Tata kauft Jaguar/Landrover

Foto: ams

Der US-Autokonzern Ford verkauft seine britischen Traditionsmarken Jaguar und Land Rover an den indischen Hersteller Tata Motors. Tata zahlt 2,3 Milliarden Dollar (1,5 Mrd Euro) in bar. Das teilte Ford am Mittwoch (26.3.) in Detroit mit.

Tata Motors sorgte erst zu Jahresbeginn mit der Vorstellung eines 1.700-Euro-Autos für den indischen Heimatmarkt für Aufsehen. Mit dem Kauf übernimmt erstmals in der Geschichte ein indischer Konzern einen großen westlichen Autobauer.

Der mit Milliardenverlusten kämpfende Ford-Konzern hatte die beiden britischen Hersteller mit rund 16.000 Beschäftigten vor knapp einem Jahr zum Verkauf gestellt. Die Nobelmarke Jaguar fährt Experten zufolge seit Jahren im Minus, während der Geländewagenbauer Land Rover profitabel ist. Ford erzielt bei dem Verkauf weit weniger als die Hälfte des Preises, den der Konzern einst für die beiden Marken zahlte. Seither soll Ford zudem mehrere Milliarden investiert haben.

Die britischen Gewerkschaften hatten sich wegen Jobgarantien für Tata als neuen Besitzer ausgesprochen. Für die Beschäftigten seien keine wesentlichen Veränderungen zu erwarten, versicherten Tata Motors und Ford.

Das Geschäft soll bis Jahresmitte abgeschlossen sein. Ford zahlt im Gegenzug allerdings bis zu rund 600 Millionen Dollar in die Pensionsfonds von Jaguar und Land Rover ein und unterstützt Händler noch bis zu ein Jahr lang finanziell. Der zweitgrößte US-Konzern liefert zudem weiterhin Motoren und andere Autoteile an die beiden Hersteller.

Der indische Autobauer Tata Motors ist vor allem an der Technologie der Traditionsmarken und an einer neuen wohlhabenden Kundschaft interessiert. Eine Übernahme gibt Tata Motors Zugang zu den westlichen Automärkten. Der Hersteller ist Teil des rasch expandierenden indischen Mischkonzerns Tata.

Tata Motors stach in einem Bieterrennen den ebenfalls indischen Autobauer Mahindra & Mahindra sowie Finanzinvestoren aus. Ford hatte Jaguar 1989 für rund 2,5 Milliarden Dollar übernommen, Land Rover kam im Jahr 2000 für 2,75 Milliarden Dollar zu dem US-Konzern.

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