlechtes Wetter, Urlaubsgeld, Beteiligungen an der Benzinrechnung, Sonderzinsen und Zuschüsse zum Führerschein als Beispiel.

BMW und Ford: Keine direkten Rabatte

Volkswagen widersprach indes der Darstellung, "das Rabatt- und Anreizverhalten bei Volkswagen sei im Vergleich zum Wettbewerb besonders ausgeprägt". Für Kunden, die beim Neukauf eines Golf einen über 48 Monate alten Volkswagen in Zahlung geben, könne der Händler eine Treueprämie von 2.000 Euro gewähren. Zu berücksichtigen sei, dass sich die "Treueprämie" nur an maximal 30 Prozent Neuwagenkäufer richte und auf alle Kunden gerechnet ein Incentive-Niveau von rund 600 Euro ergebe. Die Treueaktion sei zudem bis Ende Juni befristet, sagte ein VW-Sprecher.

BMW gewährt den Kunden keine direkten Rabatte. "Wir bleiben unserer Premium-Strategie auch im Vertrieb treu", sagte ein Sprecher in München. Allerdings könne BMW nicht ausschließen, dass Händler den Kunden Preisnachlässe auf die Autos geben. "Aber das ist nicht in unserem Sinne." Angesichts des härter gewordenen Wettbewerbs in der Branche biete BMW bei einigen neuen Modellen aber zum Teil Zusatzleistungen wie ein Service-Paket zu einem Pauschalpreis an. Bei auslaufenden Modellen erhalten Kunden außerdem mitunter Vergünstigungen in Form von Sonderausstattungen, die im Preis enthalten sind.

Bei Ford gibt es nach Aussage eines Sprechers generell keine feststehende Rabatte. "Wir geben den Händlern als eigenständigen Unternehmern bei den Rabatten grundsätzlich nichts vor." Es gebe aber zeitlich und mengenmäßig begrenzte Rabattaktionen bei den in Deutschland sehr gefragten Sondermodellen.

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