Toyota-Assistenzsysteme

Autonom durch Tokio fahren

Toyota-Assistenzsysteme, Heckansicht, Test Foto: Toyota 15 Bilder

Bereits 2015 wäre Toyota so weit, dem Autofahrer ein großes Stück Arbeit abzunehmen - das Fahren. auto motor und sport war bei einem Versuch in Tokio dabei.

Dem Fahrer des weißen Mercedes CLS ist es vermutlich ziemlich schnuppe, dass er sich gerade mitten in einen Fahrversuch drängelt, irgendwo auf der Tokioter Stadtautobahn zwischen Kayabacho und Tsukiji. Jetzt muss sich der Lexus GS 450h allein auf die Informationen aus Abstandsregeltempomat und Monokamera stützen, die 700 MHz-Kommunikation zum vorausfahrenden Prius hat (Zwangs-)Pause. Normalerweise tauschen die beiden Fahrzeuge Beschleunigungs- und Verzögerungsdaten aus.

Autonomes Fahren bei Toyota bereits 2015 serienreif?

Der Vorteil: Das nachfolgende Fahrzeug kann deutlich schneller auf Veränderungen des Verkehrsflusses reagieren als bislang. "Nach unseren Berechnungen könnten Staus deutlich minimiert werden, wenn 30 Prozent aller Fahrzeuge über diese Technologie verfügen", sagt Projektleiter Masahiro Fujita. Ach ja, der Fahrer muss nichts tun, die Technik übernimmt.

Kurz nachdem Mercedes und Volvo das Thema "autonomes Fahren" auf den Tisch brachten, zieht Toyota flugs nach und gibt hinter vorgehaltener Hand zu Protokoll, dass man am liebsten schon 2015 damit in die Serienproduktion einsteigen wolle.

Der auch bei Autobahntempo aktive Automated Highway Driving Assist (AHDA) greift zudem auf Daten aus dem Navigationssystem zurück, um präziser als mit Monokamera und Millimeterwellenradar allein Lenkwinkel, Verzögerung und Antriebsmoment zu steuern - gut für exaktes Kurvenfahren. Über den großen Bordmonitor bekommt der, nun ja, Fahrer das Technik-Spektakel visualisiert und kann das System jederzeit übersteuern.

Toyota-System setzt Befehle sanft um

Im gewohnt zähflüssigen Verkehr der japanischen Metropole kommt ehrlicherweise jedoch kaum der Wunsch danach auf, zumal das System sehr sanft, aber prompt Lenk-, Brems- und Beschleunigungsbefehle der Elektronik umsetzt. Einlullen lassen sollte man sich allerdings nicht, denn zum Ein- und Ausfädeln von der Autobahn muss der Fahrer wieder selbst ran. Abgesehen davon sieht der Gesetzgeber ohnehin vor, dass beide Hände am Lenkrad bleiben müssen - entsprechende optische und akustische Warnhinweise sind von einigen Spurhalteassistenten bestens bekannt. 

Bereits seit zwei Jahren fahren Entwicklungsfahrzeuge mit Sondergenehmigungen in den USA und Japan im öffentlichen Straßenverkehr. Toyota-Konzernchef Akio Toyoda möchte AHDA so schnell wie möglich allen Käufern zugänglich machen. "Langfristig muss es unser Ziel sein, sämtliche Unfälle zu vermeiden", sagt Toyoda. Mit AHDA sei ein wesentlicher Schritt in diese Richtung unternommen, zudem ließe sich so der Kraftstoffverbrauch senken - der individuelle Fahrstil des Menschen wird schließlich ausgeklammert. Dennoch betont Toyoda, man wolle Autofreunden nicht den Spaß am Fahren nehmen, sondern sie in bestimmten Situationen entlasten.

Zunächst stellt die Technologie jedoch eine Belastung dar - finanzieller Art. Offiziell nennen die Japaner natürlich noch keine Preise, aber knapp 1.000 Euro Aufpreis dürften realistisch sein. Günstig? Nein, denn hinzu kommt noch die bereits heute verfügbare Hardware wie beispielsweise der Abstandsregeltempomat und der Spurhalteassistent. Beides kostet allein im Lexus GS 450h 4.500 Euro Aufpreis. Dem CLS-Fahrer dürfte auch das ziemlich egal sein, er hat auch so seinen Weg gefunden.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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