Total

Ausweitung des Tankstellennetzes

Foto: MWV

Der französische Energiekonzern Total will sein ertragsarmes deutsches Tankstellennetz durch Übernahmen erweitern. "Wir wollen in Deutschland zukaufen, finden aber zur Zeit keinen interessanten Kandidaten", sagte der Geschäftsführer von Total Deutschland, Thierry Pflimlin, am Montagabend (12.6.) in Hamburg.

Total betreibt in Deutschland insgesamt 1.140 Tankstellen und ist damit in diesem Bereich die Nummer vier hinter Aral, Shell und Esso.

Derzeit entspreche das Tankstellengeschäft nicht seinen Vorstellungen, sagte Pflimlin. Es habe im vergangenen Jahr unter dem Strich eine Null geschrieben, "die eher einen roten Touch hat als einen schwarzen". Gründe seien anhaltend harte Preiskämpfe, niedrige Margen und ein deutlicher Rückgang der Kraftstoffmenge.

"Der Rückgang setzt sich auch in diesem Jahr fort", sagte der Geschäftsführer. Bis Ende April sei der Gesamtabsatz von Ottokraftstoffen in Deutschland um rund 7,6 Prozent zurückgegangen und von Diesel um rund 2,4 Prozent. Total habe sich aber besser entwickelt als der Markt.

Voraussetzung für einen Zukauf sei, dass es sich um ein rentables Geschäft handele. "Wir wollen kein Netz kaufen, bei dem wir dann 80 Prozent der Tankstellen schließen müssen", sagte Pflimlin. Durch die Zukäufe will Total den Marktanteil in dieser Sparte von bisher rund neun Prozent auf das Niveau des übrigen Geschäfts von rund elf bis zwölf Prozent erhöhen.

Investitionen von bis zu 100 Millionen Euro

Insgesamt plant der insgesamt drittgrößte Mineralölkonzern Deutschlands in diesem Jahr erneut Investitionen von "knapp unter 100 Millionen Euro". Die Mittel sollen auch in neue Truck-Stopps an den Autobahnen oder die Einführung einer neuen sparsamen Kraftstoffsorte gesteckt werden. Zu besonderen Belastungen werden in diesem und in den kommenden Jahren laut Pflimlin die Pläne der Regierung zur Mehrwertsteuererhöhung und der Förderung von Biokraftstoffen führen. Diese Faktoren würden den Kraftstoff um fünf bis sechs Cent pro Liter verteuern. "Gerechnet auf den Jahresabsatz in Deutschland sind dies pro Jahr rund drei Milliarden Euro an zusätzlicher Belastung für Verbraucher und Wirtschaft", betonte der Geschäftsführer.

Im vergangenen Jahr konnte Total Deutschland seinen Umsatz in dem schwierigen Umfeld vor allem dank eines starken Raffineriegeschäfts um gut sieben Prozent auf rund 14,8 Milliarden Euro steigern. Unter dem Strich habe das Ergebnis um rund 50 Prozent über dem Vorjahreswert von 303 Millionen Euro gelegen, sagte Pflimlin.

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