Tata

Billigstes Auto der Welt kommt noch 2008

Foto: Tata

Das billigste Auto der Welt, das 1.700-Euro-Auto des indischen Herstellers Tata, wird nach Informationen von auto motor und sport noch Ende 2008 auf den Markt kommen und wie der legendäre VW Käfer über einen Heckmotor mit einer Leistung von 30 PS verfügen.

Tata will das Automobil, von dem es nicht einmal Fotos gibt, in einer Prototyp-Variante auf der Auto Expo in New Delhi vom 10. bis 17. Januar vorstellen. Wie auto motor und sport aus Kreisen von Zulieferern erfuhr, wird der viertürige Viersitzer mit einem Radstand von nur 2,20 Metern auf den Markt kommen. Angeboten wird der Tata in zwei Varianten, als Benziner mit 660 Kubikzentimeter Hubraum und als Diesel mit 700 Kubikzentimeter. Im Gespräch ist ein stufenloses Automatikgetriebe. Selbst in Vollausstattung wird der Kleinstwagen preislich unter dem Maruti 800 rangieren, dem beliebtesten indischen Modell, das rund 200.000 Rupien kostet.

250.000 Einheiten pro Jahr

Ebenfalls aus Zuliefererkreisen erfuhr auto motor und sport, dass Tata in einer ersten Ausbaustufe rund 250.000 Einheiten pro Jahr bauen will. Später sollen eine Million Modelle von Band rollen.

Bosch, einer der wichtigsten Zulieferer des Billigautos, hält die Prognose von Tata für realistisch, künftig von seinem 1.700-Euro-Auto jährlich rund eine Million Fahrzeuge absetzen zu können. "Das ist ein äußerst realistischer Plan. Wahrscheinlich sogar ein konservativer", so Bosch-Indien-Chef Albert Hieronimus in auto motor und sport. "Tata eröffnet hier ein komplett neues Pkw-Segment. Zielkunden sind die acht Millionen Menschen, die sich in Indien jedes Jahr ein neues Motorrad kaufen und dieses als Transportmittel für vier- bis fünfköpfige Familien nutzen. Es ist durchaus denkbar, dass 20 Prozent dieser Motorradkäufer in das Segment solcher 100.000 Rupien-Autos wechseln werden. Denn der Preisunterschied ist nicht gewaltig. Ein gut ausgestattetes Motorrad kostet auch bis zu 80.000 Rupien."

Nach Westeuropa soll das Kleinfahrzeug nicht exportiert werden, vielmehr ist neben Indien eine Lieferung nach Malaysia, Latein-Amerika, Osteuropa und Afrika wahrscheinlich. Hauptgrund sind die strengen Sicherheits- und Abgasvorschriften. "Ein Import nach Westeuropa ist daher nicht geplant", erklärt Adriano Doriguzzi, Chef des italienischen Importeurs von größeren Tata-Modellen.

Die etablierten westlichen Hersteller sehen das Billigauto von Tata nicht als Gefahr für ihre Geschäftsmodelle. Opel-Marketing-Chef Alain Visser bezeichnet die bisher gehandelten Billigangebote "bestenfalls als Zweirad-Substitut." Im Gespräch mit auto motor und sport betont Visser: "Wir bezweifeln, dass es für einen westlichen Hersteller in Europa Sinn macht, sich im Segment unter fünf- bis sechstausend Euro zu bewegen, wenn man alle Sicherheits- und Umweltauflagen erfüllt und trotzdem noch Geld verdienen will." Nicht einmal Chevrolet, die Einstiegsmarke des General Motors-Konzerns, hegt Pläne für ein Konkurrenzmodell zum 1.700-Euro-Auto von Tata. "Unsere Wettbewerber sind Marken wie Hyundai, Kia, Seat, Skoda und Fiat. Wir wollen im 3.000-Dollar-Segment nicht mitmischen", sagt Chevrolet-Europa-Chef Wayne Brannon.

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