Studie

Neuwagenverkauf bringt keinen Gewinn

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Der Verkauf neuer Autos ist laut einer neuen Studie wegen Überkapazitäten und Rabattschlachten für viele Autobauer zu einem Nullsummenspiel geworden.

"Das Produkt kann nicht mehr mit Profit verkauft werden", sagt August Joas, Branchenexperte von der Beratungsfirma Mercer Management Consulting. Daher müsse praktisch der gesamte Gewinn aus dem Folgegeschäft kommen, also zum Beispiel der Finanzierung und dem Geschäft mit Ersatzteilen. "Das Geschäftsmodell der Automarken funktioniert heute wie das von Nassrasierern und Tintenstrahldruckern." Viele Hersteller seien auf die neuen Herausforderungen aber nicht gut genug vorbereitet.

Weltweit gebe es in der Autobranche etwa 20 Prozent Überkapazitäten, die mit hohen Rabatten in den Markt gedrückt würden, sagte Joas. Im ersten Halbjahr 2005 hätten Käufer in Europa im Schnitt 16 Prozent Rabatt vom Listenpreis herausschlagen können. Damit lag Europa nach Angaben der Experten erstmals auf US-Niveau. Für die Hersteller ist der Verkauf der Neuwagen aber auch wichtig, um sich das lukrative Folgegeschäft zu sichern. Der Untersuchung zufolge erzielen die Unternehmen mit Finanzierung und Ersatzteilen zwar weniger als 20 Prozent der Umsätze, aber 95 Prozent des Gewinns.

Allerdings ist hier die Position der Markenhersteller bedroht. "Nicht an bestimmte Automarken gebundene Spezialisten in Autovertrieb, Finanzierung, Werkstattservice, Flottenmanagement und Teilehandel reißen immer größere Marktanteile an sich." Hersteller, die ihre Profite in Finanzierung und Teilegeschäft nicht gegen die freien Anbieter verteidigen könnten, seien in ihrer Existenz gefährdet. Der Mercer-Studie zufolge stehen etwa 20 Prozent des Umsatzvolumens und ein Drittel des Gewinns auf dem Spiel, den die Hersteller bis 2015 an freie Anbieter verlieren könnten.

Noch kontrollieren die Hersteller der Studie zufolge 117 Milliarden Euro oder drei Viertel aller Automobilumsätze in Deutschland. "Aber die freien Wettbewerber holen auf." Als Beispiele werden unabhängige Autobanken wie die Santander CC-Bank und Systemwerkstätten wie ATU genannt. Als Konsequenz müssten die Hersteller die Kundenbindung und -zufriedenheit deutlich verbessern und die Vertriebskanäle effizienter gestalten. Die Herstellerbanken müssten sich darum bemühen, ihr bestehendes Finanzierungsgeschäft durch Händlerbindungsprogramme abzusichern.

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