Toyota begrüßt deutsche Hybrid-Konkurrenz

Toyota Emblem Foto: Toyota

Die neuen Hybrid-Allianzen der deutschen Autobauer werden nach Ansicht des führenden Hybrid-Herstellers Toyota den Markt stimulieren. "Ich bin sehr erfreut, dass anerkannte Firmen nun die Hybrid-Technologie entwickeln. Das wird die Nachfrage anheizen", sagte Tadashi Arashima, Präsident der Marketing und Vertriebsorganisation von Toyota, am Dienstag (14.9.) auf der IAA in Frankfurt.

"Es war klar, dass wir nicht ohne Wettbewerber sein werden, darauf sind wir eingestellt."

Toyota habe ohne Frage derzeit noch einen enormen Vorsprung in der Hybrid-Forschung. Doch könne sich der Konzern nicht auf diesen Lorbeeren ausruhen. Toyota werde die eigene Hybrid-Technologie weiterentwickeln, um auch in Zukunft die Nummer eins unter den Hybrid-Anbietern zu sein, sagte Arashima.

Toyota: Eine Millionen Hybrid-Modelle bis 2010

Toyota hatte vor acht Jahren, als die europäische Autoindustrie noch tüftelte und den Hybrid als ungeeignetes Konzept kritisierte, sein Modell Prius auf den Markt gebracht. Mit dem Prius, der inzwischen in der zweiten Generation auf den Straßen fährt, feiert der Konzern weltweit Erfolge. Bis zum Jahr 2010 will Toyota jährlich eine Million Hybrid-Fahrzeuge verkaufen. Erst jetzt versuchen nun auch andere Hersteller auf den Zug aufzusteigen. BMW schloss sich in der vergangenen Woche der Hybrid-Allianz von Daimler-Chrysler und General Motors an. Audi, Volkswagen und Porsche kündigten an diesem Montag auf der IAA die gemeinsame Entwicklung eines Hybrid-Antriebs an.

Zwar arbeite Toyota auch an anderen alternativen Antriebsquellen wie der Brennstoffzelle, doch nach Ansicht von Arashima dürfte die Hybrid-Technik noch "mindestens zehn bis 15 Jahre die wichtigste Rolle spielen". In Europa will Toyota im kommenden Jahr seine Hybrid-Verkäufe deutlich ausweiten. Dank des neuen Hybrid-Modells der Konzerneigenen Luxus-Marke Lexus, des RX400, sollen in diesem Jahr 28.000 Fahrzeuge mit Hybrid-Antrieb verkauft werden und im kommenden Jahr bereits 40.000. Auf Lexus sollen davon 10.000 entfallen.

Russisches Werk soll Kapazitäten für Europa schaffen

Arashima bestätigte das Ziel von Toyota, beim Absatz bis zum Jahr 2010 in Europa die Marke von 1,2 Millionen Fahrzeugen zu knacken. In diesem Jahr will der Konzern europaweit 980.000 Fahrzeuge verkaufen. Großes Potenzial für weiteres Wachstum biete dabei vor allem der russische Markt, auf dem Toyota derzeit den Ausbau seines Händlernetzes vorantreibe, sagte Arashima. In diesem Jahr wollen die Japaner in Russland 6.500 Wagen verkaufen, mittelfristig ist der Absatz von 100.000 Fahrzeugen geplant. Um dies zu bewältigen, begann der Konzern in diesem Jahr mit dem Bau eines Werkes bei Moskau.

Weitere Kapazitäten dürften nach Ansicht von Arashima nötig werden, wenn Toyota das Europa-Absatzziel von 1,2 Millionen Wagen überschreitet. "Dann wird unsere Standortmix unausgewogen", erklärte der Manager. Derzeit muss Toyota noch aus Japan nach Europa exportieren, um die Nachfrage dort zu bewältigen. Das schaffe Problem an den japanischen Standorten, sagte der Vertriebschef. "Wir arbeiten dort an der Kapazitätsgrenze." Möglichkeiten zur Kapazitätsausweitung sehe er dann aber zunächst auch im russischen Werk. "Dort haben wir ein sehr großes Gelände." Toyota hatte erst in der vergangenen Woche die Ausweitung der Kapazitäten im französischen Valenciennes von derzeit 240.000 auf 270.000 im kommenden Jahr angekündigt. In dem Werk läuft die neue Generation des Kleinwagens Yaris vom Band, die Toyota am Dienstag auf der IAA in Frankfurt vorstellte.

Für den Yaris, das meistverkaufte Modell aus der Toyota-Palette, sei im kommenden Jahr ein Absatz von 240.000 geplant, sagte Arashima. Zusammen mit den anvisierten 100.000 Verkäufen des in diesem Jahr auf den Markt gebrachten Kleinwagens Aygo wird das Kleinwagensegment dann künftig knapp 30 Prozent der Gesamtverkäufe bei Toyota in Europa ausmachen. Wohin die Reise in der künftigen Modellpolitik von Toyota gehen soll, ließ Arashima zunächst offen. Eine Sprecherin sagte, "wir werden uns genau anschauen, welche Segmente möglicherweise noch Potenzial bieten".

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