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Tesla Model 3 (2018) - erste Checks

Fotos, Daten, Preis des E-Autos

Tesla Model 3 Foto: Tesla 16 Bilder

Mit großem Tamtam wurden im März 2016 die Bestellungen für das Tesla Model 3 geöffnet. Ende Juli 2017 wurden die ersten Autos übergeben, doch die Produktion lahmt und ein US-Autoportal verreißt den Tesla. Erst 2019 kommt das Model 3 zu uns.

12.02.2018 Holger Wittich, Andreas Of Kommentare

Wochenlangen Spekulationen um Lieferzeiten für das Model 3 folgt nun das offizielle Statement von Tesla: Anfang 2019 kämen die ersten Model 3 nach Europa und Deutschland. Das erklärte der Elektroauto-Hersteller auf Nachfrage. Einige Kunden hatten im Februar einen Brief bekommen, der auf eine erneute Lieferverzögerung hinwies.

Offizieller Liefertermin: Anfang 2019

Aktuell liegen vom Tesla Model 3 rund 400.000 Vorbestellungen vor. Wer als einer der ersten Kunden im April 2016 ein Model 3 reserviert hat, wartet inzwischen fast zwei Jahre auf sein Auto. Kunden bekommen auf der Firmenwebsite lediglich einen ungefähren Zeitraum genannt, wann sie ihr Model 3 bekommen. Bis Anfang Februar war dort noch „Ende 2018“ als Lieferzeitraum genannt. Wer Mitte Februar nachsah, stellte fest, dass sich die Auslieferung weiter verzögert. Der Konfigurator funktioniert zur Zeit nicht. Nach und nach sollen Kunden eine Einladung zum Konfigurieren bekommen, erklärte Tesla und könnten dann mit ihren Zugangsdaten ihr Model 3 zusammenstellen.

Drei Jahre Lieferzeit

Früh-Reservierer müssen mit drei Jahren Lieferzeit rechnen. Wie viele Kunden in Deutschland oder Europa das Model 3 reserviert haben, sagt Tesla nicht. In den USA sollen bis August 2017 etwa 63.000 Kunden ihre Bestellung storniert haben, berichtet das Magazin Fortune. Wer stornieren möchte, könne dies über seinen „My Tesla“-Account tun, informiert Tesla.

Kritisches Video zum Tesla Model 3

Tests mit dem Model 3 sind noch rar, in Europa hat noch kein Journalist das Auto gefahren. Gleichzeitig gibt es immer wieder schlechte Nachrichten aus der „Produktionshölle“, wie Elon Musk den Anlauf eines neuen Modells nennt. Entsprechend sorgt jeder Bericht über das Model 3 für Aufsehen. Jüngst bekam ein Video große Aufmerksamkeit, in dem ein Model 3 nicht gut wegkommt.

„Wie bei einem Kia der 90er“

Sandy Munroe von einer Firma, die Autos für Benchmark-Studien zur Konkurrenzbeobachtung zerlegt, vernichtet in einem Video von Autoline das Tesla Model 3 verbal. Er beginnt vorn an der Not-Haubenöffnung, die im vorderen Stoßfänger hinter einer Klappe versteckt ist. Nach einem Unfall müssen Rettungskräfte die Haube öffnen und unter einer Abdeckung die Stromversorgung unterbrechen. Das findet Munroe ebenso gefährlich wie die fehlenden mechanischen Türöffner: Wenn nach einem Unfall die Stromversorgung unterbrochen ist und die hinteren Türen geschlossen sind, müssten die Fondpassagiere das Auto durch die Vordertüren oder die Heckklappe verlassen.

Munroe stört sich auch an einer nachträglich angeklebt wirkenden Gummidichtung am rahmenlosen Fenster der Fahrertüre und generell an den Spaltmaßen. Sein Fazit: „Das sind Fehler, die wir in den 90er-Jahren an Kias gesehen haben.“

Video: Mängel am Tesla Model 3

Edmunds.com über das Tesla Model 3

Tesla hat am 7. Juli 2017 die Serienproduktion des kompakten Elektroautos aufgenommen. Das „SN1“ genannte Modell, also das erste Serienfahrzeug sollte direkt vom Band an Elon Musk gehen – gut zwei Wochen vor dem eigentlichen Roll-out. Die ersten 30 Tesla Model 3 gingen dann an Tesla-Mitarbeiter. Sie sollen Kinderkrankheiten melden. Bis Ende 2017 sollte die Produktion auf 5.000 Autos im Monat hochgefahren werden, dann auf eine halbe Million pro Jahr.

Lieferprobleme beim Model 3

Tesla Model 3 Foto: Tesla
Das erste Tesla Model 3 ist am 7.7.2017 produziert worden.

Im Juli 2017 wurden 30 Fahrzeuge gebaut, dann steigerte Tesla langsam die Taktzahl. Im August hätten 100 Model 3 vom Band rollen sollen, im September wollte Tesla 1.500 Modelle produzieren und im Dezember 2017 dann 20.000 Fahrzeuge monatlich bauen.

Produktionsziel klar verfehlt

Erreicht hat Tesla dieses selbstgesteckte Ziel nicht: Im vierten Quartal 2017 baute das Unternehmen 2.425 Model 3 – das sind zehn Prozent der Gesamtproduktion (24.565 Model S, X und 3). Um die Probleme beim Hochlaufen der Produktion des Model 3 in den Griff zu bekommen, wurden Mitarbeiter von der Produktion der Modelle S und X abgezogen, erklärte das Unternehmen in seinem Quartalsbericht.

Mitte 2018 bis zu 5.000 Model 3 pro Woche

Tesla Model 3 E-Mail Foto: Tesla
In einer E-Mail informierte Tesla die Model 3-Kunden über die Verzögerung bei der Auslieferung.

Insgesamt hat Tesla im vierten Quartal 2017 29.870 Autos ausgeliefert. Darunter sind 15.200 Model S und 13.120 Model X. Gegenüber dem dritten Quartal 2017 sind das 9% mehr Auslieferungen. Im Vergleich zum vierten Quartal 2016 steigerten sich die Auslieferung um 27%, Tesla spricht vom besten Quartal der Unternehmensgeschichte.

Die Zahl der produzierten Model 3 steige stark an: Ende Dezember sei eine Kapazität von 1.000 Autos erreicht worden. Am Ende des ersten Quartals 2017 sollte die Wochenproduktion auf 2.500 steigen und Ende des zweiten Quartals jede Woche 5.000 Model 3 gebaut werden, kündigte Tesla an.

Rückblick zum März 2016: Erstmals campierten weltweit Menschen vor einem Autohaus, um bei der Anzahlung für ein Auto die Nase vorne zu haben. Einem Auto, das bis dato noch niemand gesehen hatte. Den arrivierten Autobauern dürften diese Szene die Tränen in die Augen treiben.

Elon Musk eher nicht. Der charismatische Tesla-Boss spielte mit der Begeisterung der Tesla-Fans, als seien diese ein Musikinstrument. Die Jünger des ersten iPhones kennen das noch vom legendären Steve Jobs. Und so wundert es eben nicht, dass sich pünktlich zu Öffnung der Orderbücher am 31.3.2016 für das neue Tesla Model 3 eben weltweit Schlangen vor den Tesla-Niederlassungen bildeten. First come, first serve.

35.000 US-Dollar Startpreis

Tesla Model 3
Das Elektroauto für die Masse 45 Sek.

Immerhin haben die Leute nach der Weltpremiere am 31.3.2016 mal eine Idee davon, wofür sie denn da gerade 1.000 Dollar angezahlt haben. Ein gefällig gezeichnetes Mittelklasse-Auto, das sich optisch brav zwischen Model X und Model S einsortiert. Das Model 3 ist 4,70 Meter lang, 1,85 Meter breit und 1,44 Meter hoch. Der Radstand wird mit 2,87 Meter angegeben. Das Kofferraumvolumen soll nach US-Norm bei 425 Liter liegen, das Gewicht beträgt in der Basisversion 1,6 Tonnen.

Ganz ehrlich: An die neue Nase müssen wir uns gewöhnen. Der Rest war abzusehen. Experimente sind nichts für Leute, die viele Autos verkaufen müssen. Die Preise beginnen bei 35.000 Dollar. Damit liegt das Tesla Model 3 zwar deutlich über dem durchschnittlichen US-Neuwagenpreis von 31.000 US-Dollar, allerdings reduziert sich der Kaufpreis – zumindest in den USA – durch eine Steuergutschrift in Höhe von 7.500 Dollar sowie durch weitere Kaufprämien – zwischen 2.000 und 6.000 Dollar, je nach US-Bundesstaat. Natürlich soll das Model 3 eine Fünf-Sterne-Wertung in allen Sicherheitsbereichen einfahren.

Maximal sollte es einen Akku mit 75 kWh im Model 3 geben, die Standardversion rollt mit 50 Kilowattstunden an den Start. Und: Alle Model 3 kommen auch mit dem Autopilot-Modus, der die Teslas halbautonom fahren lässt. Alle Fahrzeuge tragen ab Werk dafür standardmäßig acht Kameras und zahlreiche Sensoren. Zunächst werden aber nur die Fahrassistenz-Funktionen aktiviert, die Software zum autonomen Fahren soll es später als Update geben. Die Assistenzfunktionen sollen 5.000 Dollar kosten, der Autopilot weitere 3.000 Dollar. Jede Farbe außer schwarz kostet 2.930 Dollar beziehungsweise 3.861 Dollar Aufpreis. Ein Premium-Ausstattungspaket kostet über 6.000 Dollar. Mit allen Optionen kommt das Model 3 so auf fast 55.000 Dollar. Auf das Fahrzeug gibt Tesla 4 Jahre/50.000 Meilen Garantie, auf die Batterie sogar 8 Jahre und bis zu 120.000 Meilen.

Tesla Model 3 Foto: Tesla
Es bleibt bei dem großen Bildschirm (15 Zoll) in der Mittelkonsole.

Besonderen Wert legte Musk bei der Präsentation auf das riesige Glasdach, dem angeblich größten in der Klasse, und die Tatsache, dass „im Model 3 fünf Erwachsene komfortabel sitzen können! Wir wollen, dass sich die Leute in ihr Auto verlieben und sich darauf freuen es zu fahren“, so Musk.

Serienmäßig rollt das Model 3 auf 18-Zoll-Felgen, optional sind 19 Zöller zu haben. Am Tesla-Supercharger soll die kleine Batterie in 30 Minuten Strom für 210 km saugen können, die große Batterie bunkert in einer halben Stunde Energie für 275 km.

Hier die wichtigsten Infos und Daten zum Tesla Model 3:

  • Die Spurtzeit auf 100 km/h liegt bei 5,6 beziehungsweise 5,1 Sekunden
  • Die Höchstgeschwindigkeit soll bei 209 km/h liegen (stärkere Batterie: 225 km/h)
  • Das Model 3 kommt als Fünfsitzer
  • Beim Crashtest soll eine 5-Sterne-Wertung erreicht werden
  • Die EPA-Reichweite soll zwischen 350 Kilometer (verm. 50 kWh) und 500 Kilometer (verm. 75 kWh) betragen
  • Die Aufladung an den Supercharger-Säulen wird Gebühren kosten
  • Das Model 3 kommt mit Autopilot-Hardware (8 Kameras, viele Sensoren)
  • Der cW-Wert soll bei 0,23 liegen
  • Die Heckklappenöffnung wird in der Serie größer ausfallen
  • Das Kofferraumvolumen wird 397 Liter betragen (US-Angabe)
  • Kein Head-up-Display, es gibt nur den 15 Zoll großen horizontalen Bildschirm in der Mitte
  • Auf der Rückbank haben 2 bzw. 3 schmale Kindersitze Platz
  • Die Sitze sind voll umklappbar
  • Weniger als 100 Konfigurationen sollen möglich sein

Tesla Model 3 kommt auf über 300 Kilometer Reichweite

Angaben von Tesla zu Reichweite und Verbrauch gibt es bisher nicht, auch bei den beiden Batterievarianten gibt noch keine offizielle Werte. Die Spezialisten von Emissions Analytics, mit denen auto motor und sport bei Testreihen kooperiert, fuhren das neue Elektroauto in den USA auf 161 Kilometern im Stadtverkehr und auf der Autobahn. Das Ergebnis: Das Auto fährt mit 1 kWh Strom 3,1 Meilen, was 20 kWh/100 km bedeutet. Damit ist das kleine Model 3 sparsamer als der deutlich größere und schwere SUV Model X, den auto motor und sport 2016 testete. Das Model X kam damals auch wegen der viel größeren Stirnfläche auf einen Verbrauch von 26,9 kWh auf 100 Kilometern.

Die Verbrauchswerte lassen Rückschlüsse auf die Reichweite des neuen Hoffnungsträgers von Tesla zu. Da der Akku nach den 161 Kilometern noch zu 50,6 Prozent gefüllt war, entspricht das einer Reichweite bei 326 Kilometern. Beim Test stand ein Model 3 mit der größeren der beiden Akku-Varianten zur Verfügung. Spekuliert wird über zwei Akkugrößen mit 50 und 75 kWh Kapazität. Die Testergebnisse lassen jedoch einen Akku mit 65 kWh vermuten.

Tesla Model YCrossover-Modell doch auf Model 3-Basis

Insgesamt soll vom Tesla Model 3 eine sechsstellige Anzahl in den Verkauf gebracht werden. Für 2018 stellt Elon Musk noch eine Performance-Version des Model 3 in Aussicht, ohne allerdings Eckdaten zu nennen. Neben dem Model S und dem SUV Model X plant Tesla übrigens noch ein viertes Modell. In einer Twitternachricht hatte Musk angekündigt, dass es noch ein Model Y geben soll.

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