Subaru WRX STi im Fahrbericht

Erste Fahrt mit Subarus neuem Allrad-Sportler

Subaru WRX STi, Fahrbericht Foto: Subaru 39 Bilder

Der neue Subaru WRX STi soll nicht nur sportlicher, sondern auch alltagstauglicher geworden sein. Wie gut das gelungen ist, klärt ein erster Fahrbericht.

Als Takatsu San vor die versammelte Pressemeute tritt, erwartet ihn nicht gerade die leichteste Aufgabe. Der japanische Chefentwickler stellt die neueste Generation des Subaru WRX STi vor und muss das Kapitel Motor mit wortgewandtem Marketing-Charme statt klarer Ingenieurssprache hinter sich bringen. Die nackten Zahlen des Datenblatts verraten allerdings: einen neuen Motor hat Subaru seinem Allrad-Sportler WRX STi nicht unter die Haube gepflanzt.

Der 2,5-Liter-Boxer leistet auch in der fünften Generation 300 PS und schickt ein maximales Drehmoment von 407 Nm ab 4.000 Umdrehungen an die Räder. Verstellbare Ein- und Auslassventile und kleinere Arbeiten am Ansaugtrakt sollen ihm mehr Effizienz und eine direktere Gasannahme verschaffen und ihn auf die Euro 6-Norm hieven – das war’s soweit. Unverändert bleiben auch die Fahrwerte. Von null auf Tempo geht es in 5,2 Sekunden, bei 255 km/h regelt die Elektronik ab. STi-Enthusiasten und jene, die es vielleicht noch werden wollen, mag das enttäuschen. Wer sich hinter das Steuer klemmt und den Allradler durch ein paar Kurven zirkelt, dürfte sich damit aber schnell abfinden. Garantiert.

Subaru WRX STi mit verbesserter Lenkung

Viel wichtiger war den Japanern nämlich die Überarbeitung von Fahrwerk und Lenkung. Bei letzterer, die im Übrigen noch immer hydraulisch statt elektromechanisch arbeitet, wurde die Übersetzung von 15:1 auf 13:1 herabgesetzt. Der Unterschied zum Vorgänger ist enorm. Kleinste Lenkbefehle am nun unten abgeflachten Lenkrad werden souverän vom Subaru WRX STi umgesetzt. Die Zeiten von zu viel Spiel um die Mittenlage sind passé, alleine schon deshalb macht auch das Fahrwerk einen weitaus stabileren Eindruck als bisher.

Tatsächlich konnten dank dem Einsatz von dickeren Querlenkern, größerer Stabilisatoren und einer erhöhten Federrate auch Nickbewegungen beim Beschleunigen und Bremsen sowie das Karosserietaumeln um die Längsachse bei schnellen Richtungswechseln spürbar reduziert werden. Dass der neue Subaru WRX STi nicht zuletzt deshalb beim Fahrspaß-Potential noch einmal eine Schippe draufgelegt hat, ließ sich wunderbar auf einem Handlingkurs mit engen Kurven und häufigen Richtungswechseln erleben.

Deutlich aggressiver hängt der Subaru WRX STi am Gas, das Turboloch konnte leicht kaschiert werden. Alles in allem ist der neue WRX STi leicht und sicher zu beherrschen und nimmt schnelle Kurven eher unter- als übersteuernd. Maximale Traktion garantiert in jeder Lage der permanente Allradantrieb mit 245er Dunlop-Sportreifen. Nicht wirklich überzeugen konnte während der ersten Fahrt die Brembo-Bremsanlage, deren Dosierbarkeit feiner ausfallen könnte.

Subaru WRX STi lässt sich weiterhin manuell schalten

Soll es noch ein bißchen sportlicher zugehen, empfiehlt sich der Griff an den Schalter des elektronischen Stabilitätsprogramm (VDC). Es kann entweder vollständig deaktiviert oder in den Track-Mode versetzt werden. Dann lässt sich auch das Heck des Subaru WRX STi zu heftigeren Tanzeinlagen überreden: Wer es zu schnell angeht, wird mit einem Bremseingriff an den kurvenäußeren Rädern wieder aufgefangen.

Und dann ist da ja noch das von Dreh- und Kippschaltern gesteuerte Kontrollzentrum in der Mittelkonsole. Mit den drei wählbaren Modi Sport, Sport Sharp und Intelligent des SI-Drive-Systems können große Jungs und ambitionierte Sportfahrer ihren Spieltrieb ausleben und das Ansprechverhalten des Motors verändern. Zudem können  Kraftverteilung des Allradantriebs (Standardmäßig wird die Kraft im Verhältnis 41:59 an Vorder- und Hinterachse geleitet) und Sperrwirkung des Differentials manuell eingestellt werden.

Aktiv beteiligen dürfen sich Fahrer des neuen Subaru WRX STi auch weiterhin bei der Wahl der Gänge. Ein Doppelkupplungsgetriebe wie bei anderen Sportlern seiner Klasse, steht für Subarus Allrad-Ikone bislang nicht zur Diskussion. Das Sechsganggetriebe ist zwar nicht immer leicht zu handlen, gibt aber stets eine knackige Rückmeldung.

Subaru WRX STi mit aufgefrischtem Innenraum

Neben ein wenig Karosserieschminke hat Subaru auch am Innenraum des WRX STi Hand angelegt. Der Armaturenträger ist mit Carbon-Imitat geschmückt und wirkt hochwertiger und robuster verarbeitet als noch in den Vorgänger-Modellen. Rot hinterleuchtete Instrumente mit weißen Zeigern sowie die roten Ziernähte sind dem Topmodell vorenthalten. Ein Zusatzdisplay in den Instrumenten gibt unter anderem Schaltempfehlungen, das Display oberhalb der Mittelkonsole informiert über Ladedruck des Turbos, Drehmoment an den Rädern oder den Durchschnittsverbrauch, der nach Angaben von Subaru bei 10,4 L/100 km liegen soll.

Mit der im Vergleich zum Vorgänger nach vorn versetzten A-Säule, konnte der gesamte Armaturenträger abgesenkt und die Sicht nach vorne verbessert werden. Satt Racaros setzt Subaru beim neuen WRX STi auf eigene Sitze, die im unteren Bereich prima stützen, oben herum aber etwas mehr Kontur vertragen könnten.

Gute Argumente spendiert Subaru dem WRX STi beim Thema Alltagstauglichkeit. Die 4,60 Meter lange Limousine hat beim Radstand um 2,5 Zentimeter zugelegt und im Fond an Fußraum gewonnen. Außerdem konnte der Kofferraum um 40 auf 460 Liter vergrößert werden. Keine Angst vor dem Spott der Nachbarn, müssen Käufer wegen dem monströsen Heckflügel haben. Der wird bei der neuesten Generation nur noch optional angeboten. Aber mal ehrlich, was ist ein Subaru WRX STi schon ohne seine herrliche obszöne Biertheke auf dem Heckdeckel?
 
Gute Nachrichten gibt es auch für alle, die bislang noch vor dem verhältnismäßig hohen Kaufpreis zurückschrecken. Mit der Markteinführung des neuen Subaru WRX STi im Juni, wird Subaru auch die Preise senken. Mit 41.900 Euro ist der dann ausschließlich als Stufenheck angebotene Allradsportler satte 7.500 Euro günstiger als das aktuelle Modell.

Technische Daten
Subaru WRX STI 4x4 Active
Grundpreis 41.550 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4595 x 1795 x 1475 mm
KofferraumvolumenVDA 460 l
Hubraum / Motor 2457 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 221 kW / 300 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 255 km/h
Verbrauch 10,4 l/100 km
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