Terroranschläge in London drücken Ölpreise

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Die Serie von Terroranschlägen in London hat am Donnerstag (7.7.) die Ölpreise von gerade erst erreichten Rekordständen vertrieben und ihren jüngsten Aufwärtstrend gebrochen.

Rohöl zur August-Auslieferung brach am New Yorker Warenterminmarkt Nymex gegenüber dem Vortagsschluss um drei Prozent auf 59,45 Dollar je Barrel (159 Liter) ein. Wenige Stunden zuvor hatte die Furcht vor potenziellen Sturmschäden durch den Hurrikan Dennis im Golf von Mexiko noch einen Rekordpreis von 62,10 Dollar je Barrel gebracht.

Groß angelegte Verkäufe

Spekulanten und anderen Ölmarktteilnehmer reagierten wegen der Sorge über mögliche weitere Terrorattacken sofort mit groß angelegten Verkäufen. Sie wollten erst einmal die hohen Gewinne der vergangenen Tage sichern.
Ölfachleute verwiesen auf den starken Einbruch des Flugreiseverkehrs nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Die globale Konjunktur hatte schwer gelitten, und die Ölnachfrage und die Ölpreise waren gedrückt worden. In London fiel der Preis der Nordsee-Sorte Brent zeitweise um sieben Prozent auf 55,55 Dollar je Barrel. Hier war zuvor der Rekordpreis von 60,70 Dollar je Barrel erreicht worden.

Die Ölpreise sind in diesem Jahr um rund 56 Prozent in die Höhe geschossen und haben sich in den vergangenen zwei Jahren wegen der starken Ölnachfrage in den USA, China und anderen asiatischen Ländern verdoppelt. Spekulanten in aller Welt sehen angesichts der enormen Preisfluktuation große Gewinnmöglichkeiten und spielen an den internationalen Energiemärkten ebenfalls kräftig mit.

Der Hurrikan Dennis dürfte nach den Prognosen des amerikanischen Wetterdienstes am Wochenende in den Golf von Mexiko eindringen und irgendwo an der Nordküste des Golfs von Mexiko über die Küste fegen. Im Golf von Mexiko befinden sich 819 bemannte Bohrinseln, 135 Bohrtürme sowie tausende kleinerer Bohranlagen.

Dort wird rund ein Drittel der gesamten amerikanischen Öls gefördert. Die Raffinerien an der Golfküste in Texas, Louisiana, Alabama und Mississippi stellen 50 Prozent der gesamten amerikanischen Raffineriekapazität. Der Ölhafen Louisiana Offshore Oil Port (LOOP) ist der mit Abstand größte amerikanische Ölimporthafen. Die petrochemische Industrie ist in den Küstengebieten des Golfs mit riesigen Anlagen konzentriert.

Der tropische Sturm Cindy, der in dieser Woche in Louisiana an Land gegangen war, hatte nach Angaben der für die Ölgebiete im Golf von Mexiko zuständigen US-Behörde Minerals Management Service bereits zur Evakuierung von 85 Bohrinseln und elf Bohrtürmen geführt. Es waren zeitweise etwa 12,7 Prozent der gesamten Ölförderung im Golf von Mexiko von täglich 1,5 Millionen Barrel lahmgelegt.

Die von Juni bis November laufende Hurrikan-Saison soll in diesem Jahr besonders heftig werden, nachdem der Golf von Mexiko im vergangenen Jahr von mehreren starken Hurrikans heimgesucht worden war.

Die Spekulanten, darunter viele der mehr als 800 Hedge-Fonds, wittern angesichts der starken Schwankungen bei den Öl-, Benzin- und Heizölpreisen große Gewinnchancen. Sie machen mit geliehenem Geld und mit geringen Einstandssummen riesige Wetten auf den Anstieg oder den Rückgang der Ölpreise. Andere große institutionelle Anleger wie Pensionskassen, Versicherungen und Investmentfonds mischen ebenfalls an den Energiemärkten mit, ganz zu schweigen von den industriellen Öl- und Erdgaskonsumenten sowie den Ölkonzernen selbst.

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