Technik im Jaguar F-Type Coupé

Deckel drauf und gut is'?

Jaguar F-Type Coupé, Frontansicht Foto: Achim Hartmann 24 Bilder

Nach dem Cabrio folgt das Coupé – und als solches soll der Jaguar F-Type die Sportwagen-Elite erst recht das Fürchten lehren. sport auto traf ihn am Nürburgring und durfte mitfahren.

Ein kurzer Blick in den Rückspiegel verschafft Gewissheit: Der Tunnel steht noch. Als Phil Talboys, Leiter des Jaguar-Land Rover-Entwicklungszentrums am Nürburgring, vom Gewerbegebiet Meuspath unter der Döttinger Höhe hindurch in Richtung Zufahrt Nordschleife fährt, dreht er kurz den Hahn im Jaguar F-Type Coupé auf.

Dreckige Achtzylinder-Salven im Jaguar F-Type Coupé

Mit aller Wucht schmettert das Triebwerk des Jaguar F-Type Coupé seine dreckigen Achtzylinder-Salven an die Tunnelwände, die Luft vibriert, zittert, schwingt vermutlich Stunden später noch nach. Das Klangspektakel wirkt noch intensiver als im Cabrio, und Talboys gibt zu, dass man noch ein wenig am Sound gearbeitet habe.

Viel wichtiger ist jedoch die Frage: Wie wird aus dem Cabrio ein Coupé? Die einfache Antwort würde lauten: Deckel drauf und gut is’. "Zugunsten einer besonders hohen Steifigkeit der Karosserie bleiben die cabriospezifischen Verstrebungen erhalten", erklärt Talboys.

Das ist sicher gut für die Torsionsfestigkeit – Jaguar rühmt sich, dass der F-Type Coupé mit 33.000 Nm/Grad nun das steifste Modell in der Markenhistorie sei. Die Her stellungskosten des Coupés haben dadurch auch nicht gelitten, allerdings wirkt es sich auf die Gewichtsbilanz aus.

Ein bisschen Diät schadet nie

Der Jaguar F-Type zählt trotz Alu-Karosserie (Legierung AC 600) eh nicht zu den Leichtgewichten der Szene, und mit 1.665 Kilogramm ändert auch das F-Type Coupé nichts daran. "Immerhin sind das 21 Kilogramm weniger als beim Cabrio", beteuert Talboys und gibt nochmals Gas, damit diese Diskussion im V8-Gewitter untergehen möge. Zugegeben, Jaguar geizt ja nun nicht gerade mit Leistung. Und so fanden die Entwickler im 495 PS starken V8-Triebwerk noch etwas Leistung, weshalb die F-Type-Reihe nicht nur eine neue Karosserievariante, sondern zugleich ein neues Topmodell bekommt.

Es leistet 550 PS, heißt R und soll den Zweitürer in 4,2 Sekunden von null auf 100 km/h feuern. Talboys ist jedoch besonders stolz auf die Agilität des Jaguar F-Type Coupé: "Neben dem bekannten variablen Hinterachsdifferenzial verfügt das Coupé über das Torque Vectoring by Braking.“ Hierbei bremst die Elektronik die kurveninneren Räder kurz ab, um so einen Eindrehimpuls zu geben.

Innerhalb von 200 Millisekunden reagiert das System zusammen mit dem Hinterachsdifferenzial auf die jeweilige Gaspedalstellung. Das Diff im Jaguar F-Type Coupé selbst variiert seinen Sperrgrad binnen 30 ms zwischen null und 100 Prozent. Hinzu kommt noch eine coupéspezifische Fahrwerksabstimmung mit um 4,3 (vorn) und 3,7 (hinten) Prozent erhöhten Federraten.

Jaguar F-Type Coupé V8R verspricht Kurven-Gaudi

Vom Beifahrersitz des Jaguar F-Type Coupé aus erlebt, äußert sich der ganze Zauber in einer höchst unterhaltsamen Kombination aus Klang, Kraft und Kurvenwilligkeit – zumindest auf trockener Fahrbahn. Hier baut der Jaguar hohen mechanischen Grip auf und realisiert mit seinen 20-Zoll-Rädern beeindruckende Kurvengeschwindigkeiten.

Für die Kraftübertragung ist erneut die Achtstufen-Automatik zuständig, die vom Cabrio übernommen wird – und mit ihr wohl auch die nicht ganz zufriedenstellende Reaktionszeit auf manuelle Schaltbefehle. Um die Leistung zuverlässig zunichtemachen zu können, bietet Jaguar mit dem F-Type Coupé eine Karbon-Keramik-Bremsanlage als Option mit Sechskolben-Festsätteln vorn und Vierkolben-Festsätteln hinten (Scheibendurchmesser: 398/380 Millimeter) an, um auch für ein paar Runden auf der Rennstrecke gerüstet zu sein.

Auf der Nordschleife wird das Coupé bis dahin einen 8.000 Kilometer langen Dauerlauf absolviert haben - unterbrochen nur zwecks Datenauswertung - und ein paar Tunneldurchfahrten, des schönen Klangs wegen.

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