Top-Gebrauchtwagen: Mercedes G-Klasse

Was lange währt, wird günstiger

Karosserie-Check

Ältere G-Modelle, die bis zum Ende der 80er Jahre gebaut wurden, haben stark mit Rostproblemen zu kämpfen. Je mehr Gelände das Fahrzeug gesehen hat, umso größer ist die Malaise. Auch zwischen 1999 und 2003 wurde die Rostvorsorge etwas vernachlässigt. Am empfindlichsten sind die Heckbleche im Bereich der Rücklichter und des Tankdeckels, die Seitenwände unter den Stoßfängern und die Unterkanten der Türen. Da die Türscharniere nach außen zeigen, sind auch sie der Witterung ausgeliefert – unbedingt auf Verschleiß und Leichgängigkeit prüfen.

Technik-Check

Nach 30 Jahren Bauzeit ist die Modellvielfalt auf dem Gebrauchtwagenmarkt riesig – sowohl für Diesel- als auch Benzinvarianten. Permanenten Allrad und edlere Innenausstattungen gab es ab 1989. Vor dem Kauf unbedingt den Vorbesitz checken. Viel Geländeeinsatz zwingt selbst einen G in die Knie. Bei den Motoren erwiesen sich vor allem der 280er, 300er und 300 D als äußerst robust – allerdings nur bei guter Behandlung. Schwächere Modelle wie der 230, 240 D oder der erste 300 D litten oft an permanenter Überbelastung. Von Problemen hört man vor allem beim 350 TD. Der Turbodiesel aus den 90ern hatte selbst mit der Mercedes S-Klasse Schwierigkeiten. Langlebig und kräftig, aber auch sehr durstig ist der erste Achtzylinder 500 GE.Vorsicht vor dem Achtzylinder-Dieyel im G 400 CDI - er gilt mit zahlreichen Problemzonen vor allem an der Einspritztechnik als Defekt-Kandidat.

Ersatzteile

Wer sich eine G-Klasse kaufen möchte, muss sich auf horrende Ersatzteilpreise gefasst machen. Bei sorgsamem Umgang sind die Originalteile jedoch sehr langlebig. Es gibt sie problemlos sowohl bei Händlern als auch auf dem freien Markt. Die Bremsscheiben für die Vorderachse kosten etwa 150 Euro, bei den neueren, wesentlich stärkeren Autos deutlich mehr. Der Preis für die Auspuffanlage als Originalteil ist vierstellig, für den Nachbau sind rund 500 Euro, für die Lichtmaschine 250 Euro zu bezahlen. Achtung: Fahrwerkhöherlegungen führen bei der G-Klasse meist nur zur Verschlechterung der Fahreigenschaften – der G reagiert schon bei den kleinsten Veränderungen sensibel. Außerdem sind Kardanwellen und Achsen nicht für längere Federn ausgelegt.


Antriebstechnik

Seit 1989 verfügten alle zivilen G-Modelle (außer Baureihe 461) über permanenten Allrad mit 50:50-Aufteilung – Untersetzung (2,14:1) und zwei Sperren inklusive. Die Vorderachssperre wurde gegen Aufpreis eingebaut, ist heute aber serienmäßig. Vor allem im Verteilergetriebe sollte regelmäßig das Öl ausgetauscht werden.

Technische Daten

Mercedes 500 GE nur 500 Stück, ab 178.250 Mark

Motor: Fünfliter-V8 vorn längs, vier Ventile pro Zylinder, Steuerkette, 240 PS, 375 Newtonmeter Drehmoment bei 3000 U/min

Serienausstattung: Tempomat, Holzarmaturen, Alu-Räder, Klimaanlage, elektrisches Schiebedach, Sitzheizung, beheizbare Außenspiegel, Feuerlöscher

Länge/Breite/Höhe: 4580/1700/1945 mm

Getriebe: Viergangautomatik

Leergewicht: 2440 Kilogramm

0–100 km/h: 10,8 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h

Verbrauch: 19,4 Liter/100 km


Preisspanne Gut erhaltene 300 D kosten etwa 10.000 Euro, der limitierte 500 GE ist für 15.000 Euro zu haben. Ein voll ausgestatteter G 500 im guten Zustand wechselt schon für etwa 22.000 Euro den Besitzer.

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