Tarifverhandlung

UAW verhandelt mit Chrysler

Foto: UAW

Die amerikanische Automobilarbeitergewerkschaft UAW (United Auto Workers) hat die Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag mit Chrysler am Samstag (6.10.) fortgesetzt. Die Bemühungen zur Erreichung eines vorläufigen Tarifabkommens hätten sich intensiviert, schrieb die "Detroit News" am Sonntag in ihrer Onlineausgabe.

UAW-Präsident Ron Gettelfinger sei am Freitag im Chrysler-Hauptquartier in Auburn Hills gewesen. Dort seien die Verhandlungen nach einwöchigen Diskussionen auf unterer Ebene in eine intensivere Phase getreten. Die Verhandlungen mit der Ford Motor Co. seien während der Chrysler-Verhandlungen ausgesetzt worden.

Die Gewerkschaft hatte sich am 26. September mit General Motors (GM) über einen neuen vierjährigen Tarifvertrag geeinigt. Die amerikanischen GM-Arbeiter stimmen momentan über das Abkommen ab. Die Gewerkschaft hofft, dass die landesweite Urabstimmung bis 10. Oktober abgeschlossen sein wird.

Chrysler und Ford legen drauf

Nach Darstellung der Zeitung wollen Chrysler und Ford weitergehende Vereinbarungen als die bei GM. Chrysler wolle die gleichen Krankenversicherungs-Vereinbarungen für Betriebsrentner, die die Gewerkschaft Ford und GM bereits 2005 gewährt hatte. Dies würde für das Unternehmen jährliche Einsparungen von 300 Millionen Dollar bedeuten.

Chrysler war kürzlich von Daimler an die Investmentfirma Cerberus Capital Management verkauft worden. Chrysler sei dabei, die eigene Produktpalette zu überprüfen. Das Unternehmen wolle nicht die Produktzusagen machen, die ein Schlüsselelement der GM-UAW-Vereinbarungen gewesen seien. GM hatte die Weiterproduktion und die Fertigung von bestimmten Modellen in US-Fabriken zugesagt.

Chrysler hatte im Januar weitere 13.000 Stellenstreichungen und eine Fabrikschließung angekündigt. Das Unternehmen musste im vergangenen Jahr einen Verlust von 1,5 Milliarden Dollar verkraften. Die Gewerkschaft vertritt 49.000 amerikanische Chrysler-Arbeiter und etwa 78.000 Betriebsrentner und Angehörige. Chrysler will nach Darstellung von Arbeitsmarktexperten seine einschließlich Nebenleistungen bei fast 76 Dollar liegenden Stundenlöhne drastisch reduzieren. Damit will das Unternehmen gegenüber den US-Fabriken von Toyota, Honda und Nissan wettbewerbsfähiger werden. Dort verdienen die nicht gewerkschaftlich organisierten Arbeiter nach Angaben der US-Autohersteller stündlich 25 bis 30 Dollar weniger.

Ford wolle stärkere Restriktionen für ein Programm, in dessen Rahmen Arbeiter weiter bezahlt werden, selbst wenn es keine Arbeit für sie gibt. Außerdem wolle Ford stärkere Abschläge bei der Finanzierung eines Fonds zur Bezahlung von Krankenversicherungskosten der Betriebsrentner.

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