Tognum-Übernahme

Milliardenangebot von Daimler und Rolls-Royce

Tognum Logo Foto: Tognum

Daimler will zusammen mit Rolls-Royce über drei Milliarden Euro für die Motorenschmiede Tognum auf den Tisch legen. Nachdem die Stuttgarter wieder fette Profite machen, wittern Tognum-Aktionäre ihre Chance - ein kräftiger Aufschlag kann kommen.

Daimler und Rolls-Royce haben ein Milliardenangebot für die Übernahme des Motorenbauers Tognum auf den Tisch gelegt. Insgesamt 3,2 Milliarden Euro wollen sich die beiden Unternehmen das Geschäft kosten lassen. Jeweils 50 Prozent der Anteile werden sich der deutsche Autobauer und der britische Motorenhersteller teilen. Ziel der Übernahme sei, einen globalen Marktführer für Industriemotoren zu schaffen, begründeten Daimler-Chef-Konzernlenker Dieter Zetsche und Rolls-Royce-Chef John Rose am Mittwoch (9.3.) ihre Strategie.

24 Euro pro Aktie werden geboten

In dem offiziellen Übernahmeangebot für den Friedrichshafener Großdieselmotorenhersteller wird den Tognum-Aktionären 24 Euro je Anteilsschein geboten. Ob diese Offerte reicht, ist nach Informationen der "Financial Times Deutschland" aber noch offen. Profiinvestoren seien demnach nur dann bereit, sich von ihren Anteilen zu trennen, wenn das Angebot deutlich über dem Kurs von 24 Euro beim Börsengang 2007 liege und die guten Geschäftsaussichten für Tognum eingerechnet würden.

Dass die Zweifel an einem schnellen Abschluss berechtigt sind, bestätigte auch Daimler-Chef Zetsche. Es sei nicht zu erwarten, dass das Tognum-Management den angebotenen Kaufpreis zur Annahme empfehle, erklärte der Manager. "Das ist nicht ihre Rolle." In den übrigen Punkten herrsche aber Übereinstimmung. Das bestätigte auch das Tognum-Management am Mittwoch. Über die Höhe des Angebotspreises sei aber noch kein Einverständnis erzielt worden.

Tognum-Zahlen werden mit Spannung erwartet

Mit Spannung wird nun die Präsentation der Tognum-Jahreszahlen erwartet, die das Management der Friedrichshafener an diesem Donnerstag in Stuttgart vorlegen will. Es wird voraussichtlich der letzte große Auftritt vom Chef des Dieselmotorenbauers, Volker Heuer, sein. Der ehemalige Daimler-Manager gibt im Herbst seinen Posten auf, dann soll ihm plangemäß der derzeitige Finanzvorstand Joachim Coers folgen. Dieser Personalwechsel soll auch bei einer Übernahme von Daimler und Rolls-Royce so bleiben.

Die Stuttgarter wollen ihren derzeitigen Anteil von 28,4 Prozent an Tognum auf 50 Prozent ausbauen. Die Briten wollen in das Gemeinschaftsunternehmen ihre Tochter Bergen einbringen, in der das Geschäft mit Gas- und Dieselmotoren mittlerer Geschwindigkeit gebündelt ist. Daimler rechnet nach Angaben von Zetsche mit Nettoausgaben von rund 900 Millionen Euro. Rolls-Royce würde rund 1,4 Milliarden Euro zahlen.

Tognum war früher MTU

Für Daimler bedeutet die Tognum-Übernahme eine Rolle rückwärts. Der Dieselmotorenspezialist, der damals noch MTU Friedrichshafen hieß, gehörte schon bis Ende 2005 zum Autokonzern, wurde jedoch vom damaligen Daimler-Chef Jürgen Schrempp an den schwedischen Finanzinvestor EQT verkauft. Das Unternehmen kam im Juli 2007 zurück an die Börse. 2008 erwarb Daimler dann wieder mehr als ein Fünftel an Tognum.

Tognum ist besonders bei Großdieselmotoren stark, die unter anderem Frachtschiffe, Yachten, Schienenfahrzeuge und Panzer antreiben. Zudem kommen die Motoren in dezentralen Energieanlagen zur Stromversorgung besonders in Schwellenländern zum Einsatz. Umgekehrt liefert Daimler den Friedrichshafenern kleinere Dieselmotoren, die sie für Einsatzzwecke jenseits der Straße umrüsten. Rolls-Royce baut neben Flugzeugmotoren ebenfalls Motoren für den Einsatz in Marineschiffen und Energieanlagen.

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