Tognum-Übernahme

Daimler und Rolls Royce kaufen ein

Tognum Logo Foto: Tognum

Daimler ordnet sein Portfolio neu: Von der EADS-Beteiligung will sich der Autobauer trennen. Im Gegenzug planen die Schwaben die Übernahme des Dieselmotoren-Spezialisten Tognum. Dessen Aktie ging am Montag (7.3.) durch die Decke.

Daimler und der britische Motorenhersteller Rolls-Royce stehen kurz vor einer Übernahme des Dieselmotoren-Spezialisten Tognum. Die beiden Unternehmen wollen jeweils rund die Hälfte an dem Motorenbauer mit Sitz in Friedrichshafen übernehmen.

Tognum-Aktie steigt rasant

Die Gespräche mit dem Tognum-Management befinden sich in der entscheidenden Phase. Noch seien die Verhandlungen aber nicht abgeschlossen, erklärte Daimler am Montag. Die Übernahmefantasien ließen die Tognum-Aktie bis 14:00 Uhr um 24 Prozent nach oben schießen.

Konzern-Lenker Dieter Zetsche hatte schon Anfang des Jahres sein Interesse an dem Motorenbauer vom Bodensee signalisiert. "Tognum ist ein attraktives Unternehmen und arbeitet in einem Bereich, der unserem Kerngeschäft nahe steht", hatte der Manager auf der Automesse in Detroit betont. Die Schwaben halten derzeit 28,4 Prozent an der im MDax notierten Gesellschaft. Die Aufstockung der Anteile würde auch zu der neuen Zetsche-Strategie passen, sich mehr auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Im Gegenzug will sich der Autobauer von seiner Beteiligung am europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS trennen.

Nach Informationen des "Manager Magazins" sollte der Aufsichtsrat von Tognum noch am Montag tagen. Wann mit einer finalen Entscheidung zu rechnen ist, wollten Sprecher der Unternehmen aber nicht sagen. Der Dieselmotorenbauer wird vom ehemaligen Daimler-Manager Volker Heuer geführt. Dieser soll die Übernahmepläne unterstützen. Der Manager steht noch bis zum September an der Tognum-Spitze, dann soll ihm plangemäß der derzeitige Finanzvorstand Joachim Coers folgen.

Tognum mit Milliarden-Erlös

Der Dieselmotorenspezialist gehörte schon bis Ende 2005 zum Daimler-Konzern. Das damals unter dem Namen MTU Friedrichshafen firmierende Unternehmen wurde jedoch vom damaligen Daimler-Chef Jürgen Schrempp an den schwedischen Finanzinvestor EQT verkauft. Das Unternehmen kam im Juli 2007 zurück an die Börse. 2008 erwarb Daimler dann wieder mehr als ein Fünftel an Tognum.

Tognum ist besonders bei Großdieselmotoren stark, die unter anderem Schiffe, Schienenfahrzeuge und Panzer antreiben. Zudem kommen die Motoren in dezentralen Energieanlagen zur Stromversorgung besonders in Schwellenländern zum Einsatz. Auch liefert Tognum Notstromaggregate zum Beispiel für Atomkraftwerke. Umgekehrt liefert Daimler den Friedrichshafenern kleinere Dieselmotoren, die sie für Einsatzzwecke jenseits der Straße umrüsten.

2009 erzielte Tognum einen Umsatz von gut 2,5 Milliarden Euro und beschäftigte zum Jahresende 8.726 Mitarbeiter. Die Zahlen für 2010 will Tognum auf der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag (10. März) in Stuttgart veröffentlichen. Die Friedrichshafener erwarten im abgelaufenen Jahr Erlöse von rund 2,6 Milliarden Euro.

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